Sei Du selbst, auch wenn das unangepasst ist!

Werde Dir dazu vor allem bewusst, wovon Du Dich befreien willst!

Ich habe mich schon oft gefragt, warum ich mich nicht gut anpassen kann an eine Gesellschaft von Menschen, die

  • zulassen, dass Tiere für sie gequält und getötet werden, nur damit sie bestimmt Geschmackserlebnisse haben – denn verhungern würde hierzulande niemand ohne tierische Produkte;
  • die mit Arbeit ihr Geld verdienen, die die Natur zerstört, um sich davon dann Dinge und Hobbies leisten zu können, für die natürliche Ressourcen ausgeplündert werden, die Natur also zusätzlich zerstört wird – dabei könnten wir sehr viel ressourcenschonender leben, wenn wir uns mehr Zeit zur Planung unserer Vorhaben, zum Überprüfen unserer Kriterien und Wünsche geben würden und nicht einen Markt geschaffen hätten, der nur damit überleben kann, dass er uns alles zu jeder Zeit im Überfluss anbietet;
  • Ihre eigenen Häuser bauen wollen in einer Welt, die in meinen Augen schon genug betoniert ist, in der wir Menschen schon genug Lebensraum für sich beanspruchen – wenn nicht so viele Menschen ganz alleine in Wohnungen oder zu zweit in Häusern leben wollen würden, wenn nicht so viele Gebäude in ganzen Landstrichen aufgrund fehlender Arbeitsplätze und Infrastruktur verwaist wären, sondern wieder bewohnt werden könnten, könnte eine ohnehin nicht zukunftsfähige – denn nachhaltig ist nur Um- und Wiederaufbau – Neubaubranche endlich schließen.
  • selten zufrieden sind mit dem, was sie schon haben, die also „unbedingt“ immer wieder neue Dinge brauchen, die sie aber gar nicht wirklich für das, was sie gerne und oft tun, nutzen; außer wenn das, was sie gerne und oft tun, darin besteht, sich anzuziehen und hübsch zu machen; sich schöne Dinge anzuschauen oder von fernen Orten zu träumen – dabei gibt es so viele Dinge, die Menschen viel leichter glücklich machen können, weil schon Glückshormone produziert werden, wenn man es geschafft hat, eine Runde um den Block zu rennen, oder wenn man zu Musik tanzen kann, die einem gefällt;
  • Reinigungspersonal ihren eigenen Dreck beseitigen lassen, weil sie so große Räumlichkeiten nutzen, die sie gar nicht selbst sauber halten wollen;
  • lieber über Geschmack und die Essenszubereitung diskutieren als darüber, welche Nahrungsmittel der eigenen Gesundheit gut tun und welche warum nicht, welche lokal und regional produziert und wo erworben werden können und welche nicht,
  • lieber über Bücher, Kunst oder Musik reden, die möglichst wenig mit der Realität zu tun haben oder Menschen einseitig bloß und als Feinde oder Witzpersonen darstellt, und Ratgeber, die auch für langjährige Probleme möglichst einfache und schnelle Lösungswege versprechen, als über Geschichtsbücher, die erklären, warum wir heute bestimmte Probleme haben, an deren Lösung wir zusammen arbeiten müssten, oder über andere aufklärende Literatur, meist von AussteigerInnen aus bestimmten Branchen oder Systemen, die uns vor Augen führen, dass wir die durch unser eigenes (Kauf- und Nutzungs-)Verhalten geschaffen haben, aber auch verändern könnten. „Der Markt“ ist zwar politisch viel zu mächtig, um uns überhaupt noch eine echte Wahl unter seinen Produkten zu lassen – aber wir haben immer noch die Wahl, seine Produkte gar nicht mehr zu nutzen, sondern Alternativen dazu zu suchen, die es immer gibt oder die wir selbst mit unserer menscheneigenen Kreativität schaffen können, oder uns von möglichst vielen ganz loszumachen, zu befreien also.

Wer sich von etwas Liebgewonnenem befreit, wird Zeit brauchen, sich an etwas Neues zu gewöhnen.
Es muss viele gute Gründe geben, sich von Dingen oder Menschen zu trennen, an die man sich über viele Jahre oder Jahrzehnte angepasst hat.
Der beste Grund ist der, wenn man erkennt, dass man selbst dabei krank und unglücklich geworden ist oder sich – trotz ihrer Gegenwart – immer schlechter oder sogar einsam fühlt.

Vielleicht ist es sogar der einzige Anlass, der Menschen dazu bringt, sich daran zu erinnern, wer sich wirklich sind, wer sie mal waren, bevor sie sich angepasst haben an eine Gesellschaft – sei es eine, die sich als elitär betrachtet, weil sie Golfclubs besucht oder von Straßengangs beherrscht wird -, die wenig mit einer menschlichen Gemeinschaft zu tun hat, die auch Andersdenkende und -lebende als gleichberechtigte Mitmenschen anerkennt.

Ist Dir bewusst, woran Du „nur“ angepasst bist und wo Du überhaupt nicht (mehr) DU SELBST bist?
Weißt Du, wie viele Menschen Dich durchschauen, also nicht nur das sehen, was Du offen zeigst oder worüber Du offen redest? Weißt Du, welche davon Dich so, wie Du bist, zu schätzen wissen – Menschen, denen egal ist, was Du hast oder verdienst oder ihnen bieten kannst, weil sie einfach gerne Dinge – egal was, vielleicht einfach nur spazieren gehen – MIT DIR machen und MIT DIR reden?

Wird Dir vielleicht langsam klar, wie viel (Lebens-)Energie und Kraft Du Dir sparen könntest, wenn Du nur noch für oder mit Menschen zusammen arbeiten würdest, die Dir, Deinen Idealen, Wünschen und Zielen nicht im Weg stehen, sondern sie möglichst – so gut sie können – oder sogar voll unterstützen würden?

Kannst Du Dir vorstellen, dass es den meisten anderen Menschen in unserem modernen Leben nicht besonders gut geht und sich viele, vielleicht sogar auch die meisten, nach mehr menschlicher Wärme, nach ehrlichen Gesprächen, nach weniger beruflichem, partnerschaftlichem, familiärem oder insgesamt gesellschaftlichem (Erfolgs-)Druck, nach weniger Kontrolle durch andere oder „die Technik“ und mehr Zeit in der Natur sehnen?

Merkst Du, wie sehr wir es selbst in der Hand haben – wenn wir

  • selbst Dinge oder Menschen und andere Lebewesen zu kalt und nüchtern betrachten;
  • selbst nicht offen und ehrlich reden;
  • uns Druck machen lassen von Dingen oder anderen statt entspannt unser Bestes zu geben;
  • uns unnötig Kontrollinstanzen oder -systemen, mit denen die reichsten und größten Unternehmen der Welt ihr Geld verdienen, auszuliefern, zu denen es bereits viele Alternativen gibt;
  • nicht die Natur in unserer nächsten Nähe nutzen, um „endlich mal ‚raus“ zu kommen, uns die lebendige Natur nicht ins Haus holen oder uns in unserer Freizeit nicht ein Hobby suchen, das uns wieder mehr mit der Natur verbindet statt eines, für das wir sie in erster Linie ausnutzen?

Ich wünsche Dir von Herzen, dass Du Wege findest, in Zukunft vor allem Du selbst zu sein.

Denn ich habe die feste Überzeugung, meine Beobachtungen und Erfahrungen bestätigen mir das, dass die Menschheit ein ganzes Stück freundlicher und friedlicher wäre, wenn sie sich vor allem an der Natur und ihren Gesetzen, an unserem Menschsein, unseren natürlichen Bedürfnissen, unserer Intuition, unserem Gewissen, orientieren (würde) und weniger versuchen müsste, sich an gesellschaftliche Normen und Regeln anzupassen, die sich nur ein paar wenige immer wieder neu überlegen oder immer detaillierter formulieren, die also immer unübersichtlicher werden.

Zurück zu dem, was wirklich wichtig ist, zu den Basics, zu Dir selbst; weg mit allem, was dem im Weg steht, also Deine freie Wahl behindert – ich bin sicher, das würde uns allen gut tun.
Wir müssten uns nur überlegen, wie all das, was wir nicht mehr brauchen, sinnvoll recycelt werden kann, und wie wir mit den Menschen, die uns nicht sein lassen wollen, wie wir sind, zukünftig friedlich zusammen leben können – zumindest wenn wir wie vernünftige Menschen damit umgehen wollen.

P.s.: Unangepasste heißen nur in den Augen der Menschen „ExtremistInnen“, die denken, man könnte guten Gewissens ein bisschen Unrecht mitmachen, das sie nicht persönlich in Auftrag gegeben haben (auch wenn sie diejenigen, die zu Unrecht aufrufen oder es verordnen, vorher in ihre Position gewählt haben oder für deren Geld arbeiten …).

 

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Dank für das Bild gebührt der einstigen EDGAR MEDIEN AG oder der SerCon GmbH, die vor Jahren die Postkarte in Auftrag gegeben hat, auf dem ich es entdeckt habe.