Menschsein bedeutet, …

… irgendwann die eigene Herkunft und Vergangenheit verstehen zu können

Seitdem ich denken kann, versuche ich – wie wahrscheinlich jede/r – meinen Platz in diesem Leben zu finden, herauszufinden, was ich eigentlich gut kann und aus meinem Leben machen möchte, und seitdem ich denken kann, stoße ich dabei auf Widerstand in einer Gesellschaft, die eine ist, in der ich eigentlich gar nicht leben will. Ein Wunder also, dass ich das immer noch tue und optimistisch in die Zukunft blicke – dank immer wieder neuer Ideen in meinem Kopf und Möglichkeiten, die sich mir – ohne dass ich das Gefühl hatte, viel dazu beigetragen zu haben – eröffnet haben; vor allem durch die bestmögliche Unterstützung durch meine Familie, durch enorm viele liebe Menschen, die mir in meinem Leben begegnet sind und die ich alle als Freunde oder gute LehrerInnen bezeichnen würde, auch wenn ich die meisten gar nicht sehr gut kenne, und jetzt, im Moment, durch den Menschen, mit dem ich den Rest meines Lebens verbringen will, weil ich mir sicher bin, dass er versuchen wird, das, was viele andere Menschen „Eheversprechen“ nennen – vielleicht ohne zu ahnen, was es auch langfristig bedeutet – einzuhalten. Ich habe ihn – und er mich – lange genug „geprüft“.
Jedenfalls werde ich auch mit seiner Hilfe immer sicherer darin, zu wissen, was ich wirklich, bewusst, tun – oder zumindest versuchen – kann und will; wer mich weiterhin darin unterstützt und wer nicht; worauf ich mich also verlassen kann und worauf nicht, wenn ich mal nicht mehr weiter weiß. Oft kriege ich die Antworten einfach „nur“, indem ich Augen und Ohren aufmache; indem ich Menschen zuhöre, die mich unerwartet ansprechen; lese, was (mir) Menschen schreiben; beim Meditieren; aus meinen Träumen; wenn ich gezielt Begriffe recherchiere, die einfach in meinem Kopf als Ideen auftauchen.

Seit einigen Monaten weiß ich, was „VerschwörungstheoretikerInnen“ sind: Menschen, die Dinge aussprechen, die v.a. politisch nicht gehört werden wollen.

Seit einigen Monaten weiß ich auch, dass Menschen, die unsere öffentlichen Leitmedien schon lange als „Lügenpresse“ bezeichnen, überzeugende Gründe dafür haben (ich mag die Bezeichnung Recht haben überhaupt nicht mehr, weil es mir sagt, dass es Linke nie hatten). Es ist naiv, den Mainstream-Journalismus nur als „Lückenpresse“ zu bezeichnen: wer sich ein bisschen mit Marketing und „Verbrauchertäuschung“ beschäftigt hat und sich auch aus anderen Quellen über die „Produkte“ informiert, die uns dort präsentiert werden, bemerkt schnell, wie dort gezielt Meinungen gemacht statt umfassende Berichte erstattet werden.

Seit Kurzem – seitdem ich mich fühle wie in einem weltweiten Vierten Reich – beginne ich (die sich in ihrem Leben viel zu wenig mit unserer deutschen Geschichte auseinandergesetzt hat) die sogenannten „ReichsbürgerInnen“ – oder zumindest diejenigen mit historisch belegten, also gut begründeten und leicht nachvollziehbaren Weltanschauungen – zu verstehen. Ich verstehe heute z.B. auch, dass wir nicht alle Menschen in unserem Land aufnehmen können, wenn sie gar nicht vorhaben, sich in unsere Gemeinschaft zu integrieren – ich sage bewusst nicht „Gesellschaft“, denn die ist eine menschenverachtende, fremdenfeindliche, die mit ihren verordneten „Werten“ und Gesetzen vorgibt, wer sich wie zu integrieren hat.
Aber wir könnten mit ihnen, also mit allen anderen Menschen – die zum Teil aus ihrer Heimat vor Kriegen oder Armut flüchten mussten, für die unsere Regierung mit verantwortlich ist (damit es den Menschen hier gut geht …) – dafür sorgen, dass die „GesellschafterInnen“ – es ist sehr erhellend, über die Wortherkunft und -bedeutung zu recherchieren – dieser Erde von ihren Posten vertrieben werden, und wir einfach als Menschen, als einfache Menschen, zusammen eine neue, eine menschliche, Gemeinschaft, aufbauen.
Als Menschheit brauchen wir keine UnternehmerInnen, PolitikerInnen oder auf ökonomischen Berechnungen aufgebaute Systeme, die gegeneinander wetteifern, sondern ein globales, auf Freiheit und Freiwilligkeit aller beruhendes System, in dem Menschen verschiedenster Herkünfte, Hautfarben, Religionen, Sitten und Bräuche etc. konkurrieren, also miteinander und nebeneinander langsam gehen oder auch schnell laufen, ohne sich jedenfalls gegenseitig abhängen und übertreffen zu wollen. In meinen Augen bräuchten wir ein globales (Öko-)System, eine Biosphäre, in der wir als Menschen, aber auch zusammen mit allen anderen Lebewesen friedlich existieren und individuell verwirklichen können, weil wir uns die Zeit dafür nehmen, uns alle gegenseitig zu verstehen: was wir bzw. andere individuell brauchen, welche Fähigkeiten wir bzw. alle anderen individuell haben, welche (Traum-)Vorstellungen von der Welt; wie wir bzw. sie die Welt erfahren bzw. durch welche Augen wir im Vergleich zu ihnen sie sehen. Wenn wir uns genug Zeit dafür nehmen und geben, uns gegenseitig Fragen zu stellen und zu beantworten, ergibt alles irgendwann Sinn – das ist zumindest meine wissenschaftliche Meinung, die zur Diskussion steht.

Ich bin auch überzeugt, dass wir als Menschheit allein dadurch ganz viel Neues entdecken und zu neuen Ideen angespornt würden, die sich zusammen so umsetzen lassen, dass wir alle gut damit leben können – weil wir uns entweder – kleinflächig, regional – gemeinsam darauf geeinigt haben oder weil wir uns – global gesehen – gegenseitig beibringen, erklären, lehren, wie wir alle anderen akzeptieren und sogar lieben und schätzen lernen können.

Es wäre ein langer Weg dahin.
Aber ohne dass wir unsere Vergangenheit verstehen wollen und auch bereit sind, offen darüber zu reden – ohne uns zu schämen, ohne also die damit verbunden Wut und Verzweiflung loszulassen oder auch ehrlich zu sagen, was uns Freude macht – werden wir mit Sicherheit nicht friedlich zukunftsfähig.
Schon gar nicht, wenn wir erwarten, dass uns ExpertInnen sagen werden, was wir dazu tun müssen.

P.s.: Ich möchte alle Menschen dieser Erde, die sich heute an diesem letzten Tag im Januar allein und verlassen fühlen, daran erinnern, dass es viele von uns gibt – wir müssen uns nur (neu?) finden (zusammen finden? erfinden?)!

P.p.s.: Unsere menschliche Gemeinschaft, unsere Menschheitsfamilie, wie es nicht nur FriedensaktivistInnen nennen, ist akut bedroht von einer neuen, geschickt mit menschlichen Urängsten und global, politisch agierenden, Sekte, die denjenigen Mordabsichten unterstellt und mit Bußgeldern droht, die ihre Gebote missachten. Wer Erste Hilfe braucht, weil er/sie versehentlich Opfer ihrer für Nicht-WissenschaftlerInnen schwer erkennbaren unwissenschaftlichen Behauptungen und als unausweichliche Realität dargestellten, tatsächlich aber nur maschinell erstellten, angsteinflößenden Zukunftsprophezeiungen geworden ist, findet sie bei allen Bewegungen und Gruppierungen, die sich gerade für Demokratie und Frieden und Freiheit, nicht nur für die Menschen in diesem Land, sondern in der ganzen Welt engagieren.

P.p.p.s.: Mich macht besonders traurig, wenn ich immer mehr Menschen sehe, die nicht mehr den ihnen nahestehendsten Menschen vertrauen, sondern meinungsmachenden, das Mitdenken bestrafenden oder verhindernden Medien oder bezahlten statt ehrlichen „FaktencheckerInnen“ im Internet, und die ihre eigene Meinung von der „Meinung“ unterschiedlichster Bots abhängig machen, von denen soziale Medien durchseucht sind und mit denen große UnternehmerInnen nicht nur Geld verdienen, sondern auch ihre Ziele verfolgen.

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