Menschliches Schubladen- vs. Quer- bzw. Freidenken – die große Gefahr für unser aller (Meinungs-)Freiheit

Wollt Ihr wirklich Überwachungsstaaten, liebe ängstliche Mitmenschen?

Heute lese ich, dass Fridays For Future zu Gegendemos in Berlin aufgerufen hat. Gegendemos gegen Demokratie und Freiheitsrechte. Gegendemos gegen GegnerInnen von Staatsmacht und -willkür.
Schöne Zukunftsaussichten… In deren Zukunft möchte ich nicht leben, Naturschutz hin oder her. Aber vielleicht waren sie auch gar nicht gegen DIE große Demonstration, gegen die friedens- und freiheitsliebenden Menschen gerichtet, deren Kundgebungen an der Siegessäule stattfanden, sondern gegen eine von vielen, die an diesem Samstag in Berlin stattfanden?

Mir war jedenfalls noch nie so bewusst wie heute, wie sehr moderne Menschen in ihrem Schubladendenken feststecken. Das Verhalten eines Großteils der Menschen in dieser Coronakrise hat mir gezeigt, wie sehr dieses gesellschaftlich, medial, staatlich geförderte Schubladendenken unsere aller Freiheit bedroht.

Für Lebewesen ist es überlebenswichtig, Gefahren für das eigene Leben und die eigene Gesundheit zu erkennen und zukünftig zu vermeiden, sie sich also zu merken, sie sozusagen in eine Gehirnschublade zu packen.

Erinnerung ist aber immer fehleranfällig, so dass es dabei leicht zu Verwechslungen kommen kann und vermeintliche Gefahrenquellen mit in dieselbe Erinnerungsschublade gepackt werden, die eigentlich völlig harmlos für das eigene Leben oder die eigene Gesundheit sind.
Sehr ängstliche Individuen werden diese (Selbst-)Täuschungen vermutlich nie von alleine aufdecken und sich sicherheitshalber vor allen möglichen „Gefahrenquellen“ fernhalten, sie vielleicht sogar aggressiv bekämpfen, aus Angst um das eigene Leben.

Die absurdesten Ängste, die sich in die Köpfe vieler Menschen in Deutschland eingeschlichen zu haben scheinen (und die auch in unseren Bildungssystemen aufrecht erhalten werden), sind in meinen Augen die Angst vor (der Gefahr durch) Extremismus jeglicher Art (momentan mal eher der Rechte) und vor Verschwörungen.

Die lassen sich in unserer Gesellschaft, in unserer Marktwirtschaft, enorm gut verkaufen. Als DemokratiefeindInnen bieten Links- oder Rechtsextreme und als Irre die VerschwörungstheoretikerInnen enorm viel Material für die (LeserInnen der) täglichen Medien, für Meinungsmache, zur (Selbst-)Überprüfung, ob man selbst ein/e Freund/in der Demokratie und nicht verrückt ist. Wer sich nicht „richtig“ einordnet, landet schnell selbst in einer, am besten gleich in beiden dieser Schubladen … auch ohne jemals einen einzigen ausländerfeindlichen Gedanken gehabt oder Kommentar von sich gegeben zu haben, geschweige denn an geplante Verschwörungen zu glauben. Vermutlich vielbesuchte, „vertrauenswürdigen Quellen“ – ich muss kurz lächeln … – wie WIKIPEDIA oder PSIRAM, die ihre Informationen natürlich immer aus erster Hand haben und über jeden Zweifel erhaben sind, finden für alle Frei- und QuerdenkerInnen die passende Schublade – obwohl viele von denen noch für echte Meinungsfreiheit und Demokratie stehen, also statt Verboten Freiheit für JEDE Meinung, sei sie noch so rechts- oder linksextrem, über die immer wieder neu debattiert werden kann/muss.

Schubladendenken spart viel Zeit und Energie, die man aufwenden müsste, um sich ein eigenes Bild von anderen zu machen.

Schubladendenken eignet sich besonders für Menschen, die nicht mehr die Energie für Zivilcourage haben und/oder, die sich lieber auf ihren „Wohlstandsärschen ausruhen“ möchten.

Schubladendenken verhindert leider ziemlich effektiv, dass Menschen, die sich zwar nicht in allem einig sind, sich aber für neue gemeinsame Ziele einfach mal neu zusammentun.

Schubladendenken spaltet Gesellschaften, stigmatisiert Menschen, diskriminiert Menschen.

Schubladendenken gefährdet die Demokratie in einer Gesellschaft. Und ich kriege Angst, wenn ich sehe, in wie vielen Köpfen um mich herum die Schubladen vollgepackt sind…

Menschen, die bestimmte Schubladen in ihrem Kopf am liebsten nicht mehr selbst aufräumen möchten, unterstützen automatisch, mehr oder weniger bewusst, Regierungen dabei, das zu tun, nämlich bestimmte „Bevölkerungsgruppen“ zu beseitigen. Der „Kampf gegen Rechtsradikalismus“, der sich vielleicht für viele menschenfreundlich anhört, den sich viele anscheinend so „schön reden“, dass sie ihn sogar bereitwillig mitkämpfen, den unsere Regierung erfolgreich mit Verboten führen darf, ist in erster Linie ein Kampf gegen Menschen, die besonders mit Unterstützung unserer Medien in eine Schublade gepackt werden. Wer macht sich dann noch die Mühe oder traut sich noch, Menschen, die die Tagesschau als „gewalttätig“ diffamiert, kennenzulernen, persönlich mit ihnen zu reden, um sich ein eigenes Bild zu machen?

Wer das aber nicht tut, wer vergisst, dass Menschen, die man noch gar nicht persönlich kennt, erst einmal Bestandteil des großen, vorurteilsfreien Haufens mit der Aufschrift „Menschen“ sein könnten, der/die ist in meinen Augen ein/e geborene/r, demokratiefeindliche/r Faschist/in, dem/der es viel zu anstrengend, gefährlich und/oder zeitaufwendig ist, sich mit anderen Meinungen auseinandersetzen zu wollen.

Dass aber, wenn Demokratie unerwünscht ist, auch die eigene (Meinungs-)Freiheit bedroht wird, das kommt vielen modernen, zivilisierten Menschen anscheinend gar nicht mehr in den Sinn. Sie sind so entfremdet von dem Gedanken, überhaupt frei(entscheidend)e Menschen zu sein, oder halten sich für frei innerhalb all der gesellschaftlichen Zwänge, obwohl sie sie selbst gar nicht mit-entscheiden durften.

Seltsamer- oder glücklicherweise werden viele dann doch noch ein bisschen wach, wenn es – wie gerade – darum geht, ihre letzten verbliebenen Freiheitsrechte, ihre sogenannte Privatsphäre, auch noch anzutasten, überwachen zu lassen, staatlich oder von großen Unternehmen.

Aber wir haben alle schon so lange geschlafen, schon so lange mit unserem Konsum- und Wählerverhalten genau die gestärkt, denen es darum geht, Macht über Menschen zu haben, deren (Kauf-)Verhalten zu lenken, dass es wirklich langsam mal an der Zeit wäre, uns gemeinsam dagegen zu wehren, uns also auch mit Menschen zusammen zu tun, mit denen wir eigentlich gar nichts zu tun haben wollen, weil wir sie irgendwann einmal, aus irgendwelchen Gründen, in einer „Gefahren“ oder „Feind“-Schublade abgelegt hatten …

P.s.: Viele neue Informationen für eine „Eigene Wahrheit„s-Schublade – denn wenn man sehr früh aufhört, welche dafür zu sammeln, kann man ziemlich daneben liegen, was ein Gesamtbild angeht – über die leider in unseren Medien so gut wie überhaupt nicht berichtet wurde, finden sich übrigens in vielen Reden von großartigen, freiheits- und demokratieliebenden, mutigen Menschen am 29.8. an der Siegessäule in Berlin – u.a. sogar von einem deutschen Politiker, Polizisten, SportlerInnen wie der Ex-Fußballer Thomas Berthold, MusikerInnen, Ärzten, Juristen, Religionsvertretern und von John F. Kennedy’s Neffen. Ich habe bestimmt jemanden vergessen; aber ich hoffe, die Videos zu allen finden sich irgendwo in den Weiten des Internets.

P.p.s.: Ein paar andere Eindrücke zu „Gewalttätigen“ und sogar massiven Verfassungsbrüchen während der Demos als die, die unser Staatsfernsehen und -radio, sorry, ich meine natürlich unsere öffentlichen  Medien, verbreiten, finden sich u.a. bei Rubikon.news.

 

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Dank für das Foto gebührt Mathias Csader!

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