Dreh‘ Dich nicht weiter nur im Kreis …

… wenn es Zeit zum Tanzen ist, also Schritte vorwärts zu gehen oder zurück zu treten

Wir Menschen lieben es, wie vielleicht sogar alle anderen Lebewesen, Karussell zu fahren, uns herumwirbeln oder von anderen mitreißen zu lassen; denn: Die ganze Natur, an die wir angepasst sind, beruht auf (Entwicklungs-)Zyklen, also Kreisläufen. Aber sie beruht auch darauf, dass währenddessen immer Weiterentwicklung, Evolution, stattfindet, alles also nie wieder exakt da endet, wo es angefangen hat.
Pflanzen oder andere feststehende oder festsitzende Individuen haben zwar keine Chance, sich von der Stelle zu bewegen, aber sie haben ihre eigenen Möglichkeiten, etwas in ihrem Leben zu verändern, wenn sie einen Entwicklungszyklus durchlaufen und festgestellt haben, dass der „zu gut“ oder „zu schlecht“ gelaufen ist. Sie können Wachstumsschübe erleben, wenn ihre Lebensbedingungen es erlauben, oder Ruhephasen einhalten, wenn sie sich vorher verausgabt haben.
Gerade wir Menschen dagegen – obwohl wir die größten Bewegungsmöglichkeiten hätten – neigen in meinen Augen besonders dazu, auf der Stelle zu treten oder uns von anderen mitreißen zu lassen, teilweise in tödliche Abwärtsspiralen, weil wir uns alleine nicht trauen, eingefahrene Kreise zu verlassen oder uns von Menschen loszumachen, die uns nicht gut tun. Besonders diejenigen, die gerne in der großen Masse mitlaufen, erkennen selten, dass eine große Masse selten das tut, was für den/die einzeln/e wirklich gut und förderlich ist.

Wenn du also das Gefühl hast, Dein Leben ist nur im Flow, wenn Du besonders viele andere Menschen um Dich hast, dann frag‘ Dich, ob Du es nicht vielleicht zu sehr von ihnen abhängig gemacht hast, aber Deine eigenen Bedürfnisse darin mehr oder weniger untergehen.
Und wenn Du nur alleine oder im kleinsten Kreis wirklich glücklich bist, dann frag‘ Dich, ob Du Dich mit den „richtigen“ Menschen umgibst, also Menschen, die nicht Deine ganze Aufmerksamkeit fordern und Dich nicht Deine ganze Kraft kosten, sondern die Dich anspornen und darin unterstützen, auch mal „‘raus in die Welt zu gehen“ und andere Menschen zu treffen. Nur Menschen, denen Dein Glück am Herzen liegt, merken, wenn es Dir schlecht geht, wenn Du „nur“ mit ihnen zusammen bist, und lassen Dir deshalb auch Deine persönlichen Freiheiten, bei denen sie selbst nicht immer dabei sein müssen.

Wir sind soziale Wesen; aber wir sind nicht alle gleich! Wir können nicht alle dieselben Vorstellungen vom Leben, Lieblingsbeschäftigungen und Freunde haben.
Aber gib‘ nicht anderen zuliebe das komplett auf, was oder wen Du liebst. Gib‘ nicht anderen zuliebe Dich auf. Dazu bist Du zu wertvoll!
Denk‘ nur daran – bevor Du endgültig genug davon hast und kompromisslos ausbrechen willst aus den eingefahrenen Bahnen oder einer Spirale, in der Du Dich befindest: es besteht die Möglichkeit, dass auch andere Dir zuliebe gar nicht ihr eigenes Leben führen konnten oder dachten, nicht führen zu können.
Es gibt immer zwei Seiten derselben Medaille.
Am schönsten sieht sie für mich aus, wenn sie sich im Kreis dreht und keine Seite länger als die andere erkennbar ist.

Es gibt immer Kompromisslösungen, wenn Du weiterhin gemeinsam mit denen seine Kreise drehen möchte, die Du liebst: zusammen auszusteigen, zusammen einen Schritt zurückzutreten oder sich offen lassen, mal das eine, mal das andere auszuprobieren, je nachdem, wie gut sich alle Beteiligten dabei fühlen.

P.s.: Ich habe den Eindruck, es beginnt gerade eine neue Ära der Blumenkinder, die erkannt haben, dass (Bio-)Technologien uns nur in Verbindung mit unser aller Bewusstseinsentwicklung zukunftsfähig machen können – also nicht, wenn wir sie von psychopathischen VisionärInnen entwickeln lassen. Vielleicht kommen wir jsogar irgendwann noch an den Punkt, an dem wir feststellen: Wir brauchen sie gar nicht, weder Technologien noch VisionärInnen – weil sie uns gar nichts zusätzlich zu dem geben können, was wir wirklich brauchen.

 

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Dank für das Foto gebührt Victoire Joncheray (auf Unsplash)!

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