Zwingt uns die Natur, erwachsen zu werden und selbst Verantwortung für unser Leben zu übernehmen …

…, wenn zu gutmütige Menschen mit Helfersyndrom – ÄrztInnen, LehrerInnen, JuristInnen, PolitikerInnen und andere „PhilanthropInnen“ oder einfach Eltern oder Kinder – versuchen, uns allen oder den ehrlichen Wissenschaften, die Antworten geben können, ihre Verantwortung abzunehmen?

Ich bin jeden Tag wieder begeistert vom Leben und der Natur!
Mich begeistert, wie ausgeklügelt ihre Evolution voranschreitet, was auch immer sie lenkt.
Mich erstaunt immer wieder, wie sich nicht nur äußerliche Formen wandeln, hin zu immer komplexeren, – kompliziert erscheinenden oder trotz komplexer werdenden Fähigkeiten vereinfachten – sondern auch das, was ich mir als Seele der Natur, als ihr Bewusstsein vorstelle.
Ich finde nicht alles schön und gut, was in der Natur passiert; aber es liegt nicht in meinem Verantwortungs- und Zuständigkeitsbereich, daran etwas zu ändern – weil ich weiß, dass alles wichtig ist, damit eben alles auch so funktionieren kann, wie es soll.
Ich kann Erklärungen, also Antworten auf Fragen, geben, warum es ein Ökosystem zusammenbrechen lassen kann, wenn eine einzige Art daraus vertrieben oder anders entfernt wird; auch wenn ich nicht weiß, was Menschen verbrochen haben, dass sie mit (Mit-)Lebewesen wie Zecken oder Mücken gesegnet wurden.
Ich kann Menschen erklären, also Antworten auf ihre Fragen dazu geben, wann und warum ein Körper Krankheitszeichen entwickelt und wie das mit seinen Erfahrungen und Gefühlen, seiner Psyche, zusammenhängen könnte; auch wenn ich nicht weiß, warum genau diese Seele in diesem Körper lebt.
Diese Antwort kann sich jede/r nur selbst geben.

Aber alle Menschen – vielleicht auch Tiere und alle anderen Lebewesen – werden, wenn ich die Natur richtig verstanden habe, ohnehin selbst irgendwann – im Laufe der Zeit, innerhalb weniger Sekundenbruchteile oder erst nach Jahrmillionen – lernen bzw. wissen, dass sie für alles, was sie tun, wohin sie sich bewegen oder wo sie bleiben, was sie berühren oder womit sie nicht in Berührung kommen wollen, was sie wahrnehmen und was sie ignorieren wollen, die Verantwortung selbst übernehmen müssen.
Jede/r könnte schon heute jede Begegnung und jede Gelegenheit nutzen, um etwas daraus zu lernen, sie also wahr- statt einfach nur hinzunehmen oder möglichst schnell hinter sich zu bringen bzw. möglichst lange auszukosten, je nachdem, ob sie eine schöne oder schmerzhafte ist.
In allem Schönen findet sich auch etwas Hässliches, und sei es nur das Gefühl, schöner oder besser als andere zu sein.
Und in jedem Schmerz liegt die Möglichkeit, andere davor zu bewahren.
Solange aber leidende Menschen die Ursachen ihrer Schmerzen oder Krankheiten nicht hinterfragen, solange Menschen gar keine Antworten darauf finden wollen, warum sie leiden, sondern möglichst wenig – oder höchstens mit LeidgenossInnen – darüber reden und Schmerzen schnellstmöglich wieder loswerden wollen, werden sie die Verantwortung dafür auch nicht tragen können, also darunter zusammenbrechen.

Leider brechen, bevor Menschen dazu bereit sind, selbst Verantwortung für ihr Leben und ihre Handlungen zu übernehmen, häufig andere – empathiefähige, aber sich selbst gegenüber unverantwortlich handelnde Menschen – darunter zusammen, die versuchen, sie zusammen mit ihnen zu tragen oder sie ihnen sogar ganz abzunehmen, indem sie sich und ihnen einreden, dass sie keinen Einfluss auf das hätten, was sie zu dem gemacht hat, wer oder wie sie geworden sind.
Am Ende werden alle etwas daraus gelernt und sich weiterentwickelt bzw. dazu beigetragen haben, dass sich ein evolutionäres, universelles Bewusstsein weiterentwickelt hat, dessen bin ich sicher.
Ich selbst kann bzw. will nur darüber schreiben, was ich selbst für mich verantworten kann oder davon erzählen, wofür ich in meinem Leben keine Verantwortung übernehmen will, so dass es für mich nicht in Frage kommt.
Notfalls fällt mir aber eigentlich immer eine Antwort ein – denn ich denke ja ziemlich viel über mich und meinen Verantwortungsbereich in dieser Welt, unter allen anderen Lebewesen, nach. Ich denke sogar, ich bin, ganz ohne dass ich eine Karriere gemacht oder eine Familie gegründet habe, erwachsener als viele Menschen, die noch eine Generation vor mir auf die Welt gekommen sind.
Falls sich jemand denkt: „Ist sie da nicht etwas hochmütig?“ – Darauf kann ich antworten, dass ich oft etwas übermütig bin; aber ich begegne allen anderen Menschen gerne auf Augenhöhe, schaue also weder gerne auf andere herab, noch zu ihnen hinauf (auch wenn mir das aufgrund meiner Körpergröße meist nicht erspart bleibt).
Vermutlich hab‘ ich deshalb sogar gerne in der Schule gesessen und eine Wissenschaft studiert – weil damals noch an gemeinsamen Tischen sitzend diskutiert wurde.

 

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Dank für das Foto gebührt Edwin Andrade (auf Unsplash)!

 

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