Die Grenzen menschlichen (Größen-)Wachstums

Wie wir alle den nächsten Zusammenbruch vermeiden könnten

Die menschliche Fantasie und menschlicher Weiterentwicklungsdrang kennt keine Grenzen.
Aber beiden werden von der Natur Grenzen gesetzt – auch wenn Menschen sich ungern in ihre Grenzen weisen lassen: Menschen neigen dazu, Zeichen, die darauf hin deuten, dass sie dabei sind, eine oder meist gleich mehrere sinnvolle, natürliche Limits zu überschreiten, so lange zu ignorieren, bis sie entweder

  • von anderen Menschen oder ihrem Gewissen darauf aufmerksam gemacht werden, dass sie zu weit gegangen sind, also
  • auf innerliche oder äußerliche Widerstände stoßen, wenn sie noch weiter gehen wollen;
  • ganz plötzlich und unerwartet auf die Nase fallen oder
  • einen anderen Unfall haben,
  • ihre Gesundheit streikt oder
  • ihr bisheriges Leben zerstört ist, das sie unbedingt so weiterführen woll(t)en.

Viele Menschen sind heute Opfer ihres eigenen Größen- oder Fortschritts- und Entwicklungswahns, der im Grunde auf einer Angst vor dem Leben und der Natur beruht; auf fehlendem Vertrauen in die Sinnhaftigkeit des Daseins von Menschen – sich selbst oder anderen – oder anderen Lebewesen: Tieren, Pflanzen, Pilzen, Bakterien, Viren, also Makrro- oder Mikroorganismen; auf einer grenzenlosenFreiheitsliebe“ bzw. Kontrollsucht ihrer Grenzen und Wünsche, die sie verfolgen bzw. immer weiter ausloten (denn frei können sich Menschen nur fühlen, wenn sie sich auch grenzenlos glücklich fühlen, also wunschlos glücklich sind). All das beginnt schon im ganz Kleinen, z.B. darin:

  • das eigene Leben oder das der Liebsten möglichst abzusichern,
  • es besser haben zu wollen als andere,
  • mehr Wohlstand oder Wohnraum, mehr Einfluss, mehr Kinder und Familienangehörige, FreundInnen, Land, Tiere, Pflanzen, mehr Wissen, mehr Kraft, mehr Dinge zu besitzen;
  • sich selbst mehr zu erlauben als anderen und
  • anderen das zu verbieten, womit man selbst nicht konfrontiert werden möchte;
  • immer höhere und weiter entfernte, geographische oder andere Ziele anzustreben, auch wenn dabei mehr Platz, natürliche Ressourcen oder Kalorien, also Wärme- oder Energiequellen verbraucht werden und mehr Müll produziert wird als gesund für unsere Natur und Mitwelt ist, weil sie sie nicht schnell genug nachliefern bzw. ihn abbauen kann.

Es gibt kein unendliches Wachstum, dem wir gar nicht genug Zeit und Raum geben können – das ist ein Naturgesetz.
Das kann jedes Kind verstehen: auf begrenztem Raum wird es irgendwann zu eng; und die wenigsten Pflanzenteile reifen selbstständig nach, wenn man sie zu früh erntet, sondern neigen dazu, zu verfaulen, bevor wir sie genießen konnten.

Wir können es also zulassen, weiterhin untätig dabei zusehen, dass andere Menschen, insbesondere UnternehmerInnen, PolitikerInnen, JuristInnen, ÄrztInnen, WissenschaftlerInnen, JournalistInnen, …, die ihre eigenen Grenzen nicht zu kennen scheinen, also unsere übertreten, indem sie

  • bürgerliche Grund- und Menschenrechte missachten,
  • über unsere Köpfe hinweg (politische) Notbremsen ziehen,
  • Propaganda für ihre grenzen- und alternativlosen Ziele betreiben, also
  • andere Menschen nicht mehr zu Wort kommen lassen und deren
  • abweichende Meinungen zensieren, und damit
  • ein auf friedlichem Miteinander und der Freiheit aller Menschen beruhendes, gesellschaftliches Leben zerstören und
  • entweder gleich alle Menschen zu Kranken bzw. zur potentiellen Lebensgefahr für andere erklären oder
  • Menschen als SpinnerInnen diskriminieren, die sich noch wagen, sich selbst als gesund und friedliebend zu bezeichnen;
  • mit gesundheitsschädlichen medizinischen Test- und Hygienemaßnahmen oder insbesondere finanziellen Anreizen und einseitigen Berichterstattungen dafür sorgen, dass es auch mehr Kranke und Tote oder Gewalt zwischen Menschen gibt;
  • KleinunternehmerInnen und MittelständlerInnen oder Soloselbstständige in den Ruin treiben;
  • also Angst verbreiten, die ihnen dazu dient, ihre Macht und ihren (Einfluss-)Reichtum so zu stärken, dass möglichst niemand ihren Weiterentwicklungswahn (der keine Grenzen kennt), ihren Ehrgeiz, ihre Fantasien, ihre Ideen bzw. Ideologien in die Grenzen weisen bzw. ihre Karriere beenden kann – indem sie einen Rettungsweg anbieten, der eine Einbahnstraße ist: weg von der Natur und dem Leben hin in eine leblose – auf rein ökonomischen statt ökologischen, biologischen, Grundlagen beruhende – (Bio-)Technologie- und -Medizindiktatur, die im Grunde der Tod, das Aussterben des bisherigen Homo sapiens ist.

Wir können abwarten, bis die Natur es richten wird – denn die hat ihre ganz eigenen Sicherheitsvorkehrungen, damit es keine ihrer Spezies weiter treiben kann, als ihre Gesetze es zulassen: Menschen, Tiere, Häuser und Autos können nicht unendlich größer und dicker oder kräftiger und mehr werden, auch wenn StatikerInnen oder (Bevölkerungs-)StatistikerInnen das behaupten; menschliche Köpfe und Gehirne also auch nicht
Schon die Dinosaurier, die sich vor langer Zeit wie die Größten fühlen konnten, deren Gerhirn aber vermutlich nicht zu Einsicht in der Lage war, wurden von Naturgewalten in ihre Grenzen gewiesen, so dass die kleinsten Säugetiere, deren Weiterentwicklung sie behindert hatten, indem sie ihnen keinen Raum dafür gaben, irgendwann auch ihre Chance bekamen, größer und intelligenter zu werden.

Aber wir könn(t)en auch selbst, ganz von alleine, einsehen, dass wir in vielerlei Hinsicht schon viel zu weit gegangen sind und dass wir, wenn es uns darum geht, als Menschheit auf diesem Planeten weiterzuleben bzw. auch Nachkommenden die Chance zu geben, schleunigst anfangen könn(t)en, nicht nur uns selbst, sondern uns auch gegenseitig in unsere menschlichen Grenzen zu weisen – denn es gibt viele Menschen, die erkennen sie schlecht: weil sie ihnen noch nie jemand aufgezeigt hat; weil sie sie bisher immer wieder übertreten konnten, ohne die Verantwortung dafür übernehmen zu müssen.
Wir könn(t)en anfangen, allen anderen Lebewesen wieder mehr Raum zu geben und Zeit zu widmen; ihre „Mutationen“, also ständige Veränderung oder Abweichungen von dem, was wir gerne als „Normalität“ hätte, ihre und Eigen- und Besonderheiten, die für Evolution erforderlich sind, zuzulassen, also unseren Horizont zu erweitern – denn der ist wirklich unendlich und wird uns vermutlich auch nie Grenzen setzen, wenn sich das Universum wirklich weiter ausbreitet.
Wenn wir wollten …

 

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Dank für das Foto gebührt The New York Public Library (auf Unsplash)!

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