Der Sinn fehlender Exit-Strategien im Leben

Wenn Menschen sich auf etwas oder jemanden festlegen wollen, müssen sie sich im Grunde überlegen und planen, wie sie sich selbst überlisten können – denn wir neigen von Natur aus dazu, zu flüchten, wenn

  • uns eine Situation zu brenzlig wird, und beginnt, uns Angst zu machen;
  • wir – aus welchen Gründen auch immer – unsicher werden und zu zweifeln beginnen, ob das, worauf wir uns – übereilt oder überlegt – festgelegt, wofür wir uns entschieden, ob die Möglichkeit, die wir gewählt haben, das Produkt, den Job, den oder die PartnerIn oderoderoder …,  wirklich das, der- oder diejenige ist, auf das, den oder die wir uns – bei alle der Auswahl der Möglichkeiten – hätten festlegen sollen;
  • wir etwas oder jemanden sehen, auf den, die oder das wir uns auf einmal viel lieber festlegen würden, und fühlen, dass wir uns vor unserer letzten Wahl gar nicht lange genug umgeschaut oder selbst gefragt hatten, was wir uns eigentlich davon versprechen oder davon erwarten, dass wir uns festlegen.

Wir Menschen legen uns im Prinzip nicht gerne fest – weil wir unsere Freiheiten lieben.

Für mich ist die aktuelle globale Krise – eine Pandemie ohne Exit-Strategie – im Grunde ein Symbol dafür, dass sich freiheitsliebende Menschen mit ihrer Neigung, sich aus jeder Situation mindestens einen Fluchtweg offen zu halten, in eine Sackgasse befördert haben.
Wer nicht bereit ist, anderen zuliebe, der Natur, unserer Erde zu liebe, freiwillig auf eigene Freiheiten zu verzichten, sich also damit auseinanderzusetzen, wie er oder sie selbst planmäßig dafür sorgen kann, dass er oder sie nicht immer wieder einen Ausweg für sich selbst sucht, den/die wird irgendjemand, der/die die Natur ganz besonders liebt oder sich dazu berufen fühlt, die Welt zu retten, irgendwann mit einem eigenen, vermutlich listigen, Plan dazu zwingen (wollen) – sei es im Gewand eines kleinen, auf mich autistisch wirkenden Mannes wie Bill Gates, eines größenwahnsinnig und diktatorisch erscheinenden Klaus Schwab oder einer mütterlich tuenden Angela Merkel.
Ich bin jedenfalls im Grunde froh, dass es endlich soweit ist, dass immer mehr Menschen feststellen, dass es im Leben Sinn macht, freiwillig auf Dinge zu verzichten bzw. auf die festzulegen, unter denen oder für die möglichst wenige Menschen und andere fühlende leiden oder sogar sterben müssen.

Es wird immer genug bleiben, mit dem wir als Menschen glücklich und frei(willig) leben können, denn die Natur bietet uns im Grunde alle Möglichkeiten  – solange wir sie nicht dabei zerstören, sondern darauf achten, dass ihre natürlichen Kreisläufe nicht unterbrochen werden, ihre Ressourcen unwiederbringlich ausgebeutet, oder ihre (Lebens-)Quellen versiegen.
Denn es wäre unsinnig, wenn die Kräfte, die die Erde und uns haben entstehen lassen, uns einfach so lange weiter machen lassen würden, bis es ihr Ende wäre. Deshalb ist es vermutlich auch völlig unmöglich und unerlässlich, dass wir uns endlich eine gemeinsame Exit-Strategie einfallen lassen, wie wir zusammen friedlich wieder aus der Sackgasse finden, in der wir mehr oder wenig freiwillig – einfach planlos den cleveren, aussichtsreichen (Zukunfts-)Plänen anderer folgend – gelandet sind.

P.s.: Es gibt Menschen, die den Sinn fehlender Exit-Strategien darin sehen, nicht sich selbst, sondern andere Menschen von etwas zu „überzeugen“, auf das nicht die, sondern sie selbst sich selbst haben – indem sie sie mit Verboten oder Moralpredigten so in die Enge treiben, dass sie sich „freiwillig“ darauf festlegen, den einzig möglichen Plan weiter zu verfolgen: eine Einbahnstraße, die viele fälschlicherweise für einen „Ausweg“ aus ihrer Sackgasse halten. Achte mal darauf!

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Dank für das Foto gebührt Patrick Perkins (auf Unsplash)!

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