„Turn the table“ – Dreh‘ den Spieß doch mal um!

Mach‘ bewusst mal etwas anderes als einfach Deine Ruhe und möglichst wenig Ärger haben zu wollen

Ich muss immer ein bisschen lächeln, wenn mir Menschen erzählen, wie schwer Veränderungen im Leben sein sollen – während ich sehe, wie sie sich im Laufe ihres Lebens verändert haben und tagtäglich ein kleines bisschen mehr verändern: wie sie dicker und unbeweglicher oder sturköpfiger werden, „verschrumpeln“ oder in sich zusammenzufallen scheinen, also Muskeln und Knochen oder im Ganzen abbauen, sich also immer mehr gehen lassen statt einen einstigen Zustand aufrecht zu erhalten.
Im Job, also für ihre Arbeit, verbiegen sich Menschen oder rennen sich im übertragenen Sinne die Hacken ab, aber für sich selbst, also für ihren Körper, in dem sie wohnen, oder ihre Liebsten tun sie dann kaum noch etwas außer das verdiente Geld mit möglichst erholsamen Freizeitaktivitäten wieder auszugeben. Die wirklich wichtigen Dinge im Leben, die, die auch im Privatleben Energie kosten, bleiben dabei bei vielen Menschen ziemlich auf der Strecke.
Dabei ist unser Privatleben doch eigentlich das Leben, für das wir als Menschen leben sollten.
Wir sind nicht auf die Welt gekommen, um für andere Menschen zu arbeiten – aber die meisten verhalten sich heute so.
Selbst viele UnternehmerInnen, die mit ganzem Herzen bei ihrer Arbeit sind, ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht haben, unterliegen den Zwängen einer Marktwirtschaft und eines Rechtsstaates, die unser Leben vielleicht in einiger Hinsicht einfacher und bequemer, aber mit Sicherheit nicht schöner gemacht haben.

  • Fang‘ also – wenn etwas in Deinem Leben verbessern möchtest – doch zur Abwechslung mal an, Dich nicht mehr marktkonform und streng nach Deinen bisherigen – bewussten oder unbewussten – Regeln zu verhalten:
    Kauf‘ mal etwas, was Du selbst noch nie und auch sonst noch niemand gekauft hat, den Du kennst, oder kauf‘ einfach möglichst wenig Neues;
  • mach‘ mal was, was sonst nur wenige machen;
  • verhalte Dich gegenüber Menschen mal freundlich, die Du bisher eher gemieden hast;
  • halte Dich nicht gegenüber Menschen zurück, denen Du schon lange mal – natürlich freundlich – Deine Meinung sagen wolltest;
  • stifte mal Frieden, also bleibe verständnisvoll und friedlich oder bestimmten Situationen ganz fern, in denen Du schon oft gekämpft hast;
  • ändere Dinge, die Du eigentlich schon lange ändern wolltest, weil Du weißt, dass Du sie ändern solltest, wenn Du Dir treu und gesund bleiben möchtest.

Veränderungen sind nie besonders schwer, wenn sie zu unserem Alltag gehören und wir sie für erforderlich halten – denn dann gewöhnen wir uns schnell (manchmal zu schnell …) an sie.
Veränderungen sind nicht schwer, wenn viele andere sie auch mitmachen, wenn sich Menschen darin also gegenseitig unterstützen.
Veränderungen sind in einer Welt überlebenswichtig, die der Evolution, der Entwicklung des Lebens, unterworfen ist.
Viele Veränderungen nehmen wir kaum wahr, wenn sie schleichend einfach „passieren“.
Aber wenn wir irgendwann feststellen, dass wir zu dick oder unbeweglich oder Unternehmen zu groß und Regierungen zu mächtig geworden sind, dann sollten wir schnellstens etwas tun.
Die Weiterentwicklung der Dinosaurier musste ein Meteorit stoppen …

Setz‘ also Deinen Verstand ein und versuche nicht, Dinge oder andere Menschen zu verändern, die Du nicht ändern kannst, oder etwas voranzutreiben, was ganz offensichtlich nur in einer Sackgasse enden kann. Aber hör‘ auf, sie weiterhin zu unterstützen, mit ihnen mitzulaufen oder anderweitig Deine Energie für sie zu verschwenden.
Dreh‘ lieber den Spieß um und frag‘ erst einmal. warum Du das tun solltest. Weigere Dich, jeden Unsinn mitzumachen, wenn es genug Argumente oder ungeklärte Fragen gibt, die dagegen sprechen. Lass‘ Dich weiterhin nicht mit Sätzen „Das wurde uns so gesagt und das machen wir dann aus Gewohnheit so“ oder „Das muss einfach sein“, mit „Das haben wir schon immer so gemacht.“ oder „Das ist jetzt alternativlos“ abspeisen – lass‘ Dir genau erklären oder schriftlich vorlegen, wer die Verantwortung dafür trägt, also Haftung übernimmt, und wer die Berechtigung zu dem hat, was er/sie versucht umzusetzen.

Berufe Dich in Deinem Leben öfters mal auf Deine Menschenrechte, die andere für Dich hart erkämpft und niedergeschrieben haben – ich habe den Eindruck, viele wissen nicht einmal mehr, dass es sie gibt.
Steh‘ für Deine Gesundheit ein, wenn Du feststellst, dass Dir etwas nicht gut tut. Bitte andere, auf Dich Rücksicht zu nehmen (aber nimm‘ in Kauf, dass sich Menschen vor Dir zurückziehen werden, wenn Du ihnen nicht erklären kannst oder willst, warum Du auf einmal Dinge von ihnen verlangst, die Du vorher nicht verlangt hast).

Ich habe – vor allem im letzten Jahr – festgestellt, dass Menschen, die so tun, als wären sie ganz normal und vernunftbegabte Wesen, verrücktere Dinge tun, als ich sie jemals tun würde, und sich widerspruchslos Dinge gefallen, Maßnahmen auferlegen lassen, die ich mir von niemandem – auch unter Strafandrohungen – verordnen lassen würde, weil ich weiß, dass sie unrechtmäßig geschehen.

Ich hab‘ in meinem Leben schon oft Energie mit sinnlosen Kämpfen verschwendet, indem ich versucht habe, meinen eigenen Spezial-Waffen einzusetzen oder mich gegen AngreiferInnen zu verteidigen, gegen die ich gar keine Chance hatte.
Heute frage ich mich oft, wieso uns in der Schule oder im Elternhaus eigentlich so selten jemand beibringt, wie man den Spieß, mit dem man bedroht wird, am Geschicktesten umdreht.
LehrerInnen und Menschen, die Lehrpläne machen oder genehmigen, Eltern und andere ältere Verwandte werden schon wissen, warum.
Und ich bin sicher, sie verfluchen Menschen wie mich, die überzeugt sind, dass allen Menschen die gleichen Rechte und das gleiche Wissen zustehen sollte. Ich bin nämlich überzeugt, dass unsere Welt eine schönere wäre, wenn Spießumdrehen die einzige Kampftechnik wäre, mit der wir Kriege ausfechten würden.

P.s.: Ich warte täglich darauf, dass mehr Menschen sich endlich von ihren PolitikerInnen den Sinn, die Risiken und die wissenschaftliche Datenlage zu jeder einzelnen politischen Maßnahme, jedem Test und jedem Impfstoff, erklären lassen, die unserer Gesundheit bzw. dem Schutz von gesundheitlich vorbelasteten Menschen dienen sollen – möglichst ohne dabei mehr Menschen krank und hinterher gesundheitlich vorbelastet zu machen – bevor sie bereit sind, auch nur eine einzige weiter umzusetzen. Es gibt Staaten, in denen wurden bereits alle abgeschafft.

 

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Dank für das Foto gebührt Thomas Habr (auf Unsplash)!