Einfach mal abwarten, wie sich die Dinge entwickeln …

…, wenn Du selbst keinen Plan hast

… musst Du angespannt, wenn Dir nichts anderes einfällt, was Du tun könntest;

… kannst Du entspannt, offen und neugierig, wenn Du gut vorbereitet, auf alles gefasst bist oder kein festes Ziel vor Augen hast und Dir sicher bist, dass nichts zu Deinem Nachteil, Schaden oder ein Unglück passieren wird und Du oder andere, die Dir wichtig sind, also nicht mehr zu verlieren als dabei – beim Warten – zu gewinnen haben;

… solltest Du aber – weil es nicht gesund für Dich und Deinen Stresspegel, Deinen Blutdruck, Deinen Hormonhaushalt und Dein Herz ist – nicht allzu lange unter Hochspannung, vor allem wenn absehbar ist, dass entweder gar nichts weiter passieren wird (was unwahrscheinlich ist) oder die Entwicklung in eine Richtung geht, in der bereits in der Vergangenheit großer Schaden angerichtet wurde, bei dem es vielleicht sogar viele Tote und Verletzte gab.
Fang‘ dann lieber an, Dich mit etwas Spannenderem zu beschäftigen, was Dich – Deinen Körper oder Deinen Geist – vom Warten ablenkt: denk‘ an was Schönes, mach‘ Atemübungen, lausche Geräuschen oder beginne ein Gespräch oder steh‘ auf und geh‘ herum, um etwas zu finden, was Du statt des Wartens tun kannst.
Versuch‘ nicht, Deine innere Anspannung zu kontrollieren, weil Du es für Energieverschwendung hältst, Dir selbst etwas Fantasievolles einfallen lassen zu müssen, um Dich alleine zu beschäftigen, ziellos herumzulaufen oder ungeplant Gespräche mit fremden Menschen zu führen.
Warten auf etwas oder andere mit strengen Maßnahmen erträglich machen zu wollen, sich dabei also beherrschen zu wollen ist so aussichtslos wie darauf zu warten, dass sich entspannte Muskeln von alleine so bewegen, wie man es sich von ihnen wünschen würde. Kopfschmerzen, Magenkrämpfe, Muskelverspannungen sind vorprogrammiert, die zwar dazu führen, dass Menschen lernen, still zu sitzen und sich nicht (mehr) zu bewegen, also den Eindruck erwecken, als würden sie auf etwas warten bzw. nicht darauf warten, etwas gegen das Warten tun zu können; ihre Wartehaltung hat aber selten damit zu tun, dass sie es nicht erwarten könnten, nicht mehr untätig warten zu müssen.
Unerträglich für andere können Wartende werden, die Stress verbreiten, weil sie ihre innere Anspannung nicht kontrolliert loslassen, weil sie also auch nicht entspannt warten können, sondern Beschäftigung, spannende Ablenkungsmanöver – für ihren Körper oder Geist – brauchen: laute Atemübungen oder eine Zigarette, (Selbst-)Gespräche oder andere Unterhaltungen, Herumlaufen o.ä.
Erwarte nie, dass Menschen, die zu diesen angespannten Wartestrategien neigen, sich entspannen, wenn Du sie einfach nur aufforderst, sich hinzusetzen und zu entspannen, ohne dass Du ihnen weitere Hilfestellungen dazu anbietest.

Unerwartetes Warten, also unvorbereitet auf etwas warten zu müssen, von dem wir nicht wissen, wie es weiter- oder ausgeht, und nicht eingreifen zu können, ist für uns Menschen im realen Leben genauso eine Stresssituation wie das lange Warten auf etwas Erwartetes, auf das wir uns freuen. Nur wenn wir – z.B. durch Filme, deren Drehbuch andere bereits fertig geschrieben haben – gelernt haben und definitiv wissen, dass wir keinen Einfluss auf die Handlungen nehmen können, können wir uns leicht(er) oder schnell(er) – je nach den eigenen (Lern-)Erfahrungen im Leben – wieder entspannen, wenn wir auf etwas warten müssen.
Das Warten auf etwas, also Geduld – unsere Einflussmöglichkeit auf das Warten in angespannten Verhältnissen – lernen wir während unseres Lebens, wenn wir eher selten und wenig oder sehr oft und lange auf etwas warten müssen, wollen oder können bzw. wenn wir stattdessen häufig überrascht werden – im schönen wie im schlechten Sinn.

Falls Du selbst dazu neigst, eher zu lange still auf etwas zu warten, also darauf zu hoffen, dass etwas passiert, dann mach‘ ruhig ein paar Achtsamkeits- oder stille Atemübungen oder eine Fantasiereise, oder beginne doch mal selbst ein Gespräch, – nicht nur um Dir vielleicht die Wartezeit damit zu verkürzen, anderen die Geschichte zu erzählen, warum Du wartest und da bist, woher Du kommst oder wohin Du willst, sondern vielleicht sogar um herauszufinden, warum Du unnötig gewartet hast oder was Du sonst noch beim Warten tun könntest – steh‘ auf und geh‘ ein paar Schritte, die Dich auf neue Gedanken bringen könn(t)en oder Dich anregen könnten, darüber nachzudenken, warum und worauf Du eigentlich wartest.
Pass‘ immer auch auf, dass Du Dich nicht so von etwas oder jemand anderem ablenken lässt oder in Deinen Fantasiereisen oder Dir selbst versinkst, dass der Zug ohne Dich abfährt, der Dich dorthin gebracht hätte, wo Du viel lieber wärst als da, wo Du bist. Es ist zwar unwahrscheinlich, dass es der allerletzte Deines Lebens war – aber es ist nicht angenehm, einerseits sich selbst eingestehen zu müssen, dass man unnötig viel Zeit damit verschwendet hat, auf etwas zu warten, das einem im entscheidenden Augenblick dann doch nicht wichtig genug war, oder dass man erneut und insgesamt dann viel länger auf das warten muss, was man von Anfang an wollte, und andererseits anderen, die auf Dich warten, beichten zu müssen, dass Du nicht aufmerksam genug warst, um möglichst schnell bei ihnen zu sein.
Allerdings lernen Menschen, denen niemand genug über den Sinn des Wartens, von Vorahnungen und Vorfreude, von verpassten Gelegenheiten und Enttäuschungen, beibringen konnte, weil entweder selbst nicht genug Erfahrungen damit vorhanden waren oder niemand mit ihnen darüber sprechen wollten, so ganz einfach selbst, worauf und auf wen es sich im Leben lohnt zu warten und worauf oder auf wen nicht und wer im Gegenzug zum Warten auf Dich bereit ist, also wo Du und mit wem Du zusammen sein willst und wo nicht bzw. wohin Du noch kommen willst und wohin nicht.

Ich warte also, von einem Ort aus, an dem ich mich angekommen fühle, von dem ich also nicht unbedingt schnellstens wieder weg will, wie viele andere einfach mal ab, wie sich die Dinge weiterentwickeln, auf die ich alleine keinen oder wenig Einfluss habe; vor allem, wie sehr sich Menschen an die Pläne halten, die andere für sie erstellt haben.
Ich hab‘ noch nie viel Wert darauf gelegt, pünktlich zu sein, wenn mir etwas Wichtigeres oder Begegnungen mit anderen Menschen dazwischen kamen. Ich bin aber auch nicht böse, wenn das anderen Menschen genauso geht. Denn mir macht niemand vor, ich sei der wichtigste Mensch in seinem bzw. ihrem Leben, nur weil er oder sie sich pünktlich an alle Verabredungen hält (während er oder sie anderen Menschen damit ein schlechtes Gewissen macht), genauso wenig wie es für mich ein deutlicher Hinweis für mich ist, dass ich jemandem unwichtig bin, nur weil er nicht alle Verabredungen mit mir einhält.
In den entscheidenden Situationen Deines Lebens warten die wichtigsten Menschen immer mit Dir an Deiner Seite wartet, vertreiben sich mit Dir die Zeit und passen – Dir, nicht sich selbst zuliebe – darauf auf, dass Du nicht vom Warten gestresst bist und nicht das, worauf Du wartest – also gar nicht unbedingt Ihr gemeinsam oder zufällig auch sie selbst – verpasst.

Ich hab‘ in meinem Leben schon viel Energie damit verschwendet, nicht einfach etwas länger auf etwas zu warten; aber ich habe auch schon viel Zeit damit verschwendet, länger als nötig auf etwas zu warten. Wenigstens habe ich noch nie bereut, auf jemanden gewartet zu haben.
Zum Lernen ist jede Lebenserfahrung wichtig; aber als Biologin kann ich heute nur sagen: verlorene Energie kann man sich relativ leicht wieder zuführen, die eigene verlorene Lebenszeit, unfreiwillig auf einer Warte-, Ersatz- oder Schulbank sitzend, wieder ‚rauszuholen, kostet auf jeden Fall neue und zusätzliche.
Manchmal ist es also besser, einen eigenen Plan zu haben oder – am besten gemeinsam mit anderen – zu entwickeln, bevor man zu lange unnötig wartet, dass irgendjemand irgendwann einen liefert oder man feststellt, dass ein alter geändert wurde, ohne dass man es selbst mitbekommen hat.

P.s.: „Darauf kannst Du lange warten“ möchte ich allen Menschen laut zurufen, die immer noch zu hoffen scheinen, dass unsere neuen Hygieneregeln im Alltag, die angeblich unserer Gesundheit dienen sollen, von den Menschen auch wieder abgeschafft werden, die sie – unter der Vorgabe einer lebensgefährlichen Ausnahmesituation, die sich als lebensgefährlich vor allem für über 80-jährige herausgestellt hat – eingeführt haben, oder dass die gesundheitlichen Schäden, die neue Impfstoffe gerade auch schon bei Kindern anrichten, mit der Zeit weniger werden – aber wie gesagt, ich warte heute lieber mehr ab. Ich verschwende viel weniger Energie dafür, andere zum Reden oder Aufstehen animieren zu wollen, die sich gar nicht mit mir über das unterhalten wollen, was mich interessieren würde, oder die mir verständlich machen, dass sie gerade gar nicht aufstehen wollen. Wer sich mit mir unterhalten oder mitkommen möchte, zeigt sich mit der Zeit ganz von alleine – zumindest solange ich noch Kontakte mit anderen Menschen haben kann und unsere Kommunikationsmöglichkeiten nicht ganz abbrechen. – Also kann ich im Prinzip noch so lange warten, bis ich mich mal nicht mehr verständlich machen kann oder alle Kommunikationswege zwischen Menschen abgebrochen sind.

 

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Dank für das Foto gebührt Ben White (auf Unsplash)!

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