Lies‘ die Zeichen und Hilferufe Deines Körpers selbst!

Such‘ keine Hilfe bei Menschen, die Dir auch nur sagen können, was Du hast oder wie alles beim Alten bleiben kann, sondern lieber nach Ideen, ihn sinn- und liebevoll zu restaurieren

Obwohl ich ja selbst in dem (Aber-)Glauben großgezogen wurde, Menschen müssten – nicht nur wenn sie so schwer verletzt seien, dass sie sich nicht mehr selbst helfen können, sondern auch bei kleineren körperlichen Beschwerden, Unwohlsein oder „Krankheitssymptomen“ – zum Arzt oder zur Ärztin gehen, damit ihnen dort geholfen wird.

Dabei können wir Menschen uns – wie bei vielen anderen Angelegenheiten – bei den meisten gesundheitlichen Beschwerden ganz einfach selbst helfen, vor allem, wenn wir nicht über Jahre und Jahrzehnte die Zeichen unseres Körpers, also auch unserer Gedanken, und unserer Seele übersehen bzw. überhören.
Die allermeisten von uns brauchen keine fremde Hilfe, um zu atmen, zu essen und sich zu bewegen oder auszuruhen.
Aber die wenigsten verstehen, wie elementar die einfachsten Dinge für unsere Gesundheit und – wenn wir unsere Gesundheit so lange vernachlässigt haben, dass wir krank geworden sind – Heilung sind.

Gesundheit ist unser teuerstes Gut, habe ich schon oft gehört.
Kein Wunder, dass schlaue Menschen ein Milliardengeschäft daraus gemacht haben und Länder ihre Gesundheitssysteme darauf aufbauen, Menschen dafür zahlen zu lassen: für teure Apparate und Labortests, um Diagnosen zu erstellen, die umfassend ausgebildete ÄrztInnen an körperlichen Anzeichen ablesen und mit Nachfragen spezifizieren könnten, und für aufwändig, meist synthetisch, hergestellte Medikamente, die trotz aller Nebenwirkungen eher verschrieben werden als Bettruhe in Kombination mit körperlichen Entspannungsübungen, Nährstoffe oder sauberes Wasser zur Flüssigkeitszufuhr.
Mich wundert nur, dass ich persönlich immer noch so wenige Menschen kenne, die aufgehört haben, im Krankheitsfall „echte SchulmedizinerInnen“ aufzusuchen, deren Studium heute in meinen Augen vor allem darin zu bestehen scheint, Medikamentennamen und die dazu passenden Symptome – plus wie man diese mit welchen Testmethoden am schnellsten findet – auswendig zu lernen und dieses Wissen bestmöglich in die Tat umzusetzen.

Dabei kannst Du – auch ohne Laborwerte zu kennen oder interpretieren zu müssen und Dir wissenschaftliche Begrifflichkeiten merken zu müssen – ganz alleine herausfinden, warum Du krank geworden bist, auf was Du achten und was Du vermeiden solltest, wenn Du wieder gesund werden und Dich nicht so schnell wieder schlecht fühlen möchtest.
Ein paar biologischen Grundkenntnissen reichen im Prinzip dazu aus, dass vielleicht auch Du zustimmst, dass Medikamente mit möglichen unerwünschten Nebenwirkungen nie die erste Wahl sein sollten:

  • In Ruhe schlägt unser Herz langsam und unsere Atmung, Ein- und auch Ausatmung, wird automatisch tiefer.
  • Nur in Ruhe entgiften wir unseren Körper effektiv über die Atmung; nur in Ruhe, normalerweise vor allem im Schlaf, lässt ich unsere Körpertemperatur so nach oben regulieren, dass wir schwitzen können.
  • Nur wenn wir uns Zeit zum Essen nehmen, ausreichend kauen und Pausen machen, können wir Nahrung gesund verwerten.
  • Wenn wir aber unseren Körper, unsere Muskeln, Knochen und Sehnen, zu wenig oder einseitig bewegen, versteift oder verhärtet er; genauso wie unser Geist oder unsere Seele.
  • Wenn wir zu flach atmen, also vor allem zu wenig Kohlenstoffdioxid abatmen – denn die Sauerstoffzufuhr wird im Notfall immer über eine Schnappatmung gewährleistet – versauert unser Körper sozusagen, weil sich in uns Kohlensäure bilden kann (die sich entweder über längere Zeit ansammelt oder auf verschiedenen Wegen den Weg nach draußen sucht, um Platz für frische Luft zu machen).
  • Wenn wir gestresst sind oder uns Sorgen machen, sind wir – solange wir nicht bewusst gegensteuern – immer angespannt, haben einen hohen Puls und atmen viel zu flach, also vor allem zu wenig aus, schaffen uns also genannte Probleme der Übersäuerung.
  • Meistens haben wir dann auch entweder keinen oder Heißhunger – wenn nämlich unser Körper Energiereserven mobilisiert und unser Blut mit Zucker überströmt, dessen Nachschub gewährleistet sein muss, damit wir nicht in eine lebensgefährlichen Unterzuckerung enden.
  • Auch unser natürliches Durstgefühl wird unter Stressbedingungen oft ignoriert, so dass wir dann vielleicht nachts aufwachen, wenn unser Körper nach Flüssigkeitszufuhr schreit.

Die wenigsten Menschen haben sich von Natur aus so gut unter Kontrolle, also genug Selbstdisziplin, oder nehmen sich die Zeit, um auf ihre überlebenswichtigen „Funktionen“ wie

  • Herzschlag bzw. Puls und
  • Stoffwechsel – Atmung und Verdauung, d.h. Frischluft- bzw. Nährstoff- und Flüssigkeitszufuhr und Abfallstoffausscheidung – sowie
  • ihre Bewegung, die dafür sorgt, dass das, was wir dem Körper zuführen, auch sinnvoll eingebaut bzw. zwischengelagert oder – was wir nicht brauchen – wieder ausgeschieden werden kann,

zu achten, also für eine gesunde Balance zwischen Anspannung und Ruhe, Bewegung und Regeneration, (Stoß-)Zeiten mit zu vielen Nähr- oder Schadstoffen oder auch Flüssigkeitszufuhr und zu langen Zeiten ganz ohne (denn auch ganz ohne Kontakt zu potenzielle Giftstoffen wird unser Immunsystem schwächer – die Dosis macht ja bekanntlich das Gift!)

Die wenigsten Eltern haben ausreichend Biologiekenntnisse, um ihre Kinder über ihren Körper aufzuklären; vielen fällt es ohnehin immer noch schwer, über eigene körperliche Erfahrungen zu reden, vor allem die, die sie selbst oft noch gar nicht verstehen.
Mir sind keine Schulen bekannt, auf deren Lehrplan jemals Gesundheitsbildung zur Selbsthilfe stand. Wenn Gesundheitserziehung angeboten wird, dann mit – in meinen Augen – oft ideologischem Charakter, der selten individuelle, natürliche Voraussetzungen und daher auch unterschiedliche Bedürfnisse berücksichtigt.

Aber vielleicht kannst Du ja mit diesen paar wenigen Zeilen schon genug anfangen, um Dir nicht weiterhin von Menschen erzählen lassen zu müssen, Du müsstest jedes Mal den Weg in eine Arztpraxis auf Dich nehmen, um Dir erklären zu lassen, was Du hast.
Was Du mit Deinem neuen Wissen anfängst, was Du am Besten daraus machst, das können Dir am Besten Deine inneren Stimmen im Bauch, im Kopf und im Herz sagen. Und wenn Du unsicher bist, welcher Du vertrauen sollst, dann hilft es, mit anderen Menschen darüber zu reden, die nicht versuchen, Dir zu sagen, was Du tun sollst, sondern versuchen, Dir aus ihrer Perspektive dabei zu helfen, eine neue Sicht der Dinge zu erlangen.
Wenn Du Glück hast, klärt sich dabei ganz schnell, auf welche Du besser nicht weiter hören solltest, obwohl Du Dich sehr an sie gewöhnt und sie für die Wegweisende gehalten hast, und auf welche Du vielleicht bisher noch gar nicht gehört hast.

Auch wenn ein menschlicher Körper – im Prinzip wie ein Haus – eine Dauerbaustelle ist, wenn man alle Teile möglichst lange gut in Schuss halten will, kann es – genauso wie in Wohnräumen – Freude bereiten, wenn zumindest die Routinearbeiten so in Fleisch und Blut übergegangen sind, dass sie fest zum gesunden und glücklichen Leben gehören und wir uns gar nicht mehr vorstellen können, wie es ohne sie wäre.
Davon bin ich selbst noch weit entfernt; aber ich bin ja überzeugt, dass es – solange wir leben – nie zu spät ist, damit anzufangen, auch Ruinen wieder aufzubauen, wenn wir vorhaben, darin zu leben. Ich konnte mit Neubauten noch nie viel anfangen.

P.s.: Ich hoffe, Dir ist aufgefallen, wie gesundheitsschädlich es ist, die Entgiftung über die Ausatmung mit einer Stoffmaske zu behindern, in der sich Schadstoffe verfangen, Bakterien und Viren vermehren und Pilze wachsen können, also immer wieder etwas von dem einzuatmen, was der eigene Körper eigentlich loswerden wollte.

P.p.s: Organfunktionsstörungen, die natürlich andere gesundheitliche Auswirkungen haben können – wie Eisenmangel bei starken Menstruationsblutungen – sind nie die Ursachen von Krankheiten, sondern auch Reaktionen des Körpers – entweder auf schädliche Umwelteinflüsse oder innere Konflikte. Ihre Behandlung liegt in Deinen Händen.

 

———————————-

Dank für das Foto gebührt der Austrian National Library (auf Unsplash)!