Unsere Welt der richtungsweisenden Fehlanreize

Wenn Menschen für oder um etwas (oder andere) werben und leben, das (oder die) ihnen selbst schaden

Wenn Du die Natur schützen und nachhaltig leben möchtest, macht es keinen Sinn, ständig neue Dinge zu kaufen, für die Ressourcen verbraucht werden, und alte wegzuwerfen, ohne dafür zu sorgen, dass sie sinnvoll wiederverwendet oder wieder aufgewertet werden.

Wenn Du Dich gesund ernähren möchtest – möglichst so, dass Dein Körper Deine Nahrung gut verwerten kann, möglichst wenig davon unnötig ansetzt oder zu viel dessen, was Du brauchst, wieder ausscheidest -, ist es unsinnig, Dich nicht zuerst mit Dir selbst, Deinem Nährstoff- oder Vitaminbedarf und den verfügbaren Quellen dafür auseinanderzusetzen, bevor Du auf die Suche nach gesunden Lebensmitteln für Dich gehst.
Wenn Du selbst lange gesund bleiben möchtest, macht es wenig Sinn, Dich auf Menschen zu verlassen, die Medikamente verkaufen oder Heilmittelversprechungen machen und damit ihr Geld verdienen, dass Du (immer wieder) krank wirst oder möglichst lange ihr/e „PatientIn“ bleibst.

Wenn Du Deine Freiheit behalten oder haben möchtest, macht es wenig Sinn, Dir eine/n PartnerIn zu suchen, der oder die eine Familie gründen will.

Wenn Du selbst möglichst lange arbeitsfähig und körperlich oder geistig fit bleiben möchtest, macht es wenig Sinn, Dir einen Job zu suchen, der Dich körperlich, geisitg oder seelisch so sehr belastet, dass Du möglichst früh in Rente gehen „darfst„, oder einen, den Du liebst, von dem Dich aber andere vertreiben und in Rente schicken „müssen“.

Wenn Du selbst glücklich sein möchtest, solltest Du Dich nicht auf Menschen bauen und sie um Dich sammeln, die Du damit glücklich machst, dass Du selbst auch unglücklich bist – so dass Ihr solidarisch unglücklich sein könnt – oder dass Du ihnen etwas abkaufst, was gegen Dein Unglück helfen soll (so dass sie davon profitieren).

Wenn Du Dich nicht mehr lebendig und zivilisationskrank fühlst, aber weiterhin leben willst, ist es in meinen Augen nicht zielführend, Dich weiter vom echten Leben in der Natur abzukoppeln und Dein Heil im (bio-)technologischen und -medizinischen Fortschritt, in der Weiterentwicklung dessen zu suchen, was Dich genau dorthin gebracht hat, wo Du heute bist, wo wir alle heute sind.

Aus Angst vor den Naturgewalten und dem Tod haben die Menschen vermutlich die Natur irgendwann einmal verlassen, um sich vor ihrer Unvorhersagbarkeit zu schützen und in „sicherere“ Gegenden, auf sicheres Terrain, zu flüchten.
Ich glaube, viele haben längst eingesehen, dass wir nicht vor unserer Natur, vor uns selbst, flüchten können; dass wir uns nicht mit Heilmitteln gesund machen können, nachdem wir uns selbst krank gemacht haben; dass wir nicht mit Dingen oder Geld glücklich werden können, weil wir zum Leben andere Menschen und Lebewesen brauchen, die uns immer wieder daran erinnern, was Leben bedeutet: Vertrauen in das Leben, uns und unsere Natur, in andere, in unsere Daseinsberechtigung und Versorgung haben müssen, weil sie wir darüber nie die Kontrolle haben werden, so sehr wir uns auch anstrengen, das im Leben zu vermeiden, womit wir uns lieber nicht konfrontieren möchten: Schmerzen, Trauer, Gewalt, Tod.
Alles wird uns früher oder später wieder einholen, davon bin ich überzeugt, deshalb versuche ich nicht mehr, mich vor dem zu verstecken oder dem zu entkommen, wovor ich Angst habe – denn Angst habe ich nie für eine gute BeraterIn gehalten; aber trotzdem lange nicht bemerkt, welche Ängste ich unbewusst komplett verdrängt habe.

Ich hoffe, mein Vertrauen in die Natur wird nicht eines Tages doch noch enttäuscht; mein Vertrauen in die Lebensfreude, die uns keine (Bio-)Technologie ersetzen kann, damit, dass sie den Anschein von Leben erwecken oder nachwachsende Organe produzieren kann. Aber gleichzeitig beruhigt mich, dass ich – sobald ich sie mal nicht mehr habe – auch nicht mehr am Leben sein werde, auch wenn es für andere vielleicht noch so aussieht.
Wer mich kennt, weiß, dass für mich Lebensfreude nicht bedeutet, nie heulen oder laut schreien zu wollen; denn das will ich in unserer heutigen Welt täglich. aber es macht mir Mut, dass ich immer mehr Menschen treffe, die auch nicht mehr alles hinnehmen und schlucken oder sich sogar „freiwillig“ in den Körper spritzen lassen, wofür andere werben oder leben. Ich denke, wir sind zusammen und hier vor Ort, auf einem guten Weg in eine neue Richtung, die uns selbst nicht schaden kann, auch wenn es gerade oft noch nicht so aussieht.

P.s.: Ob wir die „richtige Richtung“ gewählt haben, ob wir uns auf die eigene Intuition, bestimmte Anhaltspunkte und Wegweiser verlassen können, wissen wir leider immer erst hinterher. Allerdings verspreche ich mir persönlich nichts davon, anderen auch noch zu folgen, wenn sie mir versprechen, der Abgrund, auf den sie ganz offensichtlich zusteuern, wäre lange nicht so tief, wie er mir vielleicht erscheinen mag. Eine Zukunft unterhalb des Bodens, auf dem meine Füße gerade stehen, ist für mich kein verlockender Anreiz zum Weitergehen.

P.p.s.: Auch wenn Du in einer Sackgasse gelandet bist und das Gefühl hast, Du wirst verfolgt, müsstest also irgendwie weiterkommen, dann schau‘ Dich trotzdem wenigstens kurz um, ob nicht noch andere da sind, die Dir zur Seite stehen könnten, mit denen zusammen Du Dich stark genug fühlst, um gemeinsam mit ihnen entspannt den Rückzug anzutreten und eine neue Richtung einzuschlagen. Sei nicht enttäuscht, wenn Dir nicht alle, die Du auch davon überzeugen möchtest, Glauben schenken werden; manche Menschen brauchen nur länger, bis sie genug Mut haben, sich selbst davon zu überzeugen, andere rennen sich lieber alleine ihre Köpfe ein als zuzugeben, dass ihr gewählter Weg an einem „dead end“ angekommen ist.

 

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Dank für das Foto gebührt Jon Tyson (auf Unsplash)!