Schlechtes Wetter, gefährliche Tiere, Pflanzen oder Viren, böse Menschen, …

Alles eine Frage der persönlichen Erfahrungen und Wahrnehmung; der geplanten Vorhaben; des eigenen Energielevels und der Bereitschaft, Lebensenergie zu investieren; der Informationen; des (Selbst-)Vertrauens und Mutes, der Zeit und Geduld, …

Ich liebe Regentage, die mir das Gießen im Garten und andere Tätigkeiten draußen ersparen, genauso wie sonnige, die mich von wenig beliebten Tätigkeiten oder der ein oder anderen „Baustelle“ im Haus ablenken.
Ich weiß, wie toll sich Regen anfühlen kann, wenn man nicht darüber nachdenken muss, wie man irgendwann – bevor es beginnt, kalt zu werden – auch wieder trocken wird; auf jeden Fall beruhigender als brennende Sonne, vor der man keinen Schatten findet.

Ich liebe die Natur, weil sie so ein ausgeklügeltes Spiel, eine natürliche Balance darstellt zwischen perfekter „Schönheit“ und erschreckender „Hässlichkeit“ , im ganz Kleinen, für unsere Augen sogar Unsichbaren, oder im Riesengroßen – je nach Auge der BetrachterInnen -, zwischen Friedlichkeit und Grausamkeit, Lebensfreude und Traurigkeit, Sicherheiten und Gefahren, Leben und Tod.
Ich habe verstanden, dass sie nur so funktionieren kann; dass sich nichts wegrationalisieren lässt, nur weil jemand dessen Sinn im großen Ganzen, unserer Biosphäre, nicht anerkennen will, und dass sie seit jeher natürlich effektiv und nachhaltig „arbeitet“ und sich weiterentwickelt, ohne dass wir Menschen sie besser machen könnten.
Ich sehe allerdings, dass Menschen – ein paar PolitikerInnen, aber vor allem große und ultrareiche UnternehmerInnen – diese Welt regieren, die das nicht einsehen wollen und – auf Teufel komm raus – die Welt und angeblich das Leben aller Menschen (die es dann aber genauso leben müssen wie sie selbst es vorgeben) mit ihren (bio-)technologischen Weiterentwicklungen „verbessern“ wollen.

Ich liebe die Menschen, die sich in einer künstlich geschaffenen Welt noch menschlich verhalten, auch wenn das bedeutet, dass sie aus Angst – vor anderen oder um andere, vor Konsequenzen aus der (eigenen) Vergangenheit oder der Zukunft, dem Leben (mit anderen) oder dem (einsamen) Tod – Verzweiflungstaten begehen.
Was mir Angst macht, sind die Menschen, die versuchen, ihre Menschlichkeit, vor allem ihre Ängste, künstlich, mit Hilfe von (Bio-)Technik, Medikamenten u.ä. unter Kontrolle zu halten, vor allem, wenn sie dazu nicht nur sich selbst, sondern möglichst viele andere Menschen beobachten, überwachen oder zur Sicherheit sogar behandeln wollen.
Als böse würde ich sie deshalb trotzdem nicht bezeichnen; eher als verrückt.
Dass Irrsinn immer irgendwann ein natürliches Ende findet, das ist so sicher, ich glaube sogar mindestens so sicher, wie das Amen in der Kirche (auch wenn immer weniger Menschen Kirchen zu besuchen scheinen, die noch glauben, dass nur ein Gott oder mehrere Götter die Entscheidung darüber treffen dürfen, was gut und was schlecht für die Natur und die Menschheit ist, und die alleinige Macht über Leben und Tod haben können).

P.s.: Moralische, gebräuchliche Bewertungen, die im Grunde zur Sitte gewordene persönliche Willkür sind, brauchen vor allem Menschen, die andere zu ihrer eigenen Moral erziehen wollen, ihre eigenen Vorstellungen, Taten oder Produkte als „gut“ verkaufen und andere schlecht reden wollen. Statt MoralpredigerInnen bräuchte diese Welt in meinen Augen viel mehr Menschen, die sich sicher sind, dass das, was sie tun, nicht nur was andere behaupten, gut oder schlecht ist, dass das, wovor sie Angst haben, berechtigt ist und dass das, was sie stillschweigend hinnehmen und  mit sich machen lassen, nicht gefährlicher ist als sich bestmöglich dagegen zu wehren.

 

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Dank für das Foto gebührt Glenn Carstens-Peters (auf Unsplash)!

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