Die Liebe zum Leben, zu anderen Menschen, Tieren oder der Natur bedeutet auch loslassen und verzichten können

Wenn Liebe mit Abhängigkeit, Sehn-Sucht, verwechselt wird, kann sie mehr als selbst-zerstörerisch werden

Was bzw. wen wir lieben, die oder den wollen wir am liebsten – weil uns sonst Sehnsucht erfüllen kann – ständig um uns herum oder zumindest immer wieder in unserer Nähe haben, wollen uns um ihn oder sie kümmern und wünschen uns – wenn wir uns nicht Verzicht auferlegt haben, um glücklich sein zu können, also anderen Menschen dienen, ohne etwas dafür zu erwarten – dafür zurückgeliebt zu werden.

Das Wort Sehnsucht beschreibt aber im Prinzip schon, dass sie wenig mit (Selbst-)Liebe, dafür aber mit einer Selbstsucht zu tun hat, mit der wir uns zu trösten versuchen, wenn wir uns alleine fühlen.
Jede Sucht, jede Suche nach Verbundenheit mit anderen oder auch mit sich selbst innerhalb eines riesigen Universum, auch die Sucht, auf die eigenen menschlichen Bedürfnisse zu verzichten, ist sowohl eine menschliche Form der Selbstsucht als auch der Selbstzerstörung, selbst wenn wir glauben, uns damit etwas Gutes zu tun: immer nur Gutes wird auch irgendwann einmal ein Zuviel des Guten.

Wehre Dich also – wenn Du das Leben lieben lernen möchtest – zuerst einmal gegen Deine Süchte! Suche Dir Schritt für Schritt Alternativen und meide möglichst andere (selbst-)süchtige Menschen, die Dir einreden wollen, es gäbe keine.
Wenn Du Dich nach anderen sehnst, die nicht leicht erreichbar oder greifbar sind, lass‘ Dich von den Menschen, den Tieren oder der Natur vor Deiner Haus- oder Wohnungstür leiten, um herauszufinden, ob Du Dich vorerst – zum Trost und um Zeit zu überbrücken – mit ihnen verbunden fühlen kannst.
Ich bin sicher, Ihr habt mehr Gemeinsamkeiten als Du denkst, auch wenn es natürlich nicht die gleichen Süchte sein sollten!

Die, die Dich wirklich lieben, die sich tief mit Dir verbunden fühlen, werden irgendwann – wenn sie das Gefühl haben, zu lange auf Deine Gesellschaft verzichtet zu haben – vor Dir stehen, Dich anrufen oder Dir schreiben, auch einfach mal so, ohne selbst etwas davon zu haben, weil sie Dich nie losgelassen haben oder schon bereit sind, in ihrem Leben auf Dich zu verzichten.

 

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Dank für das Foto gebührt Alain Pham (auf Unsplash)!

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