Bist und handelst Du wirklich klug oder hältst Du Dich nur für schlauer oder dümmer als andere?

Warum weder Armut und fehlende Bildung noch Dickköpfigkeit und Widerstand gegen ungezügelten Fortschritt, neue Technologien oder zentrale Steuerungen (von Informationen, Macht oder Geld) Zeichen von Dummheit sind und die – zumindest sprichwörtlich – Klügeren, die auch nach eigenen Überlegungen dem nachgeben, was ihnen andere vorgeben, sich nicht wundern dürfen, wenn sie hinterher die Dümmeren sind als die, also dümmer als die, die sich nicht so leicht überzeugen lassen oder so schnell ihre eigenen Ideen und Vorhaben oder Herzensangelegenheiten aufgeben

Oder: Warum das Leben für uns alle nicht leichter, sicherer und bequemer und weder unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung und unsere Menschenwürde noch unsere Gesundheit oder die Natur geschützt wird, wenn wir es – gemeinsam und solidarisch – allein anderen überlassen, sich darum zu kümmern

Ich denke, im Prinzip wissen alle Menschen, dass wir so, wie die meisten von uns gerne leben würden, nicht auf Dauer leben können.

Ich denke, viele Menschen wissen allerdings nicht, welche Anreize ihnen in ihrem Leben vorgesetzt, mit welchen Verlockungen und Versprechungen, „unbegrenzten Möglichkeiten“, sie geködert und gelenkt wurden von Menschen, die das Steuer in der Hand hielten.

Ich denke, vielen Menschen ist nicht bewusst, dass Ökonomie und Wohlstand, wie sie heute – eigennützig und gewinnorientiert, auf Kosten anderer und der Natur – gelebt werden, nicht mit Ökologie – einem nachhaltigen Leben mit der Natur für alle – vereinbar ist.

Ich denke, die meisten Menschen ahnen, dass das, was sie über lange Zeit dachten, Denkfehler waren.

Menschen mit Biologiekenntnissen wissen, dass alle Lebewesen aus Fehlern lernen, aus den eigenen oder aus denen anderer.
Es mag theoretisch klug sein, lieber andere die Fehler machen zu lassen, aus denen man selbst lernen möchte – ohne die eigenen Erfahrungen dabei, ohne Gefühle der Niederlage, des Verlustes, der Scham, des Schmerzes oder der Wut und Trauer erlebt zu haben, machen Menschen allerdings so lange immer weiter mit dem, was sie für richtig halten, bis sie irgendwann doch selbst in der Praxis (unter Umständen in einer Arztpraxis) merken werden, wie dumm das war.

Vielleicht stimmt das, was ich schreibe, gar nicht, vielleicht denke ich nur, dass es so ist; aber ich halte es für klüger, mich morgen dafür zu entschuldigen, wenn ich etwas Neues dazugelernt habe, was mir beweist, dass ich heute falsch lag , als still zu schweigen und so zu tun, als hätte ich heute gar nichts zu sagen, obwohl mir sehr viel auf der Seele brennt.
Niemand muss alles sagen, was er oder sie denkt – auch bei Worten macht, wie bei allem in der Natur, die Dosis das Gift. Du merkst selbst sehr schnell, welche Menschen mitdenken – mit Dir zusammen denken und gemeinsam darüber diskutieren, und welche nur in dem bestätigt werden möchten, was sie allein bereits vorher gedacht haben, also nicht nur denkfaul geworden oder in meinen Augen dumm, sondern auch schlecht sozialisiert sind (also nur gelernt haben, sich mit Menschen abzugeben, die mehr oder weniger dasselbe denken, dieselbe „rechte Gesinnung“ oder Einstellung und dasselbe Rechts- und Unrechtsverständnis haben, wie sie selbst).

P.s.: Es zeugt nicht von Klugheit, sich gemeinsam an Regeln zu halten, nur weil sie in der Vergangenheit in Gesetzesbüchern festgehalten oder sogar in Stein gemeißelt wurden, also ohne sich auch später immer wieder darin einig zu sein, dass sie Sinn machen; aber es ist ein schlauer Schachzug, andere Menschen nicht nur dazu zu bringen, dass sie sich aus Angst vor Strafen streng daran halten, sondern sogar behaupten, selbst daran zu glauben.

 

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Dank für das Foto gebührt Library of Congress (auf Unsplash)!

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