Die Energie der Liebe und andere Herzensangelegenheiten in der Natur

Eine wundervolle Welt von tränenden oder blutenden Herzen

Wer an eine heile Welt voller Freude und Liebe glauben möchte und sie sich herbeisehnt, hat in meinen Augen noch nicht viele glückliche Lebenserfahrungen gesammelt.

Denn Liebe – genauso wie Glück – bedeutet nicht, alles zu bekommen, was man möchte.
Glück bedeutet, Wünsche und Hoffnungen loslassen zu können, ohne dass man sie hinterher vermisst und bereut, dass man sie losgelassen hat.
Glück bedeutet, Trost zu finden in Dingen, die immer da sind, ohne dass sie jemand aufwendig produzieren muss, oder jemanden um sich zu haben, wenn man unglücklich ist.
Glück bedeutet einerseits, noch freudig überrascht werden zu können oder sich noch überraschen zu lassen, andererseits auf unschöne Überraschungen vorbereitet und gefasst zu sein.

Liebe in der Natur kann nicht nach Plan laufen, weil die Natur eigene Pläne verfolgt, die wir – wenn wir Glück haben, sie (intuitiv) zu erkennen – auch zu unseren eigenen machen können:

Dafür zu sorgen, dass alle Geschöpfe dieser Erde respektiert und gleichwertig behandelt werden, weil sie alle ihren Nutzen haben, also für irgendetwas gut sind, auch wenn wir es noch nicht verstehen.

Dafür Sorge zu tragen, dass keine Ressourcen, Quellen des Lebens, – ob tote oder lebendige – bewusst oder unnötig, also trotz besseren Wissens, ausgenutzt werden, ohne dass eine Lebewesen sie zum (Über-)Leben braucht.

Sich um die kümmern, die unverschuldet, unbewusst, nicht selbstverantwortlich, in Not geraten sind und denen auch nachhaltig geholfen werden kann, weil sie versprechen oder bewiesen haben, dass sie ihr Bestes versuchen, nicht wieder in dieselbe Notlage zu kommen.
Die Natur kann nicht immer (wieder) Rücksicht auf die Bedürfnisse aller nehmen, vor allem nicht auf die, deren Wünsche
zu lebensfeindlich,
zu unvorsichtig, übermütig oder
zu vorsichtig und feige,
zu wenig nachhaltig, vorausschauend oder
zu wenig rücksichtsvoll, nachsichtig und verzeihend,
vielleicht zu wenig liebevoll gegenüber ihr selbst sind – weil sie auch Krankheit und Tod bringen kann.

Zum Einfühlungsvermögen in das Wesen der Natur und all ihre Lebewesen gehört auch ein Verständnis für Schmerz, nicht nur für tröstende Worte.
Und zu Liebe gehört auch, verkraften zu können, Blut und Tränen oder andere Körperflüssigkeiten zu sehen, oder bereit zu sein, sie ohne Schamgefühl selbst zu vergießen.

P.s.: Liebe ohne Vertrauen ist für mich keine lebendige; Liebe ohne Erotik ist für mich nur Verbundenheit oder Sex; und der Liebe ohne die Bereitschaft zur Hingabe fehlt etwas Entscheidendes.

 

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Dank für das Foto gebührt Camille Cox (auf Unsplash)!

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