Die (künstliche) Ruh(igst)e(llung) vor dem Sturm?

Oder: Viel Wind um nichts?

Unsere Welt war zu laut.
Und viele Lebensräume sind zu voll.
Definitiv.
Das wird kaum jemand bezweifeln.

Deshalb sind einige der aktuellen Corona-Maßnahmen für viele Menschen so erholsam.
Deshalb reden sich so viele Menschen immer noch „schön“, was ihnen gerade unfreiwillig und undemokratisch verordnet wurde und weiter verordnet werden wird, weil wir ja nicht zu unserem alten Leben zurückkehren können.

Lockdowns.
Reiseverbote.
Veranstaltungs- und Versammlungsverbote.
Ausgangssperren.
Alkohol- und Gesangsverbote.
Selbst das Zusammensein mit Freunden oder der ganzen Familie.

Da weiß vielleicht – ein Dank an die umfassende Überwachung und Datensammlung sowie die Gutgläubigkeit der Menschen – jemand ziemlich genau, was er/sie tut (auch wenn es oft nicht den Anschein erweckt!); wie man Menschen „zur Besonnenheit aufruft“:

  • Wenn – aufgrund der Zunahme von Lungenerkrankungen – zu lautstark Kritik an Umweltverschmutzung und Feinstaubbelatung geäußert wird: einen neuen Schuldigen finden, der vielen Menschen Angst macht, weil sie ihn gar nicht sehen und einschätzen können.
  • Wenn jemand zu wenig Luft bekommt und zu laut röchelt: ein paar mehr Medikamente oder notfalls intubieren.
  • Wenn jemand zu laut eine begründete, mit unzähligen – historischen, journalistischen und wissenschaftlichen – Belegen untermauerte Meinung vertritt, die all die Pro-Biotechnik, Anti-Lärm, Anti-Menschsein-Maßnahmen in Frage stellt: als rechtsradikale VerschwörungstheoretikerInnen bezeichnen und mundtot machen.

Ich finde zwar traurig, dass Menschen sich heutzutage anscheinend nicht (mehr) freiwillig dafür entscheiden können, miteinander Absprachen zu treffen und gegenseitig Rücksicht aufeinander zu nehmen:
Einmal etwas leiser sein, ein anderes Mal aufdrehen dürfen.
Einmal die Stille genießen, ein anderes Mal „Lärm“ oder das, was andere gerne hören, ertragen.

Aber es ist ja seit Langem einfach zu laut dafür und viel zu voll in der Welt, um das überhaupt noch jemandem verständlich machen, also beibringen zu können.
Weder Eltern noch Schulen oder andere Bildungseinrichtungen versuchen das überhaupt noch.
Es geht ja auch um viel Wichtigeres im Leben.
Es gibt so viel überlebenswichtigere Dinge zu lernen.

Gut, dass wir von Menschen regiert werden, die – ganz old school – noch wissen, wie man für Ruhe sorgt …

P.s.: Man muss nur, um den Anschein einer Demokratie noch ein bisschen aufrecht zu erhalten, dafür sorgen, dass die, die wirklich eine Vorstellung von oder Erfahrung mit Coronaviren haben, nicht allzu viel Gehör in der Öffentlichkeit finden und stattdessen die Zahlen und gewünschten Bilder vorherrschen.

P.p.s.: Ich hoffe nur, dass die Menschen sich irgendwann selbst zur Besonnenheit aufrufen können, wenn sie einsehen müssen, dass sie in den letzten Monaten in erster Linie Opfer ihrer eigenen Ängste (vor einem angekündigten Sturm) geworden sind. Ich unterstelle niemandem, auch den Mächtigsten unserer Welteliten, keine Böswilligkeit in ihren Handlungen, in ihrer Gier nach Geld und Macht bzw. einer Vormachtstellung. Sie sind für mich in erster Linie Menschen mit Ängsten: Angst vor Verlusten; Angst, ihr Gesicht oder Ansehen zu verlieren; Angst zu versagen.
Allerdings finde ich schon lange, dass es Zeit für ein Ende der egoistischen SelbstverwirklicherInnen im Äußeren; der IndividualistInnen, die keine Rücksicht auf Verluste nehmen, also auch nicht die „Kollateralschäden“ sehen (wollen), die sie in ihrem Leben hinterlassen.
Sie hatten lange genug Zeit, etwas daraus zu lernen, und könnten jetzt Platz machen für die friedliebenden, alle menschen- und freiheitsliebenden Freigeister, die immer wieder nach Kompromissen suchen, mit denen alle glücklich sein oder sich zumindest zufrieden geben könn(t)en; die niemanden in den Schatten stellen oder besonders gut aussehen oder dastehen lassen wollen; die nur Wind machen, wenn ihnen etwas wirklich am Herzen liegt, und die darauf vertrauen, dass die, die ihnen wirklich zuhören (wollen), auch verstehen werden, was sie sagen. Niemand kann gezwungen werden, Angst vor einem herannahenden Sturm zu haben, weil auch niemand vorhersagen kann, wie schwer er sein wird.
Statt unnötig in Panik zu verfallen und zu verbreiten, könnten wir in Krisensituationen von Anfang an möglichst viele unterschiedliche ExpertInnen zu Wort kommen lassen und immer begleitend Nutzen gegen Schaden von Maßnahmen abwägen. Und wer Beistand und Nähe braucht, dem dürfte nie wieder verboten werden, sie zu suchen. Wer trotz der Gefahr feiern möchte, der/die muss das tun dürfen. Es gibt keine (Lebens-)Gefahr, die für alle gleich ist – deshalb hört bitte auf, uns anderen das einreden zu wollen, Ihr Ängstlichen dieser Welt.

P.p.s.: Wer beschließt, sich mit den eigenen Ängsten auseinanderzusetzen, dem empfehle ich die Bücher dazu oder über die Funktionsweise unseres Gehirns von Gerald Hüther oder „Mut zur Angst“ von Lissa Rankin.

 

 

 

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.