Die biologische Vielfalt der ignorierten oder verharmlosten, alltäglichen Regeln und häuslichen (Gewalt-)Verbrechen

Ist es sinnvoll und gewissenhaft oder Bequemlichkeit, fehlende Fantasie und fehlender Mut, sich statt an das, was die eigenen Gefühle und das eigene Gewissen vorgeben oder die eigene Vernunft sagt, stur an Regeln und Gesetze zu halten, die andere vorgeben?

  • Beleidigung
  • Betrug, Täuschung oder Fälschung
  • Diskriminierung oder Verfolgung
  • Hetze oder Kriegstreiberei
  • Geheimniskrämerei oder Lügen
  • Verrat
  • Rechtsbeugung
  • (sexuelle) Belästigung, Nötigung oder Missbrauch
  • Geiselnahme
  • Bestechung oder Erpressung
  • Diebstahl oder Raub
  • Schmuggel und Handel mit oder Konsum von verbotenen Waren und Gütern oder Rausch- und Lebensmitteln
  • Körperverletzung oder Folter
  • Brandstiftung
  • Verwüstung
  • Herbeiführen von Explosionen oder Überschwemmungen

Bereits Kinderzimmer werden zu Tatorten von Verbrechen und nicht nur Ordnungswidrigkeiten setzen sich im Laufe des Erwachsenwerdens ungehindert fort, wenn ihnen nie Einhalt geboten wird oder sie niemals aufgeklärt oder erklärt werden (können/müssen/dürfen).
Nur wer versteht, warum sich etwas, das sich gut anfühlt, weil es Spaß macht und Glückshormone freisetzt, für andere, also auch eine Gemeinschaft schlecht sein, ihnen bzw. ihr schaden soll, lernt auch, sich anderen gegenüber angemessen zu verhalten.

Kleine Kinder sind im Grunde alle noch sehr darauf bedacht, sich anderen gegenüber vorsichtig und rücksichtsvoll zu verhalten und niemandem weh zu tun.
Wenn sie mit überängstlichen, übervorsichtigen Eltern oder Lehrern und anderen Vorgesetzten groß werden, die von vornherein verhindern wollen, dass sie sich selbst oder andere in ihrem Leben jemals verletzen, nehmen die ihnen die Chance zu erfahren, wie weit sie selbst gehen können oder wollen.
Wenn sie dagegen nie Konsequenzen dafür tragen müssen, dass sie Grenzen überschritten haben, z.B. mehr Trost oder sogar Ermutigung und Beifall als Schmerzen oder Gewissensbisse erfahren, also dafür belohnt statt bestraft werden, wird es schwer für sie, zukünftig mehr darauf zu achten, – biologisch sinnvolle und mit Unterstützung unseres Gewissens gesetzte Grenzen – rechtzeitig einzuhalten; zu lernen, sich selbst so zu kontrollieren, dass niemand dabei zu Schaden kommt, also ein Verbrechen – am eigenen Körper, Geist oder der eigenen Seele oder der anderer – stattfindet.

Wenn Menschen sich in ihrem Leben nur gut fühlen, wenn sie hin und wieder Verbrechermethoden anwenden,

  • um Zustimmung von anderen, eine Prämie, Trophäe oder einen anderen Vorteil zu bekommen, ein Ziel zu erreichen oder einen Pokal oder Vorsprung bei etwas anderem gewinnen;
  • um „Fairness“ walten zu lassen, weil sie vorher ungerecht behandelt wurden;
  • weil sich niemand dagegen wehrt, nicht weint oder laut aufschreit, sondern stattdessen zustimmen nickt oder sogar jubelt,

ist es absehbar und im Grunde unvermeidlich, dass sie, vor allem, wenn sie ihr Leben nicht eigenständig und selbstverantwortlich führen, es also von anderen und Gesetzen regeln lassen, auch potentielle VerbrecherInnen dazu auserwählen, mit Verbrechermethoden Regeln aufzustellen und Gesetze zu erlassen.
Wenn wir in einem Rechtsstaat nicht die Möglichkeit haben oder bekommen und lernen, auch ohne VerteidigerInnen oder RechtsanwältInnen und RichterInnen für unsere BürgerInnen- und Menschenrechte einzustehen; wenn Menschen in einem Sozialstaat selbst gar nicht sozial sein, sondern nur Geld einzahlen müssen; in einem Gesundheitssystem gar nicht selbst dafür sorgen müssen, gesund zu bleiben; Geld in Versicherungssystemen oder einem Finanzsystem anlegen müssen, damit wir uns abgesichert fühlen, ist es nicht überraschend, dass wir irgendwann die Kontrolle über uns und die Menschen verlieren, denen wir erlauben, Regeln und Gesetze über unsere Köpfe hinweg zu machen.
Es soll uns angeblich Lebenszeit und -energie sparen, unser Leben leichter und sicherer machen wenn unser Zusammenleben geregelt und kontrolliert ablaufen kann  und wir nicht immer wieder neu überlegen, miteinander reden oder diskutieren und uns gegenseitig erklären und verhandeln müssen, warum etwas, was wir tun wollen oder getan haben, rechtens war, auch wenn es nicht an allen Orten und zu allen Zeitpunkten, also nicht unter allen Umständen, auch Sinn ergibt…

Ich frage mich, wie viel mehr „Sicherheit“ vor Verbrechen – also gesetzliche Regelungen, Kontrolle und Überwachung – die Menschen noch brauchen, bis sie genug davon haben, von Menschen regiert zu werden, die damit gegen unsere ureigensten Menschenrechte verstoßen, in unsere Privatsphäre eingreifen, während sie selbst hinter verschlossenen Türen und im Geheimen agieren dürfen; die längst die Kontrolle über sich selbst und das, was sie anderen Menschen antun, verloren haben. Solange die sich immer wieder aus ihrer Verantwortung ziehen, stillschweigend und ohne Konsequenzen abtreten oder abgewählt werden können, nur um Platz für die nächsten zu machen, die sich zutrauen, die Kontrolle über sich und ihr Gewissen zu haben und auch behalten zu können, wenn es sowohl Druck von oben und unten aushalten muss, wird niemand lernen, wie wir verhindern können, dass immer wieder – vor allem politische – Verbrechen begangen werden: wo Grenzen des Zumutbaren überschritten werden, wo man ihnen hätte Einhalt gebieten und die TäterInnen oder Verantwortlichen die Konsequenzen dafür hätte selbst tragen, also z.B. gestohlenes Geld aus eigener Tasche zurückzahlen, lassen müssen.

Immer wenn Menschen in neue Situationen, also auch an neue Grenzen kommen, für die es außer unserem Gewissen und persönlichen Vorerfahrungen noch gar keine Regeln gibt, so dass sie wüssten, wie sie sich verhalten sollen, müssen sie eben immer erst einen Denkzettel verpasst bekommen … dadurch dass Menschen dabei beleidigt, betrogen oder bestohlen, diskriminiert oder verfolgt, aufgehetzt und belogen oder verraten, belästigt, genötigt oder missbraucht, vielleicht in Geiselhaft genommen, bestochen oder erpresst, bestohlen oder beraubt, geschmuggelt oder mit Schmuggelwaren versorgt, verletzt, gefoltert oder anders geschädigt oder sogar getötet werden.
Ich persönlich finde das alles ganz leicht verständlich und in Zukunft relativ einfach zu vermeiden; aber ich als Frei- oder Querdenkerin gelte heutzutage ja – zumindest, wenn man glaubt, dass PolitikerInnen und öffentliche Medien nicht lügen – selbst als Verbrecherin.

P.s..: Feste Regeln und Gesetze (zur Fehler- oder Verbrechensvermeidung) brauchen in meinen Augen nur Menschen, die – im Gegensatz zu LebenskünstlerInnen, die intuitiv leben und arbeiten und sich dafür auch mit wenig(er) zufrieden gaben als andere – PerfektionistInnen sind und/oder nicht genug Selbstvertrauen haben, auch ohne strenge Vorgaben – auch selbst auferlegte – alles richtig machen zu können; oder es sind Menschen, die Angst vor anderen Menschen, also Angst, selbst nicht gut oder stark genug zu sein, um vor anderen bestehen zu können, und kein Vertrauen haben, dass auch andere Menschen alles richtig machen könn(t)en (so dass sie selbst zufrieden damit sind und sich gut fühlen), ganz ohne dass sie kontrolliert werden, sich also an feste Regeln und Gesetze halten (müssen). Im Grunde sind beide Menschentypen allerdings ein und derselbe, und es gibt viel zu viele davon, die dabei sind, anderen Menschen ihre Freiheit, Fantasie und Wünsche rauben zu wollen.
(Wut über sich selbst, die auf andere projiziert wird, also Verzweiflung darüber, dass man sich von anderen nicht verstanden, ausgegrenzt, fühlt, ist für mich eine der häufigsten Verbrechensursachen: Wut darüber, dass andere nicht denselben, vorgegebenen Regeln – inneren Glaubenssätzen oder festgeschriebenen Gesetzen (auch wenn die völlig unsinnig sind) folgen möchten wie man selbst.)

P.p.s.: Wer übrigens Tiere mit Krallen oder scharfen Zähnen nicht zu potentiellen TäterInnen, GewaltverbrecherInnen, großziehen möchte, denen andere Menschen Körperverletzung vorwerfen könn(t)en, sollte von Anfang an darauf achten, lieber lauter als zu leise auf im Spiel oder Eifer sonstiger Gefechte zugefügte Schmerzen zu reagieren. – Tiere sind mindestens genauso gut darin, auch die schärfsten Krallen einziehen zu können oder die schärfsten Zähne extremst vorsichtig zu benutzen, und genauso schlecht darin wie Menschen, die keinen Anlass sehen, es zu tun.

 

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Dank für das Foto gebührt Blake Wheeler (auf Unsplash)!