Ein fehlerfreies Leben führen …

… nur Menschen, die keine Fehler erkennen oder zugeben können

Ich halte es für einen Fehler, Menschen mit akademischen Abschlüssen oder in Führungspositionen weniger Fehler zuzutrauen als den einfachsten ArbeiterInnen.
Die sind nur schlau genug, die Fehler nicht selbst zu machen, sondern andere für sich arbeiten zu lassen, oder reich genug, um sich schlaue Menschen zu kaufen, die wissen, wie man etwas gut versteckt oder vertuscht oder (medial) verbreiten kann, dass es gar keine Fehler in dem. was getan wurde, gibt.

Aber nur weil sich ein paar Menschen sich irgendwann einmal auf etwas geeinigt haben oder neu einigen und anderen versuchen einzureden, dass etwas „richtig“ ist, heißt das noch lange nicht, dass es das sein sollte.
Es liegt an Dir, wem Du Dich anschließt, wenn Dir Dein Gefühl sagt, dass etwas ein Fehler ist, und andere das Gegenteil behaupten.
Und umgekehrt natürlich auch.

Ich wünsche Dir einen schönen Sonntag und ein weiteres Leben voller Fehler, aus denen Du lernen kannst, die Du auch entdeckst, wenn sie versteckt sind, oder die Du aus vollster, eigener Überzeugung machst und nicht, weil andere Dich dazu angestachelt, Dir Belohnungen dafür versprochen oder Dir Angst vor den Folgen eingejagt haben, wenn Du Dich weigern würdest, sie nicht zu machen.

P.s.: Dass etwas sehr wahrscheinlich ein Fehler ist, kannst Du daran erkennen, dass Dein Herz mehr schmerzt als Dein Kopf oder Bauch, dass Dir etwas die Luft zum Atmen nimmt oder Dir den Boden unter den Füßen wegreißt; und dass Du Dich mit den falschen Menschen umgibst, erkennst Du daran, dass sie sich oder Dich entwurzeln, also nichts über Deine Vergangenheit wissen oder über ihre preisgeben wollen, oder versuchen zu verhindern, dass Du selbst Dich frei weiter entwickelst, indem sie dafür sorgen, dass Du nur in ihrem Schatten wachsen kannst.

P.p.s.: Ohne Fehlerkultur – also ohne dass vor allem unsere führenden Köpfe Fehler zugeben und Begonnenes auch wieder abbrechen dürften, ohne dass sie dafür „geköpft“ werden, aber die volle Verantwortung selbst dafür tragen müssten, was sie unterschrieben oder – ohne ihre Unterschrift darunter zu setzen – delegiert haben – werden wir die Fehler in unseren Gesellschaftssystemen ganz sicher noch sehr lange mit uns herumschleppen bzw. sie von nachfolgenden Generationen ausbaden lassen.

p.p.p.s.: Mit „Das war damals eben so“ oder „Das wusste ich einfach nicht besser“ können Menschen versuchen, sich aus einem Fehlereingeständnis zu stehlen; die Verantwortung dafür, dass sie mitgemacht oder es nicht verhindert haben, werden sie trotzdem – wenn auch tief vergraben im Unterbewusstsein – mit sich herumtragen.

 

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Dank für das Foto gebührt Brett Jordan (auf Unsplash)!