Angeblich menschlich …?

… sollen ja Gefühle wie Mitleid oder Scham und das Vermögen zur Einsicht sein.

Leider haben sie alle keine Bedeutung, wenn sie im Verborgenen bleiben, den Menschen also der Mut dazu fehlt, sie auch offen zuzugeben bzw. sie vernünftig einzusetzen.

Sobald der/die einzelne also erkennt, dass Angst (vor Viren, vor anderen Menschen, vor dem Brechen von Gesetzen, …) das vorherrschende Gefühl ist oder er/sie die Angst anderer für eigene Zwecke missbraucht, braucht er/sie sich in meinen Augen nichts mehr auf seine Menschlichkeit einbilden (aber sich vielleicht ja dafür auf die Schultern klopfen, welch einen vorbildlichen Nazi er/sie vor einigen Jahrzehnten abgegeben hätte)!

Wollen Menschen überhaupt noch frei sein?

Diese Frage stelle ich mir gerade wieder vermehrt – wenn ich sehe, wie verbissen Menschen die Anordnungen unserer Regierungen oder ihrer Vorgesetzten befolgen und sogar verteidigen, also aggressiv auf jede/n reagieren, der/die das nicht tut, egal wie absurd die Anordnung ist; wie wütend sie auf Menschen zu sein scheinen, die demokratische Freiheitswerte bzw. -rechte verteidigen.

 

Wollen „moderne“ Menschen, vor allem in diesem Land, überhaupt noch freie Entscheidungen treffen in dieser komplizierten Welt?

Wollen Menschen überhaupt noch selbst herausfinden, was sie brauchen, was ihnen zu viel, was wirklich gefährlich für sie ist?

Oder wollen sie sich lieber sagen lassen, wie sie Gefahren vermeiden und was gut für sie ist (um vielleicht irgendwann später herauszufinden, dass das eigentlich niemand anderes als sie selbst wissen kann)?

Brauchen Sie in ihrem Leben DiktatorInnen, die ihnen den Weg vorgeben, weil sie sonst gar nicht wüssten, welchen sie einschlagen sollen?

Begnügen sie sich nicht lieber mit dem kleinen bisschen Freiheit, der sogenannten Freizeit, der „Spiele zum Brot“, die unsere moderne Gesellschaft allen gewährt, obwohl sogar die gerade mit neuen Regeln eingeschränkt wird.

Halten vielleicht viele moderne Menschen Geld und „finanzielle Freiheit“ (immer noch) für Freiheit (die ihnen damit von irgendjemandem versprochen wurde) statt wahrhaben zu wollen, dass sie sich damit in erster Linie abhängig machen oder sogar selbst versklavt haben?

Ist es nicht langsam mal genug, dass wir Menschen die Verantwortung für unser Leben bereitwillig in die Hände von PolitikerInnen und großen Unternehmen legen, die ihre Versprechen noch nie gehalten haben? Ist es nicht langsam mal genug der modernen Sklaverei? Könnten wir als „freie“ BürgerInnen uns nicht langsam mal zusammen dagegen wehren und uns Freiheit zurückerobern?

Glauben Menschen wirklich, sie wären frei, wenn sie irgendwo blind mitlaufen, wider besseren Wissens und/oder Gewissens?
Glauben sie, sie könnten sich jemals (wieder) frei fühlen, wenn sie Mit“Schuld“- in welcher Weise auch immer -, auf sich laden, die sie alleine nie verantworten würden. Glauben sie, man könne sich überhaupt frei fühlen mit „Altlasten“ (auf dem Gewissen), die noch bereinigt werden könnten.

Haben andere Menschen überhaupt dieselbe Vorstellung von Freiheit wie ich?

 

Ich wünschte, ich würde die Antwort von mehr Menschen darauf kennen.

Menschen haben sich in unserer Menschheitsgeschicht durch ihr Sicherheitsdenken schon oft bereitwillig in die „Obhut“ derjenigen begeben, die ihnen Sicherheit versprochen, aber gleichzeitig Freiheiten genommen haben. Das hatte immer nur so lange Bestand, bis die „Freiheitskämpfer“ sich wieder so stark formieren und überzeugen konnten, dass Sicherheitsfanatiker, die vielleicht sogar ihre Seele verkaufen, damit sie keine eigenen, freien Entscheidungen in ihrem Leben treffen müssen, in der Unterzahl waren. Ich kann mich nicht erinnern, dass solche Umbrüche jemals friedlich abgelaufen wären.

Dass wir uns momentan in der „Obhut“ unserer sogenannten demokratischen Gesellschaft, deren Politik allerdings von großen, finanzstarken Unternehmen mitbestimmt wird, befinden und dass Geld ohnehin die Welt regiert, das könnte jedem denkenden Menschen mit funktionstüchtigen Augen bewusst sein. Die Frage ist nur, wie lange lässt die Mehrheit der Menschen sich davon noch beherrschen und in ihrem Freiheitsdrang beschneiden? Wie lange versuchen unsere Regierungen, ihre politische Richtung (Marktwachstum, also Geld, und Sicherheit) noch aufrechtzuerhalten? Wie lange versuchen führende PolitikerInnen noch, demokratisch denkenden Menschen etwas als Demokratie zu verkaufen, was schon lange eher eine demokratisch gewählte Diktatur ist, die nur davon lebt, demokratische Freiheitsrechte zu beschneiden?

Ich persönlich halte eine Politik nicht für demokratisch, die ohne demokratische Beschlüsse Menschenleben zerstört; von einer Politik, die ihre Entscheidungen ohne vorherige, umfassende, öffentliche Aufklärung vor allem mit BeraterInnen aus der Industrie trifft und danach rigoros durchsetzt; von einer Politik, die von Menschen gewählt wird, die denken, dass es genügt, eine Demokratie aufrecht bzw. bürgerliche (Meinungs-)Freiheitsrechte zu erhalten, wenn sie selbst sich aus politischen Diskussionen heraushalten und einfach alle paar Jahre ein Kreuzchen auf einem Wahlzettel machen, von Menschen, die denken, Biologie und ihr Leben hätten nichts mit Politik zu tun.

Ich persönlich würde mir wünschen, dass wir Menschen aus dem Dilemma „Sicherheit und Freiheitsentzug vs. Freiheit und Selbstverantwortung“ endlich einmal friedlich herauskommen. Ich hoffe so sehr, dass unsere führenden PolitikerInnen irgendwann beweisen, also vorleben, dass Menschen vernünftiges Handeln, nach bestem Wissen UND Gewissen, das Freiheiten und Sicherheit gleichermaßen gewährt, auf Landesebene oder sogar global umsetzen können; dass Menschen nichts aufdiktiert werden muss, dass sie nicht mit Verordnungen und Gesetzen gezwungen werden, sondern – nach umfassender Aufklärung – von einer mehrheitlichen Meinung überzeugt müssen, wenn ein gemeinsamer Weg eingeschlagen werden soll.
Ich sehe traurigerweise nur irgendwie niemanden, dem ich diese Aufgabe zutraue…

Also wer für sich selbst die Frage oben so beantwortet hat, dass er/sie sich mehr Freiheit wünscht, der/die sollte vielleicht langsam mal damit anfangen, sich dafür einzusetzen, dass zumindest die momentanen, unverhältnismäßigen Einschränkungen nicht weiter bestehen bleiben.
Wer die Möglichkeit hat, am Wochenende nach Berlin zu fahren, findet dort am 29. mit Sicherheit Verbündete, die gute Ideen haben, was jede/r einzelne tun kann.

Ich schreibe einfach weiterhin, auch an höhere Stellen, und hoffe, dass ich irgendwann überzeuge oder genug nerve, damit die Verantwortlichen dort ihre Spielräume nutzen, um sich für die Freiheitsrechte von Menschen in diesem Land einzusetzen.

Vielleicht

Freiheit wurde uns nicht mehr in die Wiege gelegt, seitdem Menschen aufgehört haben, nur nach den Naturgesetzen zu leben, seitdem sie also angefangen haben, ihre eigenen Gesetze zu machen. Das ist anscheinend vielen Menschen gar nicht bewusst…