IST DAS NOCH MITGEFÜHL ODER BIN ICH SCHON KRANK, ALSO PERVERS?

Die Krux mit den freien und gelenkten Sichtweisen auf die Welt

Seitdem ich in dem Bewusstsein lebe, dass wirklich alles im Leben von mindestens zwei Seiten betrachtet werden kann, dass es sogar gleichzeitig mehrere „Richtig“s und „Falsch“s geben kann, habe ich mal mehr, mal weniger Freude daran, genau das zu üben und zu kommunizieren (und andere Menschen, die in einseitigen Betrachtungsweisen feststecken, die im Prinzip sogar oft argumentieren, als wäre die Erde eine Scheibe, damit in den Wahnsinn zu treiben oder leider oft sehr wütend damit zu machen).

Ich habe gefühlt von frühester Kindheit an, meine Perspektive auf das, was ich in der Welt sehe, nicht nur erklären, sondern irgendwann nahezu verteidigen müssen, habe sie mir aber vieles davon beibehalten, mehr als viele andere um mich herum, vielleicht sogar mehr als die Mehrheit der Menschen überall. Mir war selbst bis vor Kurzem allerdings unverständlich, warum so wenige meine Sichtweise teilen, warum sie also nicht sehen können, was ich sehe, bzw. warum sie das, was sie sehen, so anders bewerten als ich.
Heute ist mir klar, dass es einerseits ein aussichtsloses Unterfangen ist, anderen Menschen Dinge im Leben zeigen zu wollen, vor denen sie lieber die Augen verschließen, und dass Menschen andererseits sehr unterschiedlich bewerten, was sie sehen:

Wenn mir jemand von anderen Menschen berichtet, die zu doof wären, etwas zu verstehen, frage ich mich eher, ob der-/diejenige darin versagt hat, denjenigen etwas verständlich zu machen.

Wenn andere als faul beschrieben werden, vermute ich erst einmal, dass sie vielleicht einfach so schlau sind, sich vor unsinniger Arbeit zu drücken oder noch nicht verstanden haben, ihnen also noch nicht verständlich gemacht wurde, was sie tun könnten.

Besonders erfolgreiche Menschen dagegen betrachte ich eher skeptisch, weil ich mich frage, was dafür in ihrem Leben auf der Strecke geblieben ist, welche Abstriche sie gemacht haben, wem gegenüber sie vielleicht rücksichtslos waren, um ihre Karriere verfolgen zu können.
Mit solchen Menschen habe ich persönlich wenig Mitgefühl – wenn sie krank werden, wenn sie ihre Familie verlieren, ihre Karriere eines Tages den Bach ‘runter geht und sie vor dem Nichts stehen.
Ich empfinde wenig Empathie für Menschen, die sich selbst oder anderen schaden, um „höhere Ziele“ zu erreichen. Ich lebe lieber auf dem (Erd-)Boden (der grundlegenden biologischen Tatsachen).

Mein Leben lang habe ich tiefes Mitgefühl für leidende Tiere empfunden, und als ich das erste Mal in meiner Teenagerzeit die Trostlosigkeit gesehen habe, unter der Tiere „modern“ gehalten werden, und die Brutalität, wenn sie getötet werden, habe ich aufgehört, Fleisch zu essen, und irgendwann so gut wie alle tierischen „Produkte“ von meinem Speiseplan gestrichen. Ich habe erkannt, dass es sich bei der Behauptung „Menschen BRAUCHEN Fleisch für ein gesundes Leben“ entweder um Ahnungslosigkeit hinsichtlich biologischer Zusammenhänge oder um gezielte Propaganda handelt. Genauso wie bei „Kühe geben doch nun mal Milch“ oder „Hühner legen doch sowieso Eier“.
Mir fehlt die Empathie für Menschen, die sich weigern, sich Zusammenhänge erklären zu lassen, die sich vormachen lassen, Tierquälerei, die vor allem durch die Nachfrage nach bestimmten Produkten erst entsteht, würde mit einem „Tierwohllabel“ verschwinden, oder die – wie z.B. Bauern in der industrialisierten Landwirtschaft – sich die Situation von Tieren „schön reden“ und nicht zugeben, dass sie aus unternehmerischen, finanziellen Gründen einem Gruppenzwang nachgeben (müssen). Mir fehlt die Empathie für Menschen, die Grausamkeiten in dieser Welt verteidigen und nicht alles daran setzen, dass sich Zustände ändern, die ich als unmenschlich bezeichne.

Ich empfinde Mitgefühl für andere Arten von Lebewesen auf dieser Welt, denen wir ihren Lebensraum wegnehmen, weil wir Menschen nicht mehr Maß halten und uns Grenzen setzen wollen, weil wir lieber mit einer steigenden Weltbevölkerung rechnen statt das Leben für Menschen attraktiver zu machen, die nicht unbedingt Kinder haben wollen. Ich leide mit Lebewesen, die an dem Müll sterben, den wir in unserer Umwelt hinterlassen, oder durch die „umweltfreundlichen“ Technologien zur Stromerzeugung. Ich kann nicht nachempfinden, was in Menschen vorgeht, die technische Lösungen für unsere Zukunft für intelligenter halten als Lösungen die Menschen finden könnten, ohne sich dabei von der Stromversorgung abhängig zu machen.

Momentan kann ich mich nicht mit MaskenträgerInnen solidarisch zeigen, weil mein Mitgefühl denen gehört, die unter sozialer Isolation leiden, die ihnen verordnet wurde und die sich z.B. in Heimen kaum dagegen wehren können. Ich empfinde keine Angst vor einem einzelnen der unzähligen Coronaviren in unserer Umwelt – vor dem jetzt aus politischer Sicht alle geschützt werden müssen. Ich würde gerne ohne Abstandsregeln und andere Einschränkungen meiner Arbeit nachgehen und lieber Rücksicht auf die Menschen nehmen, die Angst haben, also Abstand von ihnen halten.

Ich sehe Kinder in der Schule (ich leite sogenannte Forscher-AGs), die andere denunzieren, wenn die ihrem eigenen Gefühl folgen und die Maske ablegen (das hatte ich ihnen aus Gesundheitsvorsorgegründen zugestanden – denn Kinder „Alltagsmasken“ tragen zu lassen ist in meinen Augen krank oder zumindest gesundheitsschädlich!). Ich habe also Mitgefühl mit Kindern, die einem Gruppenzwang nachgeben, der uns gerade als „Solidarität“ verkauft wird, statt eine ihnen unangenehme Maske abzulegen.

Richtig leid tun mir Menschen, die Opfer von politischer oder konzerngetriebener Propaganda sind, die z.B. immer noch glauben, dass das neue Coronavirus so anders ist als alle anderen der ständig mutierenden Coronaviren, die uns Menschen vermutlich seit jeher begleiten; dass wir Tests brauchen, um ein Infektionsgeschehen zu kontrollieren; dass wir Krankenhausbetten leer bereit halten müssen, um Menschenleben zu retten; dass wir kranke Menschen schützen, wenn wir Ihnen Masken aufzwängen, dass wir gefährliche Nebenwirkungen von Impfungen und Medikamenten in Kauf nehmen müssen, um gesund zu bleiben oder zu werden.

Mir tun Menschen leid, die ihre eigene Gesundheit für so unwichtig halten, dass sie sich nicht die Zeit dafür nehmen, sie dauerhaft zu erhalten; dass sie immer wieder einfache und schnelle Lösungen für so unglaublich komplexe und wundervolle Strukturen wie ihren Körper und Geist fordern, um möglichst gut funktionieren zu können in dieser Welt.
Und mir fehlt genau deshalb wieder die Empathie für Menschen, die andere unter ihrer eigenen Unkenntnis, also einseitger Information und fehlenden Ideen, oder eigenen schlechten Erfahrungen leiden lassen, indem sie z.B. in meinen Augen (technologischen) Sicherheitsfanatismus in den verschiedensten Bereichen unseres menschlichen Alltags betreiben, um Menschen „funktionstüchtig“ zu halten in dieser Welt.

Denen könnte nur durch Aufklärung geholfen werden; denen würde ich so gerne helfen, das was sie sehen, neu einzuordnen, in neue Verhältnisse zu setzen, ihre Perspektive zu erweitern, ihnen in gewisser Hinsicht vielleicht sogar zum ersten Mal die Augen zu öffnen und ihre eigene Menschlichkeit zu erkennen.
Leider haben genau die ja vermutlich schon ein fertiges Bild von mir in ihrem Kopf: Querdenkerin, vielleicht sogar Verschwörungstheoretikerin, Ver-Rückte, irgendwie Andersgeartete, vielleicht ja sogar pervers, masochistisch, … aber auf jeden Fall unrealistisch.
Da ist jeder Versuch aussichtslos, Querdenken als freies Denken, einen großen Teil sogenannter Verschwörungen als historisch belegte Komplotte oder Vertuschungsaktionen und Andersartigsein als Realität, Vielfalt in der Natur sogar als lebensnotwendig erklären zu wollen.

Es ist nicht so einfach, in dieser großen und komplizierten Welt einigermaßen den Überblick zu behalten …

Viele „modern denkende“ Menschen scheinen außerdem völlig vergessen zu haben, – vielleicht wurde es ihnen aber auch nie beigebracht? – dass dafür auch Neugier, Offenheit und Phantasie, Vorstellungskraft, notwendig sind.
Erst dann könnten Dinge möglich scheinen, die man vorher nie zu denken wagte.

Ich halte es erst einmal weiter so wie Hagen Rether – „Optimistisch bleiben“ -, bin aber gleichzeitig realistisch genug, um zu wissen, dass Aufklärung alleine so lange zu nichts führt, solange Menschen sich nicht wehren gegen das, was sie denken sollen, solange sie sich mit dem, was ihnen tagtäglich vorgesetzt wird, abspeisen lassen und solange sie nicht laut und deutlich Veränderungen bzw. ihr Recht auf Menschsein einfordern.

Meine Empfehlungen lauten daher: Informiere Dich wie ich ausgiebig über Möglichkeiten, friedlich Widerstand gegen Zwangsmaßnahmen zu leisten, indem Du Deine persönlichen Rechte verteidigst. Halte außerdem wie ich die Augen offen nach jeder Möglichkeit zum öffentlichen Protest – denn zum Glück gibt es ja schon viele Menschen, denen man sich nur anzuschließen braucht.
Ich persönlich werde außerdem meine Stimme zukünftig keinem/keiner Politker/in mehr geben, der/die mir nicht verspricht, dass wir demokratisch ein neues bürgerliches Grundgesetz formulieren, das unsere BürgerInnenrechte an die „Erfordernisse“ unserer modernen Zeit anpasst: das uns Menschen u.a. Rechte gegenüber neuen Technologien gibt; das Menschen ein Recht auf Gesundheit ohne Impf- oder sonstige Behandlungszwänge und ein Recht auf den Kontakt zu Viren und Bakterien einräumt, wenn sie ihr Immunsystem damit trainieren möchten; das Transparenz von Unternehmen oder anderen Institutionen einfordert, die Einfluss auf Menschenleben haben bzw. nehmen möchten; das neue öffentliche Diskussionsräume vor wichtigen, demokratischen Entscheidungen sichert; das jedem einzelnen Menschen ermöglicht, im Schadensfall Schadensersatz von Unternehmen oder von Regierungen zu fordern, wenn deren Versprechungen eindeutig Lügen waren, Prognosen allein dazu dienen sollten, Angst zu schüren, also bewusst oder sogar gezielt einseitige Darstellungen waren, die z.B. eher unternehmerische statt menschlicher Ziele verfolgen, oder VerantwortungsträgerInnen ihrer Aufgabe nicht nachkommen, sich selbst umfassend über die Auswirkungen ihrer Entscheidungen zu informieren, sich also zu blauäugig auf ihre BeraterInnen verlassen.

(„Leider nichts für mich dabei“ als Kommentar auf einem Stimmzettel ist bisher meine Idee für den nächsten Wahlgang, um wenigstens zu demonstrieren, dass ich gerne gewählt hätte.)

Ich hoffe sehr, dass noch nicht zu viele Menschen Mitgefühl und ihre Menschlichkeit als „Gefühlsduselei“ betrachten und aktiv dafür Mitsorge tragen möchten. Der erste Schritt dazu wäre, die eigene Einstellung zu ändern, vielleicht auch den utopischen Gedanken, man könne mit genügend Sicherheitsmaßnahmen alles Leid der Welt verhindern und jedes Leben zu jedem Zeitpunkt retten – so dass dann im Prinzip gar kein Mitgefühl mehr gebraucht würde -, damit die Welt, in der ihre Kinder aufwachsen, nicht auf dem Kurs bleibt, immer mitleidsloser, brutaler und in meinen Augen unmenschlicher zu werden.

P.s.: Wer Gründe und Argumente sucht, um sich nicht vielleicht irgendwann der Schikane eines relativ aussagelosen Corona-Tests (mit der potentiellen Gefahr, seine DNA-Daten „freiwillig“ privaten Unternehmen zur Verfügung zu stellen) unterziehen zu „müssen“, findet genügend hier.

P.p.s.: Nur wer Zusammenhänge verstehen will und sich die Mühe machen möchte, aus unterschiedlichen Darstellung eine eigene Sicht auf die Dinge zu entwickeln, glaubt nicht einfach einer einzigen, die mehrheitlich und oft genug geteilt wird.

P.p.p.s.: Wer sich nicht zutraut, Hintergründe und Zusammenhänge zu verstehen, kann im Alltag immer noch nach Mustern und Wiederholungen Ausschau halten. Der politische Slogan „Wir müssen Opfer bringen“ ist z.B. in unserer Geschichte schon gefallen – mich erinert er nicht nur daran, dass es auch nationalsozialistische Pflicht war, sich Menschlichkeit (gegenüber „Unsolidarischen“) zu verbieten, worauf mich Eugen Drewermann gerade in seiner Antikriegstag-Rede aufmerksam gemacht hat.

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