Was WissenschaftlerInnen sagen …

… hängt davon ab,

  • was sie gelernt haben;
  • von wem sie gelernt haben;
  • wie viel sie immer noch täglich neu dazu lernen (wollen);
  • wie gut sie also (immer noch) beobachten (können);
  • wie gut sie (immer noch) zuhören können;
  • wie überzeugt sie von dem sind, was sie tun; und
  • auf welcher Seite sie stehen – vor allem wenn es um Ansehen, Ehre, Ruhm und Geld geht.

Was und wem Menschen glauben …

… nun …

WissenschaftlerInnen sind auch nur Menschen.

Und an den weisen Rat „audiatur et altera pars“ („Hör‘ Dir immer auch die andere/n Seite/n an“) scheint sich niemand mehr zu erinnern. Vielleicht hat das digitale Zeitalter mit seinen Nullen und Einsen, aber auch einfach dafür gesorgt, dass Menschen glauben, es gäbe ohnehin nur EINE richtige Betrachtungs- und Vorgehensweise und die müssten die ExpertInnen und PolitikerInnen, denen sie vertrauen, ja wissen. Dass die in der Vergangenheit schon oft nicht besonders „richtig“ im Sinne des Gemeinwohls lagen, das verdrängen am schnellsten immer wieder die, die am wenigsten davon betroffen waren …

P.s.: Immerhin ist es eine „schöne“, lehrreiche neue Erfahrung für mich als LebenswissenschaftlerIn, die gar nichts anderes tun kann, als täglich auch zu beobachten, zu experimentieren und Erkenntnisse zu sammeln bzw. sie auch anzuwenden, wer – wie sehr und wie viel – Wert auf meine wissenschaftliche Erfahrung und Meinung legt; wer in diesen Tag noch auf sich selbst und unser Menschsein, unsere Natur und Biologie vertraut, und wer nicht.

P.p.s.: „Die einen, die Materialisten, zerren alles aus dem Himmel und der Welt des Unsichtbaren herab auf die Erde, als wollten sie geradezu Felsen und Eichen mit ihren Fäusten umklammern. Da packen sie an und behaupten, nur das Greifbare und Faßbare sei das allein Existierende. Sie halten die körperliche Existenz für die Existenz schlechthin und sehen blasiert herab auf die anderen, auf solche, die neben den körperlichen noch einen anderen Bereich des Seins anerkennen, und wollen durchaus keiner anderen Meinung Gehör schenken.“ (Platon, Sophistes. Angeblich übersetzt von Karl Kindt; gefunden in Jakob von Uexküll & Georg Kriszat. Streifzüge durch die Umwelten von Tieren und Menschen / Bedeutungslehre, 1970, S. Fischer Verlag). Ich habe den Eindruck, er wäre überrascht, wie viele Menschen sich selbst für religiös halten oder – vor allem heute – als spirituell bezeichnen, obwohl sie (noch) tief in ihrem materiellen Denken verhaftet sind. Jede/r der z.B. Angst vor dem natürlichen Tod hat und „um jeden Preis“ versucht, Lebewesen davor zu bewahren, hat seinen Sinn in der Natur noch nicht verstanden – hat in meinen Augen weder ein ökologisches Verständnis noch ist er/sie besonders gläubig, und zahlt vermutlich selbst irgendwann dafür.

 

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Dank für das Foto gebührt Noam Jordan (auf Unsplash)!

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