Familienbande und andere menschliche Verbindungen

Wenn ihre Stärke und Haltbarkeit nicht nur von der Dauer oder Intensität der miteinander verbrachten Zeit abhängt, sondern auch davon, wie weit sich Menschen mit der Zeit voneinander entfernen, weil sie sich körperlich, geistig und seelisch unterschiedlich weiterentwickeln

Mutter-Kind- oder Eltern-Kind-Bindungen mögen in der Natur die anfänglich stärksten Bindungen und Blut mag auch dicker als Wasser sein.
Bestand haben verwandtschaftliche Beziehungen gegenüber echten, tiefen und ehrlichen Freund- oder liebevolle Partnerschaften, die auf einer Seelenverwandtschaft und ähnlichen oder denselben Überzeugungen beruhen, nur, wenn sie auch lebenslang genauso und von beiden Seiten gleich intensiv – mit gegenseitigem Interesse, liebe- und vertrauens- oder verständnisvoll – gepflegt, das heißt immer wieder neu geknüpft, werden.
Wundere Dich also nicht, wenn Du Dich irgendwann nur noch verpflichtet fühlst, eine langjährig bestehende (Ver-)Bindung aufrechtzuerhalten, weil Du weder Verständnis für die Menschen am anderen Ende hast, noch Erklärungen von ihnen bekommst, die Du bräuchtest, um sie verstehen oder ihnen noch vertrauen zu können.
Wundere Dich nicht, wenn Du das Gefühl hast, andere haben die (Ver-)Bindung zu Dir längst losgelassen, weil sie Dir nicht (mehr) vertrauen, Dir keine Fragen (mehr) beantworten und kein Interesse an dem haben, was Du warum tust.

Bindungen sind nur so stark wie die Menschen, die an ihnen festhalten, ohne so aneinander zu zerren, dass eine Seite irgendwann loslässt.
Auch eine feine, fast unsichtbare Schnur kann lebenslang halten, solange Menschen wissen, dass es sie gibt und sie nicht versehentlich ganz abreißen lassen.
Aber wenn Du Dich nicht irgendwann in vielen dünnen Fäden verheddern willst, konzentrier‘ Dich vor allem auf die Menschen, mit denen Du Dich wirklich verbunden fühlst; dann ist die Chance größer, dass sie nicht irgendwann denken, Du hättest die (Ver-)Bindung zu ihnen längst losgelassen.
Und denke vor allem nicht, Du hättest viele Verbindungen zu anderen Menschen, weil Du eine lange Kontaktliste hast, also eine Liste von Menschen, mit denen Du in Deinem Leben – vielleicht aufgrund gleicher Interessen – schon in Berührung gekommen bist, ohne dass Du Dir Zeit hättest nehmen müssen, auch Verständnis für Dinge oder andere Seiten an ihnen, die Dich nicht interessieren, zu entwickeln.

Ob es Zufall ist, dass in „Tau“ ein Buchstabe fehlt, um daraus „trau“ machen, also Vertrauen entwickeln zu können?
Ich jedenfalls habe schon lange keine Lust mehr, Menschen auf meine Seite zu ziehen – die für mich wichtigsten, zu denen ich eine Verbindung spüren kann, sind auch da, ohne dass wir alle Überzeugungen teilen müssen.
Alle anderen dürfen gerne an mir vorüberziehen und ihres Weges gehen – auch wenn sie manchmal vielleicht denken, ich wollte sie davon abhalten, weil ich einfach gerne und auch oft darüber rede, was ich persönlich nicht machen würde.

P.s.: Ich persönlich würde meine Kinder nicht den möglichen Risiken des stundenlangen eingeschränkten Atmens durch eine Mund-Nasen-Maske, invasiver Eingriffe in ihre Nasenhöhle oder neuer, bisher nur in der Gentherapie angewandten Verfahren zur angeblichen Immunisierung gegen lebensgefährliche Viren aussetzen. Aber ich habe mich auch noch nie so verbunden mit Staatsregierungen gefühlt, dass ich mich freiwillig oder ohne Druck (bzw. Zug) Regeln unterworfen hätte, die in meinen Augen keinen Sinn ergeben. Wie ich als Mensch und Bürgerin mich dagegen wehren kann, dass Regierungen versuchen, Menschen auf ihre Seite zu ziehen, das lerne ich gerade zusammen mit immer mehr Menschen, die auch keine Lust mehr haben, an ihrem Glauben festzuhalten, dass sie dort auf der sicheren Seite wären.

 

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Dank für das Foto gebührt Anna Samoylova (auf Unsplash)!

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