Siehst, hörst oder sagst Du nichts?

Oder weißt Du einfach nicht, was Du tun sollst?

Ich laufe fast mein ganzes Leben lang schon als Querdenkerin und Querulantin durch diese schöne Welt, in der nicht alles Schöne einfach nur schön oder annehmbar ist und allen Freude macht, und alles Unschöne verabscheuungswürdig und abzulehnen ist, nur weil es Menschen zum Weinen oder dazu bringt, laut schreien zu wolle: Ich sehe oder höre Dinge, über die andere nicht reden wollen; ich sage Dinge, die andere nicht hören wollen, und ich habe Ausdauer darin, Menschen das zu zeigen, vor Augen zu halten, was sie nicht sehen wollen.

Im Prinzip geht es mir umgekehrt allerdings genauso.
Ich will eigentlich möglichst wenig mit Menschen zu tun haben müssen, die ein Leben leben, für das meine Welt, die Natur, ausgebeutet und damit zerstört wird.
Ich will eigentlich nicht sehen, wie Menschen Teile oder Körpersäfte von einst lebenden Tieren konsumieren, als würden die auf Bäumen wachsen und müssten nur aufgelesen werden, wenn sie erntereif sind – weil sie sich ihnen sozusagen als Nahrung angeboten haben, indem sie ihnen vor die Füße gefallen sind.
Ich will nichts darüber hören, dass Menschen Häuser auf Neuerschließungsland bauen oder auf andere Weise unberührte Lebensräume zerstören, solange es leerstehende Gebäude und Grundstücke gibt, auf denen nicht viel Leben zerstört werden kann, weil sich dort erst wenige Lebewesen wieder angesiedelt haben, seitdem Menschen sie von dort vertrieben hatten.
Ich ertrage es kaum, wenn Menschen Urlaubsgeschichten erzählen, die angeblich reisen, um andere Kulturen kennen zu lernen, aber ignorieren, dass ihr Reisestil die Kultur in anderen Ländern, das ursprüngliche Leben der Menschen dort, zerstört, oder die glauben, dass sie sich dafür, dass sie gegen die Natur arbeiten und leben, einen Urlaub in der Natur verdient haben.
In meinem Kopf hämmert, wenn ich sehe oder höre, wofür Menschen ihr Geld ausgeben oder wofür sie ihre Zeit investieren, oft die Frage, die ich nicht zu stellen wage: Ob sie das nicht tun, weil sie es wirklich brauchen und es sie glücklich macht, oder nur versuchen, der verlorenen Lebenszeit und der Arbeit, die sie investiert haben, um dieses Geld zu bekommen, im Nachhinein einen Sinn zu geben.
Ich kann meinen Mund selten halten, wenn Sätze wie „Daran lässt sich nichts ändern“ oder „Da kann man nichts machen.“ in meine Ohren dringen.

„Nur, wenn einem nichts einfällt, als diesen Satz immer mal wieder zu gebrauchen, wenn einem sonnst nichts einfällt, was man sonst machen könnte. Wenn die Fantasie, der Mut oder der Wille oder einfach die Zeit zum Nachdenken und Vertrauen oder Hoffnung fehlt, dass es Alternativen gibt, die man nur suchen muss, damit man irgendwann alternative Wege gehen kann.“
Du könntest Dir also vor allem die Zeit nehmen zum Nachdenken, Augen und Ohren offen halten, oder den Mut fassen und andere Menschen fragen, die sich nicht das machen, was eine große Mehrheit tut, die im Grunde nur darauf wartet, dass andere – in erster Linie die Politik – etwas gegen unser aller Probleme auf diesem Planeten tun.

Es bringt nichts, in die Natur zu flüchten, während andere – mit viel Geld und Macht, aber ohne Natur- und Menschenkenntnisse – weiter damit machen, sie beherrschen, also vor anderen Menschen schützen zu wollen.
Daher meine Empfehlung: Augen, Ohren, Mund auf, und durch!

 

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Dank für das Foto gebührt Keren Fedida (auf Unsplash)!

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