Die Zukunft vorhersagen mit menschlichen Orakeln oder technischen und biotechnologischen Hilfsmitteln

ist heute genauso unmöglich wie vor 500 oder 500 000 000 Jahren, also Scharlatanerie

Zukuntsängste, die Angst, falsche Entscheidungen zu treffen oder Unsicherheiten, ob eine bereits getroffene Entscheidung die richtige war oder rückgängig gemacht werden sollte, und eigene Zukunftsvoraussagen, Vermutungen aus Beobachtungen, die bestätigt werden sollen, treiben seit jeher immer wieder auch vernünftig denkende Menschen, die sich als RealistInnen bezeichnen würden, zu WahrsagerInnen.
Aber kein Mensch hat hellseherische Fähigkeiten, die die Zukunft voraussagen könnten.
Menschen haben Feinsinne, die sie spüren lassen, wenn sich etwas anbahnt, was sie vorher schon einmal erlebt oder wovon sie vorher schon einmal gehört haben, was sie emotional nachvollziehen konnten.
Weder Hände, Augen oder andere Körperteile oder Knochen, Glaskugeln, Kaffeesatz oder Orakelmaschinen, die (Test-)Ergebnisse ausspucken, nachdem man sie befragt hat, können etwas über die Zukunft wissen. Sie können sich aber als sich selbst erfüllende Prophezeiungen bewahrheiten, wenn Menschen ihnen blinden Glauben schenken: ProphetInnen werden immer wieder zu WahrheitsverkünderInnen, wenn Menschen deren übersinnliche Fähigkeiten, die meist „nur“ gute Psychologie-, Natur- und Menschen- oder Marketingkenntnisse sind, nicht in Frage stellen und überprüfen.

Als Biologin, die sich lange Jahre mit der freien Natur, außerhalb von Laboren, mit Hirnphysiologie und Bio-Psychologie, mit der Rolle von (Aber-)Glauben und (Gut-)Gläubigkeit während der Entwicklung der Menschheit und des Menschseins auseinandergesetzt und zusätzlich eine Weiterbildung im Management von Marketing/Vertrieb genossen hat, behaupte ich:

  • HandleserInnen können erkennen, wie Hände bisher genutzt wurden.
  • Augen-, Puls- und andere Diagnosearten können etwas über den Ist-Zustand eines Körpers, Geistes oder einer Seele aussagen und Hinweise darauf geben, wie er erreicht wurde.
  • KartenlegerInnen können deuten, was ihre KundInnen intuitiv selbst auch wissen oder eigenständig herausfinden könn(t)en.
  • ÄrztInnen können dabei helfen, körperliche oder geistige Schäden, Verletzungen oder Vergiftungen, zu verarzten und die Voraussetzungen für selbstständige Heilung schaffen bzw. durch gute Ratschläge zukünftig weitere und neue Schäden zu vermeiden.
  • WissenschaftlerInnen können über ihre Versuchsergebnisse unter ihren Versuchsbedingungen – mit dem Material und den Methoden, mit den ProbandInnen und der (technischen oder biotechnischen) Ausstattung, mit denen sie gearbeitet haben – Aussagen machen.
  • JournalistInnen können über Ereignisse berichten, die in der Vergangenheit liegen.
  • Eltern, LehrerInnen, PolitikerInnen, UnternehmerInnen, Menschen, können anderen nur beibringen, was sie in ihrer Vergangenheit selbst aus Büchern gelernt, am eigenen Leib oder von anderen erfahren haben.

Die Zukunft steht nur in den Sternen, das könnte heute jedes Kind wissen – und sogar die sagen uns, weil für unsere Augen sichtbare Informationen Zeit brauchen, bis sie sie und danach unser Gehirn mit Lichtgeschwindigkeit erreichen können, im Grunde nur, was bereits in der Vergangenheit liegt.

Wenn Du keine Fehler machen willst, wenn Du sicher sein willst, dass sich das, was Du gerade tust oder worauf Du wartest, auch wirklich lohnt – dass das was Du in Deinem Leben bereits getan hast oder gerade tust, auch in der Zukunft noch einen Sinn und Zweck erfüllt – dann schau‘ Dich lieber um, höre Dich um und fühle in Dich hinein. Dann kannst Du ganz alleine herausfinden, ob das, womit Du Dich gerade beschäftigst, der Ort, an dem Du bist, die Menschen, die in Deiner Nähe sind, ob all das auch das ist, was sich auf jeden Fall, komme was wolle, auszahlt; oder ob genauso wahrscheinlich oder wahrscheinlicher ist, dass Du irgendwann einmal dafür zahlen musst, dass Du das getan, Dich dort aufgehalten oder mit den Menschen dort länger als nötig beschäftigt hast.

Ich hoffe, Du kannst damit etwas anfangen und selbst etwas aus Deiner Zukunft machen statt sie Dir von anderen vorhersagen zu lassen.

P.s.: Außer der Möglichkeit, Dir selbst ein paar Tarotkarten zu ziehen, Dir selbst in die Augen, auf Deine Hände oder den Rest Deines Körpers zu schauen – gibt es noch ein paar geflügelte Worte, die hilfreich dabei sein können, einen Blick in die Zukunft zu wagen: Quid pro quo „Was gebe ich wem?“, ist nicht nur ein (Grund-)Rechtsprinzip und cui bono, „Wem nützt das?“, nicht nur eine gute Frage, um Straftaten aufzudecken – zusammen mit ein paar grundlegenden Biologiekenntnissen und etwas intuitivem Verständnis für Naturgesetze oder die Spielregeln des Lebens können sie Dir Einsicht in Deine Abhängigkeit von der Natur und anderen Menschen, die Du liebst oder nicht, geben, die keine menschliche Erfindung, keine Technik der Welt verändern oder verbessern kann, auf die aber Du und nur Du selbst Einfluss hast.

 

————————————————

Dank für das Foto gebührt Jen Theodore (auf Unsplash)!

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.