Sinn und Zweck des menschlichen Daseins

Besinnliches zum Sonntag

Für mich als lebenssinn-gläubige Wissenschaftlerin besteht Sinn und Zweck des Lebens darin, einen Sinn und Zweck darin zu erkennen, dass man lebt.
Solange Menschen sinnerfüllt leben und auch einen Sinn und Zweck im Leben anderer erfüllen, werden sie höchstens Opfer von Unfällen oder Verbrechen, aber selten von Krankheiten oder anderem Unglück.
Sobald Menschen dabei aber so leichtsinnig mit dem eigenen Leben umgehen, dass sie es dabei verlieren könnten, dürfen sie sich nicht wundern, wenn das – wenn ihr Karma- oder Sinnkonto aufgebraucht ist – auch passiert.
Solange sie niemandem dabei schaden und niemanden damit ausnutzen, auch nicht die Ressourcen der Erde, indem sie dafür nichts – auch nicht an die Natur, die im Prinzip nichts als gesundes Maßhalten mit dem, was sie uns schenkt, und Rücksichtnahme auf ihre Bedürfnisse dafür verlangt – zurückgeben, kann es auch sinnvoll sein, einfach nur in den Tag hinein zu leben.

Für mich persönlich ergibt es keinen Sinn, die Welt in Ordnung bringen zu wollen, wenn sie sich ohne uns Menschen selbst sinnvoll ordnen kann – weil sie weiß, was sinnvoll für ihr eigenes Überleben ist und sie allen, die in ihr leben wollen, nur solange einen Platz bietet, solange sie sich nicht zu sehr in ihr ausbreiten.
Für mich ergibt es noch weniger Sinn, immer noch zu denken, wir würden irgendetwas sinnvoller machen als unsere Vorfahren, und zukünftige Generationen müssten weniger von dem ausbaden, was wir anrichten.
Für mich ergibt es auch keinen Sinn, dass ich irgendwann auf die ständige, also nicht nur vorübergehende Hilfe durch andere Menschen angewiesen sein soll, weil ich nicht sinnvoll, bewusst, für mich, meinen Körper und Geist, gesorgt habe, sondern mich gehen lassen oder immer wieder so lange verausgabt habe, bis mich andere, mit ihren Unterhaltungsprogrammen, Coachings, Heilmittelchen oder anderen potentiellen – weil sie dafür sorgen, dass Menschen sich damit besser fühlen – Suchtmitteln, wieder auf die Beine gestellt haben, so dass ich es irgendwann nicht mehr selbstständig schaffe, mich fortzubewegen, alleine Nahrung zu mir zu nehmen, zu trinken oder mich zu waschen.
Vermutlich hänge ich einfach, obwohl ich das Leben aus vollem Herzen liebe, wenig am modernen Leben im angeblichen Wohlstand, mit seinen angeblichen Annehmlichkeiten, als andere Menschen oder sehe uns zivilisierten Menschen nicht als so sinnvoll auf dieser Erde an, dass ich dort um jeden Preis und so lange wie irgendwie möglich, unsinnig, mein Leben fristen möchte.

Was lange währt, ist nicht unbedingt und wird vielleicht auch nie gut, nur weil es lange einen Sinn erfüllt oder einem Zweck dient.
Aber wenn wir öfters mal Momente nutzen würden, um innezuhalten, würde uns vielleicht auch immer wieder etwas neues Sinnvolles einfallen, was wir tun könnten, um unserem Leben einen Sinn zu geben, der nicht nur – wie bei allen anderen Lebewesen – darin besteht, Kinder in die Welt zu setzen, also die eigenen Gene weiterzugeben, oder ohne um sich zu schauen und genau zu überlegen, jedes Leben auf dieses Erde um jeden Preis so lange wie möglich bewahren zu wollen.

Ich wünsche einen schönen Sonntag mit vielen besinnlichen und vielleicht auch ein paar unzivilisierten Momenten!

P.s.:Sich darauf zu verlassen, dass etwas sinnvoll ist, nur weil andere es behaupten, ergibt für mich auch keinen Sinn. Wir haben einen (Fein-)Sinn dafür, zu spüren, ob uns jemand belügt oder (mit uns oder unserer Unterstützung) Unsinn betreibt, und wir haben einen Körper und Geist, um persönlich zu prüfen, ob das, was andere uns als sinnvoll verkaufen wollen und was uns im ersten Moment als sinnvoll erscheinen kann, auch tatsächlich sinnvoll für uns ist.

P.p.s.: Ich setze wirklich große Hoffnung in die zukünftigen Generationen, die spüren, wie sehr moderne Eltern unter ihrer Verantwortung als Eltern leiden: dass sie einerseits so schlau sind, nicht unbedingt selbst Kinder in die Welt setzen zu wollen, weil sie keinen Sinn darin sehen, sich das Leben unnötig schwer zu machen, andererseits so empathisch, also einfühlsamer und weniger ehrgeizig als ihre Elterngeneration, um verzeihen zu können, was ihnen angetan wurde – weil sie spüren, dass es nicht aus bösem Willen geschah, sondern weil Eltern es einfach nicht besser wussten und einen Sinn in dem sahen, was sie getan haben.

P.p.p.s.: Der Kampf ums Dasein – wie ich ihn in der Natur sehen kann – wird aus Liebe zum Leben oder den eigenen Nachkommen geführt und nicht – wie ich ihn bei vielen Menschen sehe – aus Angst vor dem Sterben, im Angesicht des Todes, oder selektiv, aus blindem Aktionismus, wenn keine akute Lebensgefahr besteht. Menschen sind in meinen Augen die einzigen Lebewesen, die sinnlose Kriege und (Alltags-)Kämpfe führen, sie sogar als humanitäre oder medizinische Hilfe bezeichnen, wenn bei ihren Einsätzen, mit ihren Maßnahmen, mehr Menschen, gezielt ausgewählte, ihr Leben verlieren als es ohne diese der Fall gewesen wäre.

 

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Dank für das Foto gebührt Drew Dau (auf Unsplash)!

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