Solidarisch (mit)leiden …

und auf Hilfe von anderen warten (müssen) nur Menschen, die glauben, sie wären dem Willen anderer machtlos unterworfen.
Menschen, die wissen, dass sie die Verantwortung für ihr eigenes Leben tragen (müssen/können/dürfen), wehren sich gegen ihre Opferrolle, suchen sich Gleichgesinnte, mit denen sie sich freiwillig solidarisieren, um nicht mehr alles – worunter sie leiden – mitmachen zu müssen, was andere ihnen (ver- oder) vorschreiben wollen.
Mit Mitleid wurde noch nie jemandem geholfen.

Leid und Schmerz lässt sich im Leben nicht vermeiden; aber es liegt an Dir, wie Du damit umgehst und wie sehr Du unnötiges – größeres als Dein eigenes – Leid zulässt oder sogar gemeinschaftliche oder gesellschaftliche Opfer unterstützt.

Sich Leid erträglicher zu machen,
sich einzureden, man würde selbst gar nicht leiden,
sich abzulenken und den Blick auf Dinge und Menschen zu richten, die Trost spenden, statt auf Eigenverantwortung und die Beteiligung daran, dass andere leiden,
Symptome zu bekämpfen oder zu unterdrücken statt
die sich die Zeit zu nehmen und den Ursachen auf den Grund zu gehen,
wird das zukünftige Leiden der Menschen (oder aller anderen leidensfähigen Wesen) in der Welt nie beseitigen.

Menschen, die von Leid (oder Krankheiten und Krieg, von Friedensforschung, von Natur- oder Artenschutz, Menschen- oder Tierrettung, von Toten und Friedhöfen, Gedächtnisstätten, Museen, … ) profitieren, die mit Kriegen oder mit Notfallhilfe, mit Erinnerungskultur (an Leid) oder Zukunftsforschung (um Leid zu vermeiden), ihr Geld verdienen oder daraus ihre eigene Lebenskraft oder Macht schöpfen, werden sich – bewusst oder unbewusst – immer wieder neue Opfer schaffen, denen sie „helfen“ können.
Das Leid in der Welt werden sie damit nicht nachhaltig beseitigen.
Die Bewunderung für Menschen und Unterstützung von Organisationen, die größer und mächtiger statt kleiner werden (also mehr Leid zu schaffen scheinen als es zu beseitigen), in der Hoffnung, dass sie bewirken, was Du nicht schaffen kannst, hält vor allem den Glauben an Leid am Leben, dessen Ursachen sich nicht beseitigen lassen.

Mach‘ Dich, wenn Du Dir und anderen wirklich helfen willst, in Zukunft lieber auf die Suche nach Ursachen von Leid, nicht nach Wegen, um Leid aus dem Weg zu gehen, oder Heilmitteln.
Hilf‘ lieber mehr Dir selbst und den Menschen in Deiner Nähe, bei denen Du weißt, wie Du ihnen nachhaltig helfen kannst, weil Du die Ursachen ihres Leids kennst.
Oder bitte sie um (Mit-)Hilfe, wenn Du feststellst, dass Ihr alle gemeinsam vor allem unter anderen leidet, die sich Euch noch nicht einmal persönlich vorgestellt haben, die Ihr also nicht einmal kennt (auch wenn Ihr sie vielleicht aus Gutgläubigkeit einmal als Eure VertreterInnen gewählt habt).

So kannst Du herausfinden, wer in seinem Leben lieber weiter – solidarisch oder einsam – leiden oder etwas dafür tun will, dass es ihm oder ihr oder Dir oder Euch zusammen gut geht.
Sei nicht enttäuscht, wenn Du feststellst, dass das weniger der Dir schon bekannten Menschen sind als Du gedacht hast!
Aber sei Dir sicher, dass Du so auch überraschend auf neue Menschen treffen wirst, auf deren Hilfe Du jetzt zählen kannst!
Viel Erfolg dabei!

P.s.: Ich persönlich glaube – obwohl ich nicht an einen personalisierten Gott glaube – übrigens nicht, dass solidarisches Leiden und widerstandslose Unterwerfung unter andere gottgewollt ist, in meinen Worten: in der Natur der Menschen liegt. Aber ich glaube auch nicht, dass man tödliche Waffen einsetzen muss, um Widerstand zu leisten, sondern das – wenn man ein Experte oder eine Expertin dafür ist – sogar auf ganz stille und friedliche Weise tun kann. So viel Expertise habe ich leider noch nicht… Ich arbeite daran, und ich kann jede Hilfe und Unterstützung dafür gebrauchen – von Menschen, die sich für „dieselbe Sache“ einsetzen, ohne dass ich davon wissen muss oder sie dafür ein Zeichen setzen. Ich weiß, wie ich sie erkennen kann: Sie zeigen es mit dem, was sie sagen und tun und wie sie leben!

 

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Dank für das Foto gebührt Ehimetalor Akhere Unuabona (auf Unsplash)!

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