Das Ende des (Spaß-)Zeitalters der (bio-)technologischen und medizinischen sowie medialen und politischen Verharmlosungen?

Oder bist Du weiterhin so gutgläubig oder dumm, mögliche Risiken und erwiesene Nebenwirkungen dessen, was Du tust, liest, hörst oder sogar einnimmst bzw. Dir einimpfen lässt, zu ignorieren?

Schon als Kind habe ich mich darüber gewundert, dass die Liste der möglichen, also im Versuch beobachteten oder nach Freigabe und Anwendung gemeldeten, Nebenwirkungen von Medikamenten von den Menschen, die selbst Medikamente nahmen oder mir verschrieben oder gegeben haben, größtenteils ignoriert, im Grunde verharmlost wurde. Das einzige, worauf Wert gelegt und ich als Frau bei einigen Mitteln hingewiesen wurde, war, dass ich nicht schwanger sein oder werden solle, um kein ungeborenes Leben möglichen Risiken auszusetzen und womöglich dessen Entwicklung zu schädigen.
Bis vor einigen Jahren galten Kinder und Ungeborene noch als besonders schützenswert … In einer Welt der Überpopulation werden offensichtlich auch Entwicklungsstörungen oder Todesfälle bei ihnen in Kauf genommen und in meinen Augen verharmlost.

Heute wundert mich persönlich so gut wie gar nichts mehr, weil ich

  • einerseits weiß, also viel darüber gelesen und mir viel dazu angehört und angeschaut habe, mit welchen Mitteln und (psychologischen) Tricks Menschen arbeiten, die ihre Produkte, ihre neuesten Entwicklungen an den Markt bringen wollen, und
  • andererseits lange genug Erfahrungen mit Menschen gesammelt habe habe, sie also gut genug kenne, um zu wissen, wie leicht wir uns alle dazu verlocken lassen, anderen Menschen, die uns vertrauenswürdig erscheinen, etwas abzukaufen – etwas, das sie nur sagen oder behaupten, um ihre Meinung kundgetan zu haben, oder etwas, für das sie eine Gegenleistung oder Geld verlangen.

Mich wundert es nicht mehr, dass Menschen sich für krank oder gesund halten, nur weil es ihnen ein Arzt oder eine Ärztin gesagt hat – obwohl sie entweder gar keine Symptome haben oder täglich Medikamente einnehmen.
Mich wundert nicht, dass Menschen es als Freiheit empfinden, essen oder reisen gehen und sich all das leisten zu können, was sie wollen – obwohl sie einen, in meinen Augen zu hohen, Preis dafür bezahlen, dass sie sich von dem Geld (oder Einfluss), das (oder den) sie dazu brauchen, abhängig gemacht haben.
Heute wundert mich nicht mehr, dass Menschen immer noch an den unabwendbaren (bio-)technologischen Fortschritt und eine beständige medizinische und ökonomische Weiterentwicklung glauben.

Das haben Menschen – wie kleine Kinder, die erst ihre eigenen Erfahrungen machen wollen – schon immer geglaubt; bis sie immer wieder auf den harten Boden der Realität zurückgeholt wurden, weil es die Menschen, die etwas Risikoreiches jahre- oder jahrzehntelang verharmlost und vorangetrieben haben, einfach immer irgendwann übertrieben haben und ihre Lügen und Halbwahrheiten oder Vertuschungsaktionen, wenn sie versucht haben, zweigleisig zu fahren – sich selbst und gleichzeitig anderen die gleichen Vorteile aus ihrem Handeln oder Verhalten zu verschaffen – aufgeflogen sind.
Deshalb warte ich so geduldig wie Eltern, die bereits wissen, was kommen könnte, darauf, dass etwas passiert, lautes Geschrei ertönt, vermutlich auch jemand verletzt ist und weint, aber hinterher Ruhe einkehrt und hoffentlich nicht so bald wieder jemand auf eine neue blöde Idee oder sogar dieselbe nochmal kommt und nur geschickt versucht, sie als etwas anderes zu verpacken.
Ich weiß nur nicht, ob ich hinterher auch so tun kann, als hätte ich gar nichts gesagt, also keine Warnungen ausgesprochen.
Aber wenn man diejenigen liebt, die man – aus Angst vor Verletzungen oder davor, mit ihnen mitzuleiden – gewarnt hat; wenn man sich sicher ist, dass sie genug daraus gelernt haben, um zukünftig auch andere zu warnen, und nicht so gehässig oder feige, um andere nicht über die eigenen Fehler bei risikoreichen Versuchen aufzuklären und die ihre eigenen zum Scheitern verurteilen starten zu lassen, wird man sie wohl trotzdem hinterher, auch mit Blutungen oder Schmerzen, in den Arm nehmen – wenn sie nicht zu sehr dafür schämen und gar nicht getröstet werden wollen, sondern ehrlich zugeben und auch dafür entschuldigen können, dass sie nicht zuhören, also Risiken und Nebenwirkungen oder Folgen ignorieren wollten, um möglichst viel Spaß zu haben.

 

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Dank für das Foto gebührt Christopher Ott (auf Unsplash)!

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