Sei achtsam und beobachte nicht nur andere, sondern immer auch Dich selbst!

Von wem lässt Du Dich von etwas abhalten und wer oder was wiegt Dich in Sicherheit?

Bist Du neugierig?
Stürzt Du Dich gerne in Abenteuer, betrittst also gerne neues, unbekanntes Terrain?
Oder hast Du in Deinem Leben so viel Stress, dass Du meistens einfach nur noch Deine Ruhe haben möchtest?
Wer sorgt sich um Dich?
Wer lässt sich von Dir versorgen?
Wen bezahlst Du dafür, dass er/sie sich um Dich kümmert; wem gibst Du gerne etwas, wer fordert sogar eine Entlohnung dafür und wer nicht?
Wer entschädigt Dich für das, was Du für ihn oder sie tust?
Wer bietet Dir Hilfe an und wer oder was hilft Dir wirklich?

Ist Dir bewusst, dass eine Gesellschaft, die „ordentlich“ oder „vorbildlich“ funktionieren sollen, streng geregelt sein muss?
Ist Dir schon mal aufgefallen, wie wenig neugierig auf Fremde und abenteuerlustig ein Großteil der Menschen nicht nur in Deutschland ist oder zumindest scheint?
Bist Du schon einmal die Idee gekommen, dass viele Menschen in den „entwickelten“ Ländern krank oder unglücklich sind und Sehnsucht nach der Ferne haben, weil ihnen genau das in ihrem Leben fehlt?
Das Abenteuer.
Die Lust am Leben.

Schon die meisten Kinder bekommen ihre natürliche Neugier und Abenteuerlust früh aberzogen – obwohl es vor allem in der westlichen Welt wenige echte natürliche Gefahren für sie gibt, die ihnen aus Neugier zum Verhängnis werden könnten. Vielen Kindern wird mit Drohungen, also dem Schüren von Angst, mit Tricks oder Belohnungen, also dem Wiegen in Sicherheit, antrainiert – weil alles irgendjemandem gehört oder irgendwie geregelt ist – immer erst zu fragen, ob sie etwas ausprobieren dürfen oder nicht. Unser angeborenes Selbstvertrauen, unsere Sinneswahrnehmungen und unsere Intuition werden in dieser Welt seit langer Zeit nicht mehr oder viel zu wenig gefördert; irgendwann verlieren viele den Mut oder die Ausdauer ganz, herauszufinden, was gut oder schlecht für sie ist, welche Gefahren es tatsächlich für ihr Leben gibt und was vielleicht nur gefährlich scheint oder sie in gefährlicher Sicherheit wiegen soll …

Als begeisterte Lebenswissenschaftlerin, Naturalistin statt Scientistin – wie die NaturbeobachterInnen gerne von den (Labor-)WissenschaftlerInnen unterschieden werden – habe ich mich seit vielen Jahren nicht nur mit der „Funktionsweise“ von Lebewesen oder Ökosystemen, also Lebensräumen, auseinandergesetzt, sondern auch mit den Bedrohungen, denen sie ausgesetzt sind: Gefahren für das Leben, also die Gesundheit, die jedem Lebewesen mit auf seinen Lebensweg gegeben wird und die stark vom Lebensraum beeinflusst wird, in den es hineingeboren wird.
Das Leben, die Natur, Gesundheit und damit verbunden auch das Glück aller Lebewesen, wie auch immer sie es empfinden, sind untrennbar miteinander verbunden, darin besteht für mich kein Zweifel. Menschen, die den Bezug zur Natur oder ihren vielfältigen BewohnerInnen verloren oder nie gelernt haben, können das nicht sehen; sie sind nicht nur blind (geworden) und haben weder oder wenig Verständnis für das, was ihnen die Natur zeigt, noch für das, was ihnen ihr eigener Körper im Zusammenspiel von Kopf, Bauch und Herz und Haut bzw. all ihren Sinnesorganen sagt.
Aber viele von ihnen verspüren trotzdem noch einen (vermutlich lange unterdrückten) Freiheitsdrang, den sie von Natur as haben: den Drang, sich auch in neue, also prinzipiell gefährliche Situationen weitab vom sicheren Zuhause zu begeben und Abenteuer zu erleben.

Menschen sind nicht lange glücklich ohne Abenteuer.
Aber unglückliche Menschen lassen sich viel leichter in bestimmte Richtungen lenken, regieren und beherrschen; das dauerhafte Glück und die Freiheit der Menschen lag Herrschsüchtigen noch nie am Herzen, genauso wenig wie Menschen, die – um selbst überleben zu können – darauf angewiesen sind, andere in Abhängigkeit von sich oder ihren Dienstleistungen oder Produkten zu halten.

Menschen, die das Abenteuer „Natur und Leben“ auch im Alltag erkannt haben, die wissen, wie wenig sie dazu brauchen, glücklich zu sein, beginnen häufig, aus bestehenden, gesellschaftlichen Systemen „auszusteigen“, ihre eigenen Fähigkeiten, Selbstversorgungs- oder Selbsthilfemethoden zu entwickeln, um sich – zusammen mit anderen „Naturfreaks“ – frei und unabhängig zu fühlen.
Menschen, die ihre Naturverbundenheit erkannt haben, denen bewusst ist, was wir Menschen von der Natur geschenkt bekommen und was wir ihr dafür zurückgeben, also in ihr hinterlassen, achten darauf, dass sie

  • möglichst naturnah leben und sich natürlich ernähren, d.h. der Natur und ihren BewohnerInnen dabei möglichst wenig Schaden – in Form von Chemikalien, Raubbau oder, vor allem Plastik-, Abfällen – zufügen;
  • Ressourcen, auch Wasser oder Strom, achtsam nutzen und nicht unnötig verschwenden, also möglichst viel mit den eigenen Händen oder mit körperlichem Einsatz machen statt von Anfang an technische Hilfsmittel zu verwenden;
  • sich nicht leicht ablenken lassen von „natürlichen Ersatzbefriedigungen“, also sich nicht täuschen lassen von „greenwashing“ bzw. verheimlichten Nebenprodukten und Inhaltsstoffen oder den „Abenteuern des modernen Alltags“ – von Abenteuerromanen, Sensationsmeldungen oder Hollywoodgeschichten und anderen fiktiven, virtuellen Realitäten – oder
  • sich auch nicht belügen lassen über „natürliche Bedrohungen“, die nicht auf wissenschaftlichen Grundlagen, sondern auf willkürlichen wissenschaftlichen Definitionen von „GefährderInnen“ oder „Gefahrenlagen“ beruhen.
  • sich Zeit für die Dinge im Leben nehmen, die Zeit brauchen, und
  • wertvolle Lebenszeit, die sie sich nicht wieder zurückholen können, nicht damit verschwenden, sich zukünftige erkaufen zu wollen.

Dass solche Menschen, die schon seit längerer Zeit (wieder einmal? aus Wut über die Unfreiheit, Lügen und Ungerechtigkeiten des gesellschaftlichen Lebens?) mehr werden, eine Gefahr für Regierungen sind – die nur Menschen gut regieren können, die von ihnen abhängig sind – ist mir heute klar. Mir ist gestern auch klar geworden, dass – genauso wie ich als Naturwissenschaftlerin – auch HistorikerInnen bestimmte Entwicklungen schon früh „voraussehen“ können, einfach, weil sie gelernt haben, auf kleinste Hinweise und Wiederholungsmuster zu achten.
Mir ist heute klar, dass viel zu viel Menschen viel zu wenig in die Vergangenheit schauen und daraus lernen wollen, sondern glauben, sie hätten schon alles verstanden und müssten sich nur auf die verlassen, die ihnen aktuell berichterstatten, um alles Wichtige zu wissen, was sie für die Zukunft bräuchten.
Ich halte das für einen fatalen Fehler.
Ich bin überzeugt, dass es selten Neugier ist, die schadet oder jemanden tötet; aber dass fehlende Skepsis, die Überzeugung, nichts mehr Neues lernen zu müssen oder zu können, Menschen immer wieder ins Unglück stürzt, selbst wenn sie selbst das zuletzt bemerken.

P.s.: Neues kann auch entdecken, wer sich neu mit etwas „Altbekanntem“ – sei es angeblich „natürlich“ oder „unnatürlich“  beschäftigt; seit gestern weiß ich zum Beispiel, dass die Seefahrt in unserer Menschheitsgeschichte nicht nur „mutige Männer“ angezogen hat, sondern „Seefrauen“ in bestimmten Ländern nicht ungewöhnlich sind bzw. waren, es also fraglich ist, ob es nicht aus kulturellen Gründen oder wegen gesellschaftlicher Zwänge nur wenige gibt..

P.p.s.: Wer sich vom Demonstrieren für die eigene Freiheit und Demokratie im Land abhalten lässt, weil Medien womöglich vor Gefahren warnen, hat wenig Ahnung davon, wessen Interessen öffentliche Medienberichte dienen. Ich durfte letzten Samstag zwar ohne „Passierschein“ in Form eines ärztlichen Attests ohne Maske – die ich meiner Gesundheit und Menschenwürde zuliebe nicht trage – nicht auf das Gelände, weil von Menschen, die sich nicht an Regeln halten, schon immer eine größere Gefahr ausging; zumindest für die, die Regeln vorgeben wollen; aber die Bilder und Zahlen an Menschen, die ich vor Augen hatte, entsprechen weitaus mehr denen von privaten FilmerInnen als dem, was ich „offiziell“ dazu berichtet wurde (Ich habe keine Ahnung, von wann die Aufnahmen der GegendemonstrantInnen stammen – während der ersten Reden standen dort höchstens 50 Menschen! Und auch wenn ich das Wort „Großdemo“ für übertrieben halte, 1500 für Grundrechte – und gegen gewaltsame, diktatorische Maßnahmen – demonstrierende Menschen sind in meinen Augen wirklich vorsichtig, am unteren Ende der Skala, geschätzt …)

 

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Dank für das Foto gebührt Coline Haslé (auf Unsplash)!

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