Eine heile Welt voll von stillem – verborgenem und ignoriertem- unnötigem und sinnlosen Leiden

… wird es so lange geben, solange sich Menschen einreden, sie könnten nichts daran ändern und würden es auch nicht schlimmer machen, wenn sie es einfach aus ihrem Weltbild ausblenden.

Wir sind nicht nur für das verantwortlich, was wir tun, sondern auch für das, was wir widerspruchslos hinnehmen.“ hat schon Arthur Schopenhauer für sich erkannt. Unsere Verantwortung steigt für mich, wenn wir etwas nicht nur hinnehmen, sondern es auch noch zu einem festen Bestandteil unseres Lebens machen, es also für uns nutzen statt bestmöglich darauf zu verzichten.
Es genügt nicht zu behaupten, sich dafür einzusetzen, dass etwas gegen das Leid in der Welt getan wird – vor allem, während man gleichzeitig weiterhin Dinge tut statt sie sein zu lassen, mit denen viel Leid verbunden ist.
Es reicht nicht, jeden Tag etwas Gutes zu tun, in der Hoffnung, damit alles andere wiedergutzumachen oder dazu beizutragen, dass unnötiges Leid in der Welt zukünftig vermieden wird, bzw. damit zu verhindern, dass immer wieder neues entsteht.
Es ist genauso unsinnig, darüber zu reden oder zu jammern, dass die Welt immer schlimmer wird, – während man nichts davon boykottiert – wie so zu tun, als würde sich nie etwas ändern oder alles nur zum Besseren – wenn man nur lange genug wartet, bis sich die, die am meisten gelitten haben, endlich irgendwann auflehnen.
Es gibt für mich keinen Grund zu glauben, dass Leid durch Mitleid verschwindet oder zukünftiges verhinder wird.
Für mich ist niemandem geholfen, wenn Menschen solidarisch leiden und jammern oder schweigen.

Die Zeit kann Wunden nur nachhaltig heilen und Schmerzen verschwinden lassen, wenn wir sie nicht nur genau unter die Lupe nehmen, sondern nachfragen und irgendwann wissen, wie sie entstanden sind, also woher sie kommen, und wie wir vermeiden, dass immer wieder neue entstehen oder alte aufreißen – wenn wir zum Beispiel überraschend auf verdrängte, unverheilte hingewiesen werden und keine Antwort auf Fragen parat haben wie warum wir sie nicht behandelt haben oder wie sie überhaupt entstanden sein könnten.
Wer behauptet, Verantwortung für sich und das eigene Leben zu tragen oder sie übernehmen möchte, muss Antworten auf alle Fragen geben können, die dazu gestellt werden. Menschen, die nicht wissen, warum sie ihr Leben an den Punkt gebracht hat, an dem sie aktuell stehen; Menschen, die glauben, dass ihr Leben genau wie das aller anderen eine Einbahnstraße zum Tod ist, zu der es keine alternativen Routen gibt, haben sich offensichtlich noch nicht oft oder umfassend interessiert umgesehen in ihrer angeblich heilen Welt oder selbst hinterfragt und Alternativen überlegt.
Unsere Welt wird nie ganz heil sein – das ist utopisch!
Aber sie ist auch nicht so unheilbar krank und leidend, dass wir

  • einfach aufhören könnten, sie retten zu wollen;
  • ihr Leid und unser natürliches Interesse daran ignorieren dürfen;
  • unseren Mut verlieren müssen.

Es ist nicht das erste Mal, dass unsere Welt wieder einmal dabei, aus ihrem natürlichen Gleichgewicht zwischen Freud‘ und Leid zu entgleiten – weil wir Menschen es immer noch nicht schaffen, unsere Balance, unsere Mitte, in ihr zu finden, und uns nicht gegenseitig darin unterstützen (lassen) wollen, nicht immer wieder bis zum Äußersten zu gehen oder es dazu kommen zu lassen, dass andere zu sehr unter dem leiden, was wir selbst tun oder uns und anderen zuliebe nicht tun, also ignorieren oder verweigern.

Ich wünsche Dir heute viel Glück und Erfolg beim Suchen – falls Du unnötig, still, verborgen oder ignoriert unter etwas leidest und Antworten darauf suchst, wie Du es zukünftig verhindern kannst, wie Du Dein Leiden also selbst so positiv beeinflussen kannst, dass Du auch das, woran oder worunter Du leidest, dankend annehmen kannst – ohne hinzunehmen, dass es so bleiben muss oder bleiben wird.

P.s.: Leid wird nicht aus der Welt verschwinden, indem wir Pharmaunternehmen dafür bezahlen, Heilmittel zu erforschen und angeblich immer wieder neue zu produzieren; indem wir Menschenrechtsorganisationen oder Tierschutzparteien mit Spenden und Mitgliedsbeiträgen oder unserer Stimme unterstützen und über ihre Aktivitäten reden, oder indem wir nur noch tun, was als politisch korrekt erlaubt ist, weil es angeblich dazu beiträgt, Leid zu vermeiden. Stattdessen müss(t)en wir viel mehr hinschauen, Transparenz fordern, hinhören, mitfühlen und darüber reden, auch wenn es uns selbst schmerzt. Es ist absurd zu glauben, niemand wolle Leid verhindern; aber solange es verheimlicht wird, solange Tierleid versteckt wird oder Menschen sich in ihrem Leid verkriechen und so tun, als wäre alles in bester Ordnung, also nicht offen darüber reden, ist weder ihnen noch dem Rest der Welt damit geholfen.

P.p.s.: Wenn Du noch nicht weißt, an wen Du Dich mit Deinem Leiden, körperlichen Schmerzen oder Gewissensbissen wenden sollst; wenn Dir Ideen oder der Mut fehlen, dann nimm‘ Dir noch ein bisschen Zeit zum Recherchieren oder Meditieren, bevor Du Dich bewusst dafür entscheiden kannst, was Dir zukünftig kleinere Bauchschmerzen bereiten darf und was nicht.

 

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Dank für das Foto gebührt Ralph (Ravi) Kayden (auf Unsplash)!

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