Übe Gelassenheit!

Menschen, die (noch) nicht verstehen (können/wollen), was der/die jeweils andere verstanden hast, bezeichnen sich gerne gegenseitig als „LeugnerInnen“ der Realität

Ich weiß, ich wollte eigentlich „naturnäher“ schreiben – aber da ich mich zur natürlichen Säugetierart Homo sapiens zähle, ist alles, was mich in meinem Leben beschäftigt, im Grunde auch naturnah. Es gibt nur heute immer mehr Menschen, die ihre Verbindung zur Natur, ihre Abhängigkeit von ihr, leugnen und stattdessen versuchen, sich von ihr zu befreien, also unabhängig zu machen, sie zu unterdrücken und damit auch sich selbst zu beherrschen.
Viel Glück, kann ich dabei nur wünschen; weil ich überzeugt bin, dass Menschen davon früher oder später unglücklich und oft auch krank werden, wenn sie nicht genug Menschen um sich haben oder kaufen können, die sie immer wieder aufpäppeln.

Ich persönlich lasse mich immer weniger von Menschen aus der Ruhe bringen, die in meinen Augen kaum etwas oder rein gar nichts von Biologie und dem Leben auf der Erde verstanden haben und denken, sie wüssten etwas über die Gesetze und Regeln, an die man sich halten muss, um gut – möglichst gesund und glücklich – durchs Leben zu kommen, nur weil sie ihre eigenen Lebenserfahrungen gemacht, ein bestimmtes Alter erreicht oder etwas „Lebensnahes“ studiert haben.
Mich erschreckt immer wieder, wie mechanisch und statisch selbst viele BiologInnen Lebewesen oder Lebensräume, Ökosysteme, betrachten – wie tote Materie.

Ich bin überzeugt, dass es Menschen gibt, die ihren eigenen Lebensfaden durchtrennt haben, die Verbindung zu sich selbst, zu ihrer Lebensfreude und ihren Selbstheilungskräften – entweder „freiwillig“, weil sie keinen Sinn mehr darin erkannt haben, weiter an ihm zu hängen und dabei zu leiden, – denn Leben bedeutet auch Leid – oder weil sie irgendwann – denn jedes Kind hat noch die Verbindung zum ursprünglichen Leben und hängt, vielleicht ja mit seinem Nabel, auch mit dem Rest der Welt zusammen – mit Gewalt von ihrem Umfeld, von anderen wenig lebendigen Menschen, die ich sogar als Untote bezeichnen würde, dazu gezwungen wurden, also zu schwach waren, sich dagegen zu wehren.
Angst, Hilflosigkeit und Ohnmachtsgefühle machen nicht immer nur traurig und verzweifelt, sie können auch wütend und grausam machen, und sie können leider auch dazu führen, dass Menschen, die das nicht erkennen, diesen Teufelskreis nicht durchbrechen, weiterhin Menschen zu gefühlsarmen oder -toten Wesen machen, die sich nicht mehr als lebendige Wesen, als Lebewesen, erkennen.

Ich persönlich verzweifle gerade ein bisschen daran, dass sich immer noch so viele Menschen, – obwohl es nicht nur für mich schon ein Jahr lang soooooo offensichtlich ist, dass gezielt Angst vor einem Virus geschürt wird, das seit jeher mit uns, also auch in uns, lebt – Menschen, die mir am Herzen liegen, sich mit immer abstruseren Verordnungen abfinden, sie sogar so verteidigen, dass sie Menschen, die sie selbst lieben, verletzen oder verstoßen und aus ihrem Leben verbannen.
Aber ich lasse den Schmerz zu. Ich weine oft, weil ich danach wieder klarer sehen kann.
Ich weiß nach etlichen Jahren Wut in vielen Natur- und Tierschutzangelegenheiten und 12 Monaten Übung in Sachen Corona-Berichterstattung, dass ich nichts verdrängen kann, ohne dass es mich krank machen würde. Also lerne ich lieber, das gelassener zu ertragen, was mich traurig und wütend macht.
Ich kann immer besser akzeptieren, also gelassener hinnehmen, dass nicht alle Menschen Informationen von mir haben wollen, die sie für ein gesundes – oder tier- und umweltfreundliches – Leben bräuchten. Ich weiß heute, weil ich es sehen kann oder es mir Menschen ganz klipp und klar sagen, dass sie lieber einfach so lange wie möglich so leben wollen, wie sie es nun einmal wollen, auch wenn ihr Lebensstil längst zum Tod verurteilt ist oder sie selbst krank macht, weil er sie zu sehr vom Leben abschottet.
Auch Sarkasmus ist eine Art, Mitgefühl auszudrücken, so dass sich sogar darüber lächeln lässt, dass gerade die Menschen, die die größte Angst vor dem Sterben und dem Tod haben, Menschen vertrauen, die selbst überhaupt keine Ahnung von Leben und Tod haben – weil sie keines von beiden überhaupt (noch) nah genug an sich heran lassen, um sich damit zu beschäftigen.

Tödliche Unfälle passieren aus Unachtsamkeit; tödliche Krankheiten zeigen an, dass ein Organismus oder eine ganze Population gehörig in Schieflage geraten ist und dringender Handlungsbedarf – nämlich eine neue Ressourcenverteilung, mehr Fürsorge und Unterstützung oder Entspannung und Erholung – herrscht.
Beides ließe sich zukünftig verhindern – allerdings weder mit Medikamenten behandeln noch mit Impfungen vorbeugen. Wer (sich) im Leben zu häufig vorbeugt, darf sich am Ende nicht wundern, wenn er/sie sich eher früh als spät dem Leben beugen muss und zu den Opfern eines Unfalls, einer Krankheit oder Krise gehört…

Ich versuche lieber, jeden Tag aufzustehen und mein Bestes zu geben, das tun, was ich in meiner Macht und meinem Einflussbereich liegt, auch wenn das – ironischerweise gleichzeitig – viel weniger und viel mehr ist, als ich gerne tun würde. Ich versuche, die Balance dazwischen zu halten und mich vor allem nicht von denen beirren zu lassen, die überhaupt nicht wissen, was ich gerne tue oder tun würde, weil ich es gelernt habe oder gut kann.

Ich habe gelernt, warum nicht alle Menschen gleich sind, obwohl sie alle zu einer Art gehören und im Prinzip gleich funktionieren.
Ich weiß, dass Menschen die Welt aufgrund ihrer Lebenserfahrungen unterschiedlich wahrnehmen; dass sie unterschiedliche Vorstellungen von Raum und Zeit haben und dass die sich je nach Situation ändern können.
Ich weiß, dass das vielen Menschen nicht bewusst ist.
Ich weiß, dass es mir viel zu lange dauert, bis sich verfügbare Informationen in einer Welt von 8 Milliarden Menschen verbreitet haben.
Ich weiß, dass viele sterben werden, bevor sich ein „neues Weltbild“ überall herumgesprochen hat und allen klar ist, wie albern das vorherige war.
Ich weiß auch, dass selbst viele Menschen, die es ins Fernsehen oder andere Medien geschafft haben und dort gerne ihre persönlichen Meinungen kundtun, um sie am Liebsten zum Maß aller Dinge zu machen – darunter auch einige HeldInnen meiner Jugend, die sich gerade als Gesundheits-ExpertInnen oder PolitikerInnen aufspielen„, aber vermutlich keine Prüfung in Gesundheitsfragen oder Gesetzgebung bestehen würden.
Ich weiß, dass manche Menschen nur offen und ehrlich reden, wenn man ihnen versichert, dass ihnen dann nichts passiert, oder wenn die Kamera gerade nicht läuft.

Ich weiß, dass vieles in diesem Leben zum Heulen ist.
Es ist ein Trauerspiel, wenn man selbst verstanden hat, wie und warum sich Menschen im Kreise drehen; aber nicht, wie man sie dort heraus holen kann, weil sie nicht bereit zum Zuhören sind oder einfach nur Menschen zuhören wollen, die dieses Ringelreih-Spiel selbst mitspielen oder davon profitieren, dass andere es tun, weil sie vielleicht darauf gewettet haben, wer als erste/r ausscheidet.
Aber es wird nicht dadurch besser, dass man sich die Tränen verkneift oder Augen und Ohren davor verschließt.

Ich persönlich werde weiter Gelassenheit darin üben, Menschen das Leben und die, also ihre eigene, Realität zu erklären, die äußere Welt, genauso wie die „geistige Welt in ihrem Inneren“.
Eine besondere Herausforderung stellen für mich als LebenswissenschaftlerIn natürlich die (Un-)Gläubigen, meist „LeugnerInnen“ ihrer eigenen Abwehr- und Selbstheilungskräfte oder Möglichkeiten, die ihr Leben lang nach einem Gott und Erlöser Ausschau halten, der ihnen eines Tages zu Hilfe eilen wird, obwohl oder weil ja schon in der Bibel steht, dass Gott den Menschen nach seinem Ebenbild geschaffen hat.
(Ich habe die Ahnung, dass sie bis in alle Ewigkeit auf jemanden warten werden, der – nachdem, was mit dem Letzten passiert ist, von dem behauptet wurde, er sei das Fleisch Gottes – sich freiwillig und mit gutem Gewissen als alleinige/r VertreterIn einer göttlichen Macht zu erkennen geben würde.)

P.s.: Ich bin heute zum Beispiel auch überzeugt, dass Übermut ein Unwort ist, das sich ängstliche Menschen aus ihrer Perspektive haben einfallen lassen, um Mut schlecht zu reden. Die größten UnruhestifterInnen sind deshalb auch nicht die Tollkühnen, die meist wenige Anhänger für ihre selbstmörderisch anmutenden Ideen finden, sondern die Angsterfüllten, die versuchen, andere von ihren Ideen abzuhalten. Sie richten oft großen Schäden damit an.

P.p.s.: Aus Angst vor Bestrafungen nicht auf das Recht zu bestehen, die eigene Gesundheit nicht mit einer Mundnasenmaske zu gefährden und zum eigenen Glück unbegrenzt Freunde und Familienangehörige treffen zu dürfen, ist in meinen Augen gleichzeitig erbärmlicher und gefährlicher als die Angst davor, bei Zuwiderhandlungen feststellen zu müssen, dass man nicht mehr in einer Demokratie lebt, in der noch das Grundgesetz oder zumindest und Menschenrechte gelten.

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Dank für das Bild gebührt dem- oder derjenigen, der oder die es entworfen hat! Ich habe es leider ohne weitere Anhaltspunkte schon vor einer ganzen Weilen zugeschickt bekommen.