Räume auf in Deinem Leben, wenn Du Dich nach Ruhe und Ordnung sehnst

Beseitige den Müll, den Du hinterlassen und den Du angesammelt hast – in der Welt, Deinem Zuhause, Deinem Körper, Deinem Kopf und Deinem Herzen

Manche Menschen lieben das Chaos – weil sie denken, es macht das Leben aus, turbulent zu sein.

Andere sind Ruhe- und OrdnungsfanatikerInnen – weil sie schnell durcheinandergebracht werden, wenn sie keinen Überblick haben.

Beide Extreme beruhen im Prinzip auf denselben Verlust- oder Versagens-Ängsten: Etwas (Lebens-)Wichtiges zu übersehen, nicht zu haben oder nicht zu wissen (wo sie es finden können). Nur die Umsetzungsstrategien sind unterschiedlich; und beide sind von zweifelhaftem Erfolg.
Die „Chaos-Menschen“ haben oft mehr Ordnung in ihrem Chaos als „geordnete Menschen“ vermuten würden, und die, die so tun, als wären sie besonders ordentlich, finden sich im Leben oft weniger zurecht als die, die gelernt haben, mit dem Chaos zu leben.

Die meisten Menschen haben ihre natürliche Herkunft, ihre Natur „vergesssen“ bzw. in einer zivilisierten Welt nie gelernt, d.h. nie von jemandem beigebracht bekommen, woher sie ursprünglich eigentlich kommen, welche natürlichen, vererbten – genetischen oder epigenetischen – Voraussetzung sie überhaupt mitbringen, um leben zu können, was sie als Menschen ausmacht, welche natürlichen Bedürfnisse Menschen haben und wie sie als Menschen leben müssen, wenn sie nicht krank oder unglücklich werden wollen.
Die meisten Menschen sehen und kennen die Ordnung in der Natur nicht; viele Menschen bezeichnen unberührte Natur als „Wildnis“.
Dabei könnten sie aus eigenen Erfahrungen wissen, dass nichts, was im Leben nicht geordnet abläuft, dauerhaft funktionieren kann.

Leben beruht auf Zyklen: Entstehen – also Wachstum und Entwicklung – und Vergehen – also Um- oder Abbau. In der Natur gibt es keine statische Phase des „Erwachsenseins“, in der alles einfach ohne Zutun weiterläuft; es gibt im Leben keinen Zeitpunkt, zu dem wir nichts tun müssten, ohne dass wir dafür irgendwann die Konsequenzen tragen müssten, wie uns das viele „Ratgeber“ (Menschen oder Bücher u.ä.) einreden wollen.
Wenn eine Aufbauphase beendet ist, beginnt die Abbauphase.
Jedes Lebewesen hat es im Prinzip (denn ein lebendiger Körper baut sich nicht überall gleich schnell auf und ab) in der Hand, wann dieser Zeitpunkt erreicht ist: wann es sich nicht mehr weiterentwickeln möchte, wann es nicht mehr (geistig) wachsen möchte, wann es ihm zu anstrengend ist, – mit Ernährung und Bewegung – für den Erhalt des eigenen Körpers zu sorgen.
Leben ist nicht einfach, Leben kostet Kraft und Anstrengung.
Wir können zwar „einfach leben“, wir können es uns möglichst einfach und bequem machen oder möglichst viel Verzicht üben.
Aber dann haben wir unser Leben nicht dazu genutzt, wozu es in meinen Augen als Lebenswissenschaftlerin da ist: zum Leben!
Zu einem glücklichen, gesunden, sowohl lustvollen und überschwänglichen als auch achtsamen und demütigen Leben.

Die meisten Menschen finden keine Mitte dazwischen. Die meisten Menschen neigen zu Extremen und wundern sich, wenn sie dabei extrem unglücklich sind oder schwer krank werden.

Keine Regierung der Welt, außer vielleicht Bhutan, hat Interesse daran, Menschen glücklich und gesund am Leben zu erhalten, wenn ihr tatsächlicher Fokus auf Wirtschaftswachstum, Wohlstand und/oder auf Forschung und Entwicklung von Produkten, die den Menschen dienen sollen, nicht aber auf der Entwicklung der Menschen – ihres Körpers, ihres Geistes, ihrer Seele – liegt.
Keine Regierenden der Welt haben bisher wahrscheinlich verstanden, was Gesundheit und Glück sind und wie man sie erhält oder sogar fördert.
Ich vermute, sie denken – wie die meisten Menschen – , dass

  • vor allem Erinnerungen – an die eigenen Kindheit oder Jugend und an die „gute alte Zeit“ – die glücklichsten sind oder sogar sein müss(t)en;
  • Menschen erst glücklich leben können, wenn sie dafür auch einen außergewöhnlichen, also keinen alltäglichen, Anlass zu haben, also eine Party oder ein Fest veranstalten oder eine Veranstaltung besuchen, sich etwas Schönes kaufen oder in den Urlaub fahren;
  • Glück und Gesundheit automatisch abnehmen, weil man gar nicht ausreichend auf sie achten und damit am Leben erhalten kann, selbst wenn man wollte.

Vielleicht haben PolitikerInnen und große UnternehmerInnen aber einfach auch andere Prioritäten in ihrem Leben als Gesundheit und Glück der ihnen untergebenen oder unterlegenen Menschen? Ich habe schon lange den Eindruck, dass Menschen, die andere regieren wollen, der Sinn nicht danach steht, die Welt und unser Leben in Ordnung zu halten, geschweige denn zu verbessern, sondern in erster Linie ihr eigenes, für das sie jede Zerstörung anderer in Kauf nehmen.

Wenn wir Menschen uns also um unser eigenes Leben und Glück kümmern woll(t)en und auch zukünftigen Generationen noch ein gesundes Leben ermöglichen, müss(t)en wir die Welt eher „von unten“ neu ordnen statt uns eine „neue Weltordnung“ von den Reichsten und Mächtigsten nach deren Vorstellung überstülpen zu lassen:

  • Wir müss(t)en – statt zuzulassen, dass unsere Mittelschicht immer mehr und besonders gerade gezielt zerstört wird – das Chaos von oben her beseitigen, also möglichst dort „Stellen abbauen“ – durch Arbeitsverweigerung oder Produktboykotte – , von denen bisher nichts Sinnvolles für die Menschheit geleistet wurde.
  • Die Ordnung in der Natur lässt sich leicht wieder herstellen, wenn man den Müll darin beseitigt und sie einfach „verwildern“ lässt.
    (Da wir gleichzeitig aber von ihr leben und möglichst viele Menschen mit ihr ernähren müssen, müssten wir – um sie nicht unnötig mit Transportwegen zu zerstören und mit Abgasen zu belasten – lernen, Menschen möglichst lokal zu versorgen und möglichst nur das an andere zu liefern, was für andere lebensnotwendig ist. Ich sage bewusst „möglichst“, weil ich sicher bin, dass Menschen, die die Natur achten, d.h. sie als ein Gegenüber betrachten, das uns etwas gibt, automatisch möglichst wenig von ihr nehmen oder ihr dafür etwas zurückgeben, also für einen sinnvollen Ausgleich sorgen würden.)
  • Für die Ordnung in unserem eigenen Leben gibt es schon viele – in meinen Augen sinnvolle – Ratgeber (wie die von Marie Kondo), die den Fokus auf die Dinge lenken, die wir wirklich nutzen und brauchen, weil sie uns und andere glücklich machen.
  • Wie man den eigenen Körper in Ordnung bringt, also wieder „fitter“ macht, dazu kann die Biologin einerseits nur sagen „use it or lose it“, also finde heraus, welche Organe und Körperteile Du zu selten benutzt und welche anderen Du dafür wahrscheinlich überstrapaziert hast und sorge für Ausgleich; andererseits „was man oben hinein steckt, kommt unten mehr oder weniger verwertet wieder heraus“.
  • Unser menschliches Gehirn, der Geist, ist mit Sicherheit bei den meisten Menschen, die ein „modernes Leben“ mit all seinen „Annehmlichkeiten“ führen, überfordert – einfach weil sie zu wenige davon einfach mal abweisen. Stattdessen lassen sie sich eher von allen Seiten, nicht nur dem Fernsehen oder Radio mit Informationen zumüllen und wundern sich über Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten und die Zunahme von Demenzerkrankungen.
    Auch wenn wir Wiederholungen brauchen, um zu lernen, uns also manchen Filme oder Serien doppelt und dreifach ansehen: Hör‘ Dir vor allem nicht dieselben Nachrichten immer wieder an. Wenn sie für Dein Leben wirklich wichtig wären, müssten sie nicht ständig wiederholt werden, weil Du dann auch um Dich herum sehen oder spüren würdest, warum das wichtige Informationen sind. (Prüfe also sorgfältig, ob Dich jemand mit Informationen „hypnotisieren“ oder in eine Falle locken will, indem er/sie sie nur oft genug wiederholt, weil er/sie bemerkt, dass Du darauf anspringst!)
  • Zur Ordnung in Herzensangelegenheiten kann ich nur sagen: Folge dem, was Dein Herz Dir sagt. Ich weiß, dass man sich dann häufig gegen das entscheiden muss, was der Kopf oder Bauch sagt. Aber da ich weiß, wie fehleranfällig unser menschliches Gehirn ist und wie leicht es sich immer mal wieder täuschen lässt, wenn man nicht ständig auf der Hut ist; weil ich weiß, dass der Bauch oft nach Ersatzbefriedigungen für wirklich lebensnotwendige „Dinge“ (die auch andere Menschen sein können) schreit, verlasse ich mich lieber auf mein Herz, auch wenn das dabei den ein oder anderen Hieb einstecken muss. Ich hab‘ gelernt, dass es schon hilft, dann einfach ein bisschen zu weinen – bis man sich selbst damit zu doof vorkommt und sich etwas Sinnvolleres vornimmt.

Ich finde alles sinnvoll, was man tatsächlich in Ordnung bringen kann; aber es ist genauso unsinnig, Zeit mit der Ordnung vieler unwichtiger Dingen zu verschwenden, – weil die wirklich wichtigen viel Zeit und Mühe erfordern würden – wie die wichtigsten unter möglichst vielen anderen Dingen aus den Augen zu verlieren.

P.s.: Am sinnvollsten fände ich es, wenn wir dazu zuerst einmal den Einfluss der größten PsychopathInnen dieser Erde (leicht zu erkennen an ihrem Gesichtsausdruck bei Themen, die das Leben vieler Menschen gefährden), den sie aufgrund ihres Vermögens haben, begrenzen bzw. drastisch einschränken würken statt sie als Helden für Dinge zu feiern, ohne die die Menschheit problemlos überleben würde.

 

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Dank für das Foto gebührt Hermes Rivera (auf Unsplash)!

 

 

 

 

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