Sie sind wieder da, in großem Stil: Unmenschlichkeit und Unmenschen

Die diktatorische Forderung nach Disziplin war noch nie eine nachhaltig menschliche Lösung

Menschen lernen aus ihren Erfahrungen, aus guten wie aus schlechten.

Menschen, die ihre eigenen Erfahrungen auch für andere als gut und sinnvoll (oder aber schlecht) erachten, geben diese meist gerne an andere weiter (oder versuchen, andere davor zu schützen). Das ist menschlich.

Unmenschliches Verhalten beginnt dann, wenn andere Menschen nicht mehr als eigenständige Individuen mit einer anderen Identität, mit anderen Fähigkeiten und Bedürfnissen, wahrgenommen werden. Menschen, die ein sehr vereinfachtes oder einseitiges Bild vom Menschsein haben, leben oft nach dem Motto „Menschen sind im Grunde alle gleich, haben also dieselben Bedürfnisse nach Luft, Wasser, Nahrung, Schlaf etc.“ oder in der Überzeugung „Menschen müssen alle gleich funktionieren“. Ich habe den Eindruck, viele Menschen betrachten einander heute eher als „Massenware“ oder als Objekte von Erwartungen und Begierden oder Vorurteile und Probleme statt sie als einzigartige Subjekte mit individuellen Merkmalen und Fähigkeiten in ihrer Vielfalt wahrzunehmen.
Vor allem Sicherheits- und Freiheitsbedürfnisse können aber zwischen verschiedenen Menschen extrem unterschiedlich sein, je nach den Erfahrungen, die Menschen mit Unterdrückung oder Disziplinierungen bzw. Hunger und anderen Überlebensängsten gemacht haben, und je nach Erfolg der Strategien, die dagegen gewählt wurden.

Disziplin gilt vor allem in den älteren Generationen als hohes Gut, nur sind sie selbst meist gar nicht imstande – weil es ihnen nie geduldig beigebracht, sondern eher, nicht unbedingt im wahrsten Sinne des Wortes – oder willig, sich (noch) selbst zu disziplinieren.
Es klingt aber unglaubwürdig, wenn Menschen, die alles erreicht haben und sich wie die „Größten“ aufspielen, von Genügsamkeit und Demut sprechen; wenn übergewichtige oder Menschen mit gesundheitlichen Problemen Gesundheit predigen; wenn Menschen, die selbst nur mit (viel) Geld leben können, ärmeren Menschen Sparzwänge auferlegen; wenn Eltern ihren Kindern den Gebrauch elektronischer Medien verbieten (wollen), die sie selbst zum Überleben brauchen. Die Liste ließe sich fortsetzen.

Viele unserer menschlichen Vorbilder sind also im Grunde unglaubwürdig: LügnerInnen, TäuscherInnen, HochstaplerInnen, BeschönigerInnen, VerteuflerInnen, VerheimlicherInnen, …; keine Menschen also, die uns vormachen könnten, was echte Selbstdisziplin ist oder sein sollte – zumindest wenn wir Offenheit, Transparenz und Ehrlichkeit als menschliche Tugenden, als Disziplinen, die wir in unserer menschlichen Gemeinschaft trainieren könnten, aufrechterhalten möchten.

Es ist bezeichnend, dass gerade Wahlbetrug ein großes Thema bzw. – dank Technologien – mehr als nur wahrscheinlich ist; übrigens nicht nur in den USA, sondern auch – hinsichtlich vorauseilenden Gehorsams (zum Glück auch hinsichtlich Rebellentums!) – in einem unserer Muster-Bundesländer: Bayern!

Es ist bezeichnend, dass gerade sie wieder die altbekannten Druckmittel verwenden: Angst (vor dem Tod, Alleinsein, Eingesperrtsein oder Strafen), scheinbar „vernünftige“ Argumente und Sicherheitsversprechen. DiktatorInnen – unmenschliche, weil sie in die große Mehrheit der „gewöhnlichen“ Menschen gar kein Vertrauen haben, das sie veranlassen würde, diese zu schützen – werben selten mit der Freiheit aller (höchstens mit dem Geld, mit dem sich Freiheit kaufen lassen soll).

Es ist bezeichnend, dass sie gerade Masken als Mittel gewählt haben, um andere Menschen zu disziplinieren. Es ist bezeichnend für ihre Unmenschlichkeit, für ihre Entfernung von der ursprünglichen, friedlichen, sozialen Natur des Menschen, dass sie sogar denken, wir Menschen könnten oder müssten uns vor Viren, vor unsichtbaren „Feinden“, verstecken. Mit Stofffetzen vor Mund und Nase.

Es ist bezeichnend für Unmenschen, dass sie nicht Angst um ihre Gesundheit – denn die meisten wissen nicht einmal (mehr), was das ist – sondern Angst vor einem natürlichen Tod haben; vor kranken Menschen oder vor „bösen“ Menschen, die sich nicht ihrer „gesundheitsbewussten“ Gruppe mit all ihren Sicherheitsvorkehrungen und Kontrollen anschließen möchten.

Echte Unmenschen lügen und nehmen bewusst in Kauf, dass es menschliche „Kollateralschäden“ bei dem gibt, was sie für alle umsetzen möchten: mit Friedensbestrebungen, um Kriege führen bzw. damit Macht, Geld oder Ländereien gewinnen zu können; mit Gesundheitspolitik, um Menschenversuche zu machen. Die MitläuferInnen und „ausführenden Organe“ verhalten sich „nur unmenschlich, indem sie ihre naturgegebenen Sinne und Fähigkeiten ignorieren oder ihrer Angst unterordnen.

„So schlimm ist es gar nicht oder kann es schon nicht werden,“, „Es geht nun mal nicht anders, ist also alternativlos.“, „Augen, Ohren und Mund zu, und durch.“ oder ähnliche beliebte menschliche Glaubenssätze haben schon immer dabei geholfen, Disziplinierungen oder als Demokratie getarnte Brot-und-Spiele-Regierungen („panem et circenses“, also eher „Brot und Im-Kreis-Drehen“) zu ertragen und daraus Diktaturen zu errichten, .

Ich bezeichne mich nicht als Expertin, weder für Biologie, noch für Geschichte oder Politik. Aber ich kann HistorikerInnen oder JournalistInnen zuhören, die andere Geschichten als offizielle Geschichtsbücher und öffentliche Medien erzählen; ich kann Zusammenhänge sehen und (menschliche) Muster erkennen. Und ich weiß, dass Menschen die Fähigkeit haben, Muster zu durchbrechen, wenn sie sie erkannt haben.

Ich hoffe also, dass möglichst viele ihre Menschlichkeit und Liebe zum Leben in (Meinungs- und Entscheidungs-)Freiheit – wenn schon nicht zu anderen Menschen – bald zurückfinden und sich zur Abwechslung (wieder) selbst, ohne Hilfsmittel und Anleitung durch andere, disziplinieren: auf ihre innere Stimme hören, sich neu informieren, Mut fassen und ihr menschliches Gesicht zeigen, um unser aller BürgerInnen- und Menschenrechte zu verteidigen (also ihren BürgerInnenpflichten nachzukommen) – bevor die aktuelle Aufrüstung dahin führt, wohin sie auch schon in der Vergangenheit geführt hat, wenn einige Menschen ihre unmenschlichen, also in erster Linie eigennützigen Pläne verfolgt haben.

P.s.: Wer Menschen Selbstdisziplin beibringen ,möchte, braucht sie in erster Linie also selbst, darf also nicht warten, bis andere, BeraterInnen oder sogar technische Hilfsmittel, Algorithmen und KI ihm/ihr sagen, was zu tun ist; und dann außerdem viel Zeit, Liebe und Verständnis.
Mit Drohungen und Gewalt lässt sie sich kurzfristig ein schnelleres gewünschtes Ergebnis erreichen.

P.p.s.: Ich halte es für einen mutigen Liebesbeweis, anderen Menschen offen und ehrlich die eigene Meinung dazu zu sagen oder diese anzunehmen. Und einige schaffen es sogar, sich dabei immer wieder gegenseitig und selbst zu disziplinieren und zur Ruhe und Besonnenheit zu ermahnen – damit aus Ernst auch immer wieder Spaß und Freude und Glück, eben Menschlichkeit, werden kann.

P.p.s.: Auf dieser Welt verhungern oder sterben gerade kranke Menschen, weil sie kein Geld verdienen können oder Lieferketten und Verpflegungssysteme unterbrochen sind – nur weil in unseren Wohlstandsländern die Angst vor einem verhältnismäßig harmlosen Coronavirus geschürt wurde, das in erster Linie für Menschen gefährlich ist, die ihr Leben lang ihre Gesundheit vernachlässigt haben, also nicht genug Selbstdisziplin aufgebracht haben, sich um ihren Körper und ihre Seele zu kümmern.

 

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Dank für einige Gedanken, die ich aufgegriffen habe, gelten dem Kapitel „Masken“ in Adolf Portmans „Alles fließt“ (1967), und Dank für das Foto gebührt Mathias Csader, mit dem ich Selbstdisziplin am liebsten übe (und der übrigens noch Gesichter für sein Portfolio sucht)!

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