Von natürlichen Personen und unnatürlichen Persönlichkeiten sowie Menschen

Der juristische Begriff der „Person“ degradiert uns Menschen ethymologisch zu SchauspielerInnen, die bestimmte Eigenschaften haben; zu Menschen, die einer Lebensaufgabe nachgehen (müssen) statt einfach als Menschen leben zu dürfen.

Auch Psychologie und Medizin tragen dazu bei, dass Menschen sich oft freiwillig und gerne verschiedenen Persönlichkeitstypen zuordnen (wollen), um zu verstehen, wer sie eigentlich sind, statt es selbst in langjähriger Arbeit herausfinden zu müssen.

Als Biologin kann ich nur sagen: Menschen erschaffen sich mit dem, was sie denken und anderen glauben, ihre eigene Welt, ihr eigenes Selbstbild: Wer morgens nicht gerne aufsteht, weil ihm das tägliche Weltgeschehen sehr viel Kraft abfordert, die ihm niemand zurückgibt, denkt, er wäre einfach von Natur aus ein Morgenmuffel. Viele Frauen, die ihre Lebensenergie vor allem aus Nahrungszufuhr schöpfen, denken, sie wären von Natur aus dazu veranlagt, viel essen zu können, ohne zuzunehmen, andere, die andere Energiequellen nutzen, schieben es auf ihre Gene, dass sie vielleicht relativ wenig essen und trotzdem schnell zunehmen.

Nur wenige Menschen wollen überhaupt wissen, wer sie wirklich sind, wer sie beeinflusst oder wer sie nur in ihrem Selbstbild, nicht in ihrer wahren Natur, bestätigt.
Wie sollen sie das auch wollen, wenn Menschen von Natur aus als primitiv bezeichnet werden?

Nur wenige Menschen stellen sich heute selbst dar, nur wenige wirken – zumindest auf mich – heute noch authentisch.
Wie sollen sie sich dabei auch wohlfühlen, wenn Menschen, die als SelbstdarstellerInnen bezeichnet werden, vor allem die sind, die eine große Show dabei abziehen?

Nur wenige scheinen sich in ihrem eigenen Körper wohl zu fühlen.
Wie auch, wenn ihr Körper gar nicht ihr echtes Selbst zeigt, sondern das, was sie daraus gemacht haben oder von anderen haben daraus machen lassen?

Nur wenige sehen wirklich gesund aus; auch wenn sie gegenüber Dritten behaupten, dass sie gesund und glücklich sind oder sich zumindest so fühlen.
Wie auch, wenn sie sich das, was sie krank und unglücklich macht, gar nicht eingestehen wollen oder vor anderen freiwillig zugeben würden?

Nur wenige finden ihre natürliche, eine gesunde Balance zwischen

  • Freude und Trauer,
  • Hoffnungen und Enttäuschungen,
  • grenzenloser Freiheit (in ihren eigenen Entscheidungen) und unausweichlichen Verpflichtungen (anderen „Persönlichkeiten“ oder „Vorgesetzten“ gegenüber: Menschen, Tieren, der Natur)
  • (blinder) Angst und (blindem) Vertrauen,
  • ihrer eigenen Meinung und der anderer; also
  • dem, was andere (über sie) denken, und dem, was sie (über die anderen) denken;
  • dem, was sie sich wünschen oder was sie wirklich wollen, und
  • dem, was sie schon haben oder immer mal wieder geschenkt bekommen.

Dabei müssten sie nur mehr in sich selbst und in der Natur danach suchen,
nicht nur in der Idylle, sondern auch in der manchmal grausamen Realität;
in der Freude und im Leid zwischen dem Beginn neuen Lebens, Alter, Krankheit und Tod;
in der unsicheren Freiheit und den trügerischen Sicherheiten.

Ich glaube, dann würden wie Menschen ziemlich schnell sowohl unseren menschlichen Übermut als auch unsere übertriebenen Ängste verlieren.
Dann hätten wir automatisch mehr Demut vor dem Leben und Respekt vor anderen Menschen.
Dann wären wir nicht mehr für alles dankbar, was uns andere gegeben haben oder immer noch geben (und damit vielleicht auflasten),
aber wir wären vermutlich dankbarer für vieles, was wir besitzen und fast vergessen haben.
Wir würden wissen, was wir noch brauchen oder was uns wirklich fehlt, und
wir würden das vermutlich häufiger äußern, um es andere wissen zu lassen, statt zu hoffen, dass sie es merken.

In meine Augen wäre das Leben – wenn auch nicht weniger leicht und traurig und manchmal auch grausam – einfacher und schöner, wenn wir der/die/das wären, also einfach sein durften, wer/wie/was wir sind; wie wir also auf die Welt kommen: einfach als Menschen, als einfache Menschen, die sich eigenständig und ohne fremde Hilfe zu Persönlichkeiten entwickeln können, nicht als die Vorstellung von anderen, wie diese Persönlichkeit einmal aussehen könnte oder sollte.

P.s.: „Was stimmt nicht mit den Menschen?“ ist für mich die falsche Frage – weil „Menschen“ in meinen Augen wissenschaftlich gar nicht so definiert sind, wie sie von Natur aus sind.
Nur wenige leisten – auf ihre persönliche und ganz unterschiedliche, friedliche Weise – Widerstand dagegen, dass andere sie zu dem machen (wollen), was sie sein sollen!
Für mich ist es kein Wunder, dass die Welt so kriegerisch und hasserfüllt ist und Unterdrückung an der Tagesordnung – wenn die schon damit beginnt, dass Menschen ihr natürliches Bedürfnis, Menschen zu sein, unterdrücken (sollen).

P.p.s.: Unsere Welt braucht nicht noch mehr (Bio-)Technologisierung und Ausgleichsmaßnahmen für die Zerstörung, die wir Menschen tagtäglich in ihr anrichten! Sie, wir alle, als Menschen, nicht nur die Natur brauchen mehr Renaturierungsmaßnahmen; und Renaturierung braucht vor allem Zeit und Geduld – damit das, was wachsen würde, auch wachsen kann, und das, was am falschen Platz gepflanzt wurde, wieder dorthin zurückfinden kann, wo es hingehört. Und mit das meine ich alles Lebendige, keine toten Dinge! Das möchte ich ausdrücklich festhalten, also so definieren!

P.p.s.: Auch wenn ich unmenschlich, empathielos, klingen mag, weil mein Gerechtigkeitsempfinden und Mitgefühl sich nicht nur auf das Menschen-, sondern auch auf das Tierreich und den Rest der Natur erstreckt: Ich tröste mich damit, dass sich viele Menschen voreilig einer Lebensgefahr durch neuartige Impfstoffe aussetzen, dass sie dadurch mithelfen,  Tierversuche zu vermeiden.
Denn im Grunde ist es gerechtfertigt, dass Menschen, die auf Impfstoffe und Medikamente setzen, um möglichst lange ungesund zu leben, statt für ihr natürliches Immunsystem zu sorgen und sich gesund zu halten oder Zeit zum Heilen zu nehmen, diese an sich selbst testen.
Unmenschlich wird es für mich persönlich dann, wenn andere, vor allem Kinder dazu gezwungen, genötigt oder mit verharmlosenden Worten gelockt werden, dasselbe zu tun.

P.p.p.s: Dass scheinbar ernstzunehmende Persönlichkeiten nicht immer ehrlich sind, weiß vermutlich jeder Mensch aus eigener Erfahrung. Da für mich erst Ehrlichkeit einen Menschen zur seriösen Persönlichkeit macht, achte ich häufig auf Menschen, die entweder einen Titel und eine Position oder furchteinflößende Worte benutzen, um ihre Glaubhaftigkeit zu untermauern – vor allem, wenn ich erkennen kann, wie wenig haltbar und unglaubwürdig das ist, was sie von sich geben. Sie sind nach meinen Beobachtungen entweder sehr ängstlichste – die anderen vor allem Angst machen, um nicht selbst Gefahr zu laufen, zum Opfer zu werden – oder vom Leben enttäuschte Menschen, die sich mit der Täuschung anderer über ihre Enttäuschung hinwegzutrösten scheinen – und es sind selten zur Einsicht fähige, sondern oft skrupellose und unberechenbare Menschen, wenn ihnen jemand auf die Schliche kommt und ihre unnatürliche Selbst-Schutz-Tarnung aufzufliegen droht.

 

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Dank für das Foto gebührt Brett Jordan (auf Unsplash)!

 

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