Die moderne Verlockung, asozial zu sein, also andere Menschen zu diskriminieren, und sich dabei gut und frei zu fühlen

Wenn es im Leben in erster Linie um Unabhängigkeit, Erfolg und Geld geht

Ich vermute, die meisten Menschen denken auch heute – in unserer modernen Welt – noch, wir würden durch unser Miteinander, die Interaktion mit anderen, durch unsere Erziehung lernen (können), „gute Menschen“, im Sinne von sozialen Wesen, zu sein.
Allerdings werden bereits im Kleinkindalter vor allem die belohnt, die sich vorbildlich – „am Ordentlichsten“ – verhalten, die etwas „am Besten“ können, die sich am Freundlichsten verhalten – sobald jemand in „höherer Position“ (der oder die bewerten, also Urteile fällen und über ihre Zukunft entscheiden darf) anwesend ist; also unter anderem die, die am schnellsten dabei sind, von ihrem Normalverhalten auf Schauspielerei umzustellen, die dann belohnt wird.

Nicht nur, wer studiert hat, wird wissen, dass es auch im Berufsleben nicht anders läuft: Die Erfolgreichsten sind fast immer die, die es verstehen,

  • zu sagen, was insbesondere ihre Vorgesetzten von ihnen hören wollen, nicht das, was sie selbst denken;
  • das, was sie selbst tun oder wollen, auch allen anderen als erstrebenswert, schön und gut, „in“, vorzumachen oder vorzugeben;
  • es so aussehen zu lassen, als würden sie alles tun, was von ihnen im Sinne der Gemeinschaft verlangt wird, auch wenn das nur ihrem persönlichen Vorteil, ihrem Werdegang, ihrer Karriere nützt;
  • – wenn schon nicht vor ihren Untergebenen und Angestellten – vor allem vor ihren Vorgesetzten (und zusätzlich möglichst vielen Menschen, die auf ihre Schauspielerei, ihr Image, hereinfallen) im besten Licht dazustehen; am besten ganz alleine, frei und unabhängig, oder höchstens noch mit dem oder der liebenden PartnerIn oder Familie an der Seite, auch wenn es sich dabei bereits um die dritte/n oder vierte/n handelt;
  • auch mal hart durchzugreifen (auch wenn leicht zu erkennen ist, dass sie entweder gar nicht hart durchgreifen können oder gar keinen Sinn darin sehen, auch bei sich selbst den Gürtel enger zu schnallen (ihren fetten Wohlstandbauch einzuziehen oder im Sinne steigender Kosten für alle, die in ein Gesundheits- und Sozialsystem Geld einzahlen, abzutrainieren), also vieles, das sie selbst tun, nicht so eng wie bei anderen sehen;
  • andere Menschen am besten zu täuschen, also so zu tun, als würden sie selbst das umsetzen, was wir alle zusammen im Sinne unserer menschlichen Gemeinschaft, unseres sozialen Miteinanders, tun müssten – während sie selbst es gar nicht schaffen, also mit sich selbst viel nachsichtiger sind als mit anderen und nur andere bestrafen, deren Köpfe rollen lassen, wenn etwas nicht erreicht wurde, das sie als „solidarisch“ propagiert haben.

Zu erkennen sind sie relativ leicht, denn sie werden rot und wütend (oder verstummen oder verschwinden auf einmal), wenn man sie beim Lügen erwischt.
Die wenigsten sind – vor allem, wenn sie wissen, welche Konsequenzen ihre Lügen für andere Menschen haben, welchen Schaden sie damit anrichten – so gut, so täuschend echt oder ehrlich und handeln so skrupel- und gewissenlos, dass sie ruhig und besonnen bleiben können, wenn man sie bei etwas erwischt, das sie bei anderen als verwerflich anprangern: z.B. Lügen und Täuschung, z.B. ganz persönliche Interessen und „persönliche Gründe“ und Gewinne auf Kosten anderer in ihrer Gemein- oder Gesellschaft.
Menschen, die denken, dass sie sich selbst gegen andere verteidigen „müss(t)en“, sich also durch Fragen anderer angegriffen fühlen, könnten – wenn sie sich selbst, ihre Psyche und die aus ihrer eigenen Vergangenheit stammenden Ursachen ihrer Emotionen, kennen würden – wissen, dass die Mehrzahl der, vielleicht alle anderen Menschen sie gar nicht angreifen, sondern nur ihr Handeln verstehen oder etwas von ihnen wissen wollen (was sie nicht sagen wollen): verstehen wollen, wie sie so asozial (und dabei häufig einsam und krank) werden konnten und dabei auch noch behaupten können, dass

  • sie sich gut fühlen, bzw.
  • dass alles gar  nicht so schlimm sei, wie es aussehen würde und – für alle, die unabhängig von anderen sein, aber innerhalb einer Solidargemeinschaft leben wollen, und dass
  • alles bald (wieder) gut sein wird, entweder ganz automatisch, ohne dass irgendjemand etwas dazu beitragen oder es verhindern könn(t)e oder nur, wenn alle gemeinsam, solidarisch, tun würden, was ein paar AnführerInnen oder nur deren führende Köpfe vorgeben.

Ich hoffe, du bist oder tust nicht so naiv, weil Du Dich aktuell so gut, solidarisch und frei fühlst oder unter den aktuellen Bedinungen fühlen willst, sondern fängst an, Dir einzugestehen, dass niemand so weiterleben kann wie bisher, wenn wir auch in Zukunft noch gesund, glücklich und auf freiwilliger (Vertrauens-)Basis miteinander leben, also auch Kindern die Möglichkeit bieten wollen, gesund und glücklich aufzuwachsen, sich unabhängig von den Erwartungen oder Ängsten anderer zu machen.

P.s.: Coronakrise bzw. -politik sei Dank stellen immer mehr Menschen fest, in welchen Asozial- und Unrechtsstaaten sie – nicht nur hier in Deutschland und nicht erst seit Entstehung der BRD – leben, die noch nie dazu da waren, den Menschen zu dienen, sondern immer nur denen, die ihre Vorbilder sein und sie anführen woll(t)en (weil sie sich selbst für intelligenter, fleißiger, erfahrener – auf irgendeine Art besser, vor allem schlauer oder vernünftiger – als andere gehalten haben oder immer noch dafür halten).

P.p.s.: Du entscheidest immer selbst, ob Dir Dein Erfolg, Deine Freiheiten, Dein Ansehen und Dein Eigentum wichtiger sind als die Gemeinschaft mit anderen Menschen und deren gemeinschaftliche Fortschritte, Unabhängigkeit, Interessen und Besitztümer. Dazu musst Du aber wissen, dass es sich ausschließt, dass alle Menschen (erfolg-)reich, unabhängig und frei sein können, solange es andere gibt, die so schlecht sozialisiert sind, also so in ihrer sozialen Entwicklung gestört wurden, dass sie glauben, dazu bräuchte es Menschen, die anderen erst sagen, wie sie das werden könn(t)en, bzw. ihnen erst die Erlaubnis dazu erteilen müss(t)en.

P.p.s.: Du kannst immer selbst entscheiden, welchen Menschen Du Dich anschließt, um eine eigene Solidargemeinschaft zu erschaffen, Du musst dazu keine eigene Familie gründen, in der Du Dich sicher – indem Du einen Schutzwall gegenüber andersdenkenden Mitmenschen erbaust – fühlen kannst – bis Du vielleicht bei Deinen Kindern oder Familienangehörigen dieselben Fehler machst wie viele andere: die Solidarität zu anderen über oder unter die Solidarität zum eigenen „Fleisch und Blut“ stellen; Du kannst immer wieder auch andere, neue Netzwerke mit Menschen gründen oder mithelfen, die bereits bestehenden wachsen zu lassen, statt die vorgefertigten zu nutzen, von denen nur ein paar wenige, die sich als elitär betrachten, profitieren, mit denen sie also erfolgreich ihr Geld verdienen oder ihren persönlichen Reichtum sichern (z.B. auch heutige PolitikerInnen innerhalb unseres „Sozialstaates“, von dem zwar jedes Kind mit seiner/ihrer Geburtsurkunde abhängig gemacht wird, aber nicht selbst sein/ihr zukünftiges Gehalt bestimmen kann, sondern es sich erst mit der eigenen Arbeit verdienen muss – statt wie diese oder ihre „BeraterInnen“ und die größten Arbeit- und GeldgeberInnen, die im Grunde ja nur das Geld aller Menschen, unseren Lohn für unsere Arbeit, verwalten, das uns Zustehende zu unserem Nachteil und ihrem Vorteil, oder zu Lasten zukünftiger Generationen, immer wieder neu und „gewinnversprechend“ investieren – obwohl sie längst wissen, dass sie Pleite sind.

 

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Dank für das Foto gebührt allen Menschen, die ihr Herz am rechten Fleck haben (darüber singen oder sprechen und auch selbst danach handeln) und noch wissen, wie man „echte Asoziale“ erkennen kann: an ihren Taten, die anderen Menschen tatsächlich – körperlich, seelisch, gesundheitlich oder wirtschaftlich – schaden und nicht nur Dingen, die diese für sich, als ihren – auch unrechtmäßig, auf Kosten anderer, d.h. durch die Arbeit anderer, erworbenen – Besitz beanspruchen (obwohl er in einer echten Solidargemeinschaft allen zur Verfügung stehen sollte bzw. alle darüber mitentscheiden sollten, ob er so, wie er ist, überhaupt allen anderen auch gefällt oder dient).

 

 

 

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