Fleisch ist ein Stück Lebenskraft, Fisch muss mindestens ein Mal pro Woche auf den Teller und die Milch macht’s…

… zumindest für Menschen, die glauben, dass in Pflanzen keine verborgenen Superkräfte stecken könnten. Für alle anderen ist es eher abartig, sich von den Körperteilen oder Lebenssäften von lebenden oder toten Tieren ernähren zu müssen, wenn es keine pflanzlichen Alternativen gibt

Seitdem ich mit einem Mann zusammen lebe, der sich – nicht wie ich, die sich vor allem aus Tierliebe dazu entschlossen hat und um der Umwelt nicht unnötig viel Ressourcenverbrauch aufzulasten, Kalorien also effizienter zu nutzen – aus gesundheitlichen Gründen rein pflanzlich ernährt, habe ich meine eigene Argumentationsweise für eine gesunde Kost auf Basis des Pflanzenreichs mehrfach überdacht.
Ich weiß, dass es Gegenden auf dieser Erde gibt, in denen Menschen darauf angewiesen sind Fisch und Fleisch oder Eier und Milchprodukte auf ihrem Speiseplan stehen zu haben – weil sie an Orten leben, an denen Menschen wie ich nicht leben wollen würden: z.B. im ewigen Eis, in monatelanger Dunkelheit oder auf kargen Steppen. Dass auch viele der Menschen, die dort zur Welt gekommen sind, dort gar nicht besonders lange gesund und glücklich leben, zeigt sich an ihrer geringeren Lebenserwartung und häufig einer im Vergleich zu anderen menschlichen Lebensräumen erhöhten Selbstmordrate, auch schon in jungen Jahren.
Menschen, die Lebensräume besiedelt haben, die für Menschen zum Leben wenig geeignet sind, und die dort weiterhin mit ihren Familien leben wollen, müssen das – solange sie keine Alternativen kennen und bereit sind, ihre angestammte Heimat zu verlassen – in Kauf nehmen. Es ist nichts Besonderes, dass Menschen, die (noch) nichts oder wenig über ein gesundes und glückliches Leben wissen, ihre Gesundheit gegen andere Güter, zum Teil sogar sogenannte „Gesundheitswaren“ oder „Heilmittel“ und Geld eintauschen und erst viel später in ihrem Leben feststellen, dass sie sie gar nicht zurückkaufen können, sondern nur gegen ihr ungesundes Leben, das auf den Konsum tierischer „Produkte“ angewiesen ist, zurücktauschen können, das also – zusammen mit allen liebgewonnenen Gewohnheiten – verändern und zu einem gesunden, mit vielfältigen pflanzlichen Nahrungsgrundlagen, machen müss(t)en.

Laut Definition der WHO handelt es sich bei Gesundheit ja um ein „körperliches, seelisches und soziales Wohlbefinden“, wobei dort nicht unterschieden wird, ob dieses Wohlbefinden immer nur kurzzeitig auftreten oder auch über längere Zeit erhalten werden muss.
Wenn mir übergewichtige Menschen, die darüber klagen, nicht abzunehmen, gleichzeitig davon berichten, dass ihr Körper ihnen sage, dass sie Fleisch oder andere tierische Produkte (oder auch andere ungesunde, einzelne, bestimmte Nahrungsmittel) bräuchten, damit sie sich wohl fühlen, frage ich mich, wann der Zeitpunkt erreicht ist, an dem sie erkennen, dass sie sich dieses Wohlgefühl gegen das Unwohlsein auf ihrer Waage oder vor dem Spiegel eintauschen.
Früher oder später wird sie nicht mehr jedes ungesunde, einseitige Werbeversprechen ködern, weil Menschen wenigstens sprichwörtlich früher oder später alle ins Gras beißen werden.

Schlaue Menschen fangen früh genug damit an, sich wieder an unsere natürlichen – regionalen und saisonalen – pflanzlichen Nahrungsmittel zu gewöhnen, die ein kranker, schlecht ausgelasteter – überstrapazierter oder unterforderter – Darm oft nicht gleich vollständig verdauen kann, und werden sich vielleicht wundern, wie viel Lebenskraft sie dadurch langfristig – wenn die Anfangshürden genommen sind – zurückgewinnen.
Was für uns Menschen wirklich gut, gesund und reif, ist, erkennen wir mit unseren Sinnen – mit unseren Händen, die den Reifezustand ertasten können; mit unserer Nase, manchmal an (Klopf-)Geräuschen, spätestens auf unserer Zunge, am Geschmack, nicht an einer Packungsbeilage oder kleingedruckten Verpackungsaufschrift. Und dass wir uns nicht von künstlich hergestellten Aromen oder anderen Tricks von LebensmittelherstellerInnen und ihren Marketingabteilungen oder „ErnährungsberaterInnen“ ins Bockshorn jagen lassen, dafür sind wir auch alle selbst verantwortlich.

Für mich ist es auch ohne zusätzliche Erklärungen völlig logisch, dass es aus biologischer, ökologischer Sicht gesünder und nachhaltiger ist,

  • sich von Pflanzen zu ernähren, denen zum eigenen Überleben Sonnenlicht, Sauerstoff und Kohlendioxid, Wasser und bereits vorhandene Nährstoffe im Boden genügen;-
  • also vor allem auf lebende, schnell wachsende und sich vermehrende, fast überall über lange Zeit des Jahres verfügbare (Wild-)Salate und (Un-)Kräuter – wie Löwenzahn oder Brennnessel – zurückzugreifen, die problemlos auch roh verzehrt werden können; und zusätzlich
  • von saisonal verfügbaren Kohlenhydrat-, Fett- und Proteinlieferanten,

als von Tieren, die

  • innerhalb eines Jahres gar keine oder nur wenige Nachkommen haben;
  • selbst pflanzliche (oder sogar tierische) Nahrung und zusätzlich Wasser brauchen, um zu wachsen und sich fortzupflanzen;
  • erst unter Energieaufwand eingefangen werden und vielleicht sogar getötet werden müssen, damit man ihre Produkte „ernten“ kann; oder
  • in Käfigen und Ställen gehalten werden, die gereinigt oder immer wieder erneuert werden müssen, weil sie nicht wie die freie Natur Selbstreinigungsmechanismen haben bzw. weil natürliche Reinigungskräfte unter Gefängnis-, also Stressbedingungen nicht wirkungsvoll arbeiten können.

Wenn Du unter üppigen Pflanzenwachstumsbedingungen so harte körperliche Arbeit leistest, dass Du dafür Tieren ihre Lebenskraft nehmen willst, um Deine damit zu füttern, dann erledige das doch bitte möglichst alleine oder hilf‘ dem Schlachter vor Ort, damit der nicht nur für Dich seine Lebenskraft opfert.
Und ansonsten wundere Dich einfach nicht darüber, dass Du Dich trotz (D)eines vermeintlich gesunden Lebens oft so schwach fühlst oder krank bist.

 

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Dank für das Foto gebührt Tolga Ahmetler (auf Unsplash)!

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