Trügerische Schattenwelten zwischen Tageslicht und Nacht

Das, was Du nicht siehst, ist nicht immer unbedeutend oder automatisch eine große Gefahr (und das, was Du siehst, kann von größerer Bedeutung und gefährlicher sein, als Du denkst)

Ich habe eigentlich oft genug darüber geschrieben, dass unsere Augen in Verbindung mit unserem Gehirn sich leicht täuschen lassen, je nachdem, welche Erfahrungen wir bisher in unserem Leben gemacht und wie viel Angst wir vor dem – oder Vertrauen in das – haben, was wir sehen oder auch, was wir nicht sehen (wenn wir uns also auf unsere anderen Sinne verlassen müssen).
Je nachdem, wie genau wir hinschauen, was wir dabei empfinden oder wie viel wir uns dazu denken, sieht die Welt für einen Teil der Menschen sehr viel heller oder dunkler aus als für andere, sehen die einen selbst im hellsten Tageslicht noch verborgene Gefahren und die anderen vertrauen darauf, dass auch sie selbst in der dunkelsten Nacht für andere, die ihr Leben bedrohen (oder auch retten) könnten, schwer auszumachen sind.
Aber ich wiederhole es einfach so lange, bis ich den Eindruck habe, dass es vor allem bei den Menschen angekommen ist, die das, was andere ihnen über die Welt erzählen, zu ihrer Realität gemacht haben, weil sie selbst entweder nicht so genau hinschauen wollen oder sich nicht auf das verlassen wollen, was sie selbst sehen (oder recherchieren könnten, wenn es sie ihnen wichtig oder gefählich erscheint); weil sie selbst etwas Überlebenswichtiges oder sogar Lebensgefährliches übersehen könnten, vor dem andere sie warnen müssen …

Ich weiß wie jeden Tag, was ich tun muss, damit meine Welt hell genug ist, damit ich mich in ihr zurechtfinde; und nur weil heute die Sonne scheint und sie ein bisschen heller macht, werde ich nicht so tun, als gäbe es ihre dunklen Schattenseiten und all die Gestalten nicht, die große Angst davor haben, dass ans Licht kommt, was sie im Verborgenen, hinter verschlossenen Türen und abgedunkelten oder fehlenden Fenstern, tun.

P.s.: Glaube nicht, dass die führenden Köpfe unserer Erde da wären, wo sie sind, wenn sie nicht wüssten, wie man Menschen hinters Licht führt, auch wenn sie so tun, als wollten sie andere ans Licht führen (am Ende eines Tunnels, den sie sich vorher selbst gegraben haben oder von anderen haben graben lassen, die auf der Flucht vor ihrem eigenen Leben sind).

 

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Dank für das Foto gebührt Tom Barrett (auf Unsplash)!

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