Meine Fragen zu – momentan vielleicht vermehrt um sich greifenden – Verschwörungstheorien

Sind eigentlich Menschen auch ein Art Verschwörungstheoretiker/innen, wenn sie Ärzt/Innen und Wissenschaftler/innen, die sachlich sowohl über mögliche Gefahren einer Situation aufklären (die sonst kaum jemand äußert) oder die Aussagen gängiger Meinungen relativieren, mit „echten“ Verschwörungstheoretikern (die also auch das Wort „Verschwörung“ benutzen!) in eine Schublade stecken, sobald die deren wissenschaftliche Meinung irgendwo zitiert haben? Sind aus der unkritischen Übernahme von Meinungen oder aus der unkritischen Weitergabe von Information, also ohne weitere Recherche, was für und was gegen deren Aussagekraft spricht, vielleicht die meisten Verschwörungstheorien erst entstanden? Und ab wann darf etwas eigentlich Verschwörung genannt werden? Ist es schon eine Verschwörung, wenn Menschen aufmerksam und geduldig auf eine (zufällig?) prognostizierte Chance warten und diese nutzen? Oder handelt es sich erst um eine echte Verschwörung, wenn sie bewusst geplant und herbeigeführt wurde? Gibt es eigentlich Unterschiede zwischen „Verschwörungstheorien“, die versuchen zu erklären, wie etwas in der Vergangenheit passieren konnte, und Verschwörungstheorien, die prognostizieren, was in der Zukunft passieren wird? Bin ich zu gutgläubig, wenn ich nicht an geplante Verschwörungen glaube? Oder male ich zu schwarz, wenn für mich seit Jahren immer wieder neue Hinweise genügen, um Medikamenten- und Impfstoffherstellern zu unterstellen, dass sie schon lange Zeit nicht in erster Linie im Sinne von Gesundheit und von Menschenleben, sondern im Sinne von finanzieller Rentabilität, also auch Marketing und Täuschung/Vertuschung, gehandelt haben (und immer wieder handeln)?

P.s.: Ich kann nur empfehlen, unvoreingenommen zuzuhören, was z.B. Dr. Wolfgang Wodarg, Dr. Bodo Schiffmann oder Dr. Claus Köhnlein zur aktuellen Situation zu sagen haben. Um Verständnisfragen zu klären, stehe ich gerne bereit!
Und ich freue mich, wenn mir jemand Informationen liefern kann, dass tatsächlich irgendwo, irgendwann einmal ein kausaler Zusammenhang zwischen einem Virus und Krankheitssymptomen (und nicht nur eine Korrelation; so dass genauso die Krankheitssymptome dafür verantwortlich sein könnten, dass ein Virustest positiv anschlägt) wissenschaftlich nachgewiesen werden konnte – ich suche nämlich schon lange danach und konnte bisher keine dazu finden!

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Dank für das Foto gebührt Mathias Csader, csader.de/

Meine Fragen an jede/n unkritische/n Gesichtsmaskenträger/in (zur Eindämmung eines Virus)

Bist Du Dir des Unterschieds zwischen einer Ansteckung und einer Erkrankung bewusst?
Erinnerst Du Dich, dass „Eindämmung“ bedeutet, dass die Ausbreitung eines Virus verlangsamt, aber nicht verhindert wird?
Überzeugt Dich, dass Viren sich durch Stoffmasken von ihrer Verbreitung abhalten lassen sollen, während es an anderen Stellen Hochsicherheitslabore gibt, um Viren nicht entkommen zu lassen?
Machen Dich Masken vor den Gesichtern anderer nicht unsicher und misstrauisch? Besteht nicht die Gefahr, dass der damit verbundene psychische Stress Dein Immunsystem besonders anfällig für ein neues Virus macht?
Ist Dir bewusst, dass es ständig neue Viren gibt, die immer irgendjemandem – vielleicht ja Dir? – gefährlich werden können und gegen nie vorsorglich ein Impfstoff entwickelt werden kann?
Willst Du ab jetzt sicherheitshalber weiterhin maskiert durch’s Leben oder möglichst wenig vor die Tür gehen und möglichst wenig Kontakt zu anderen Menschen haben – um Dir selbst nicht „irgendwas einzufangen“, das andere eventuell mit sich herumtragen, oder um nichts an jemand anderen, gesundheitlich vorbelasteten, weiterzutragen, das Du Dir eventuell schon längst, ohne selbst Symptome zu entwickeln, „eingefangen“ hast?

P.s.: https://www.openpetition.de/petition/online/abschaffung-der-mundschutz-bzw-maskenpflicht-in-deutschland

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Dank für das Foto gebührt Mathias Csader, csader.de/

Von europäischen (Feld-)Hamstern und menschlichen Hamster(käuf)ern – wie sinnvoll ist es für das eigene Überleben, unüberlegt Vorräte anzuhäufen?

Seit vielen Jahren suche ich zusammen mit anderen Biologen und Biologinnen im Frühjahr, bevor das Getreide zu hoch wird, und im Sommer, nach der Getreideernte, in Äckern von Rheinland-Pfalz – teilweise auch von Hessen oder Bayern und Baden-Württemberg – nach Spuren des Feldhamsters, genau genommen nach Löchern im Boden, die auf einen Feldhamsterbau hindeuten. Der europäische Hamster (Cricetus cricetus) steht unter Naturschutz; daher müssen seine (potenziellen) Lebensräume (Habitate) kartiert, also die Hamsterbestände gezählt und kartografisch aufgenommen und über die Jahre kontrolliert werden, um gegebenenfalls Schutz- oder Ausgleichsmaßnahmen, z.B. die Anlage von Grünstreifen mit Luzerne, in die Wege zu leiten, wenn ein Habitat z.B. bebaut werden soll.

Der von der modernen, intensiven Landwirtschaft ohnehin schon stark bedrohte Lebensraum der Hamster, v.a. Getreidefelder – aber auch zwischen Raps, Rüben und in Luzerne oder anderen „Blühstreifen“ finden wir die charakteristischen Fall- oder Schlupfröhren, die ins Innere eines Baus führen – wird zusätzlich z. B. von neu beschlossenen Wohn- oder Gewerbegebieten, aber auch Windrädern, immer mehr eingeschränkt. Dort, wo heute noch Hamster leben, in z. T. fast unvorstellbar riesigen Getreide-Monokulturen, wird ihr „Paradies“ im Sommer, wenn das Getreide reif ist, meist in kürzester Zeit abgeerntet, so dass die Hamster von einem Tag auf den anderen gleichzeitig die Deckung vor Feinden – wie dem Fuchs oder Beutegreifern aus der Luft – und die Grundlage an Nahrungsmitteln verlieren, um einen ausreichenden Wintervorrat anzulegen. Der Einsatz von „Schädlingsbekämpfungsmitteln“ und die Verarmung an Bodenlebewesen, auf deren Kalorien der „Allesfresser“ Hamster vor allem während der Jungenaufzucht angewiesen ist, durch „konventionelleBewirtschaftung dürften weitere Faktoren sein, die den Hamstern hierzulande gerade den Garaus machen. Nach unseren diesjährigen Funden von Hamsterlöchern, die – durch frisch aufgehäufte Erde, Fraßspuren oder Hamsterköttel – darauf hinweisen, dass ein Hamster dort auch tatsächlich wohnt, also noch ein und aus geht, steht es ziemlich schlecht um den Feldhamster: Wo wir vor einigen Jahren noch Dutzende von Hamsterbau-Zugängen entdecken konnten, findet sich heute oft kein einziger mehr.

Wieso funktioniert seine Überlebensstrategie, die ihn bis heute als Tierart erhalten hat, auf einmal nicht mehr? Und warum befinden sich Menschen, die „sicherheitshalber“ Vorräte oder generell materielle Dinge „hamstern“, also vorsorglich anhäufen, um „schlechte Zeiten“ zu überbrücken, auf dem Weg in eine mögliche Sackgasse?

Der Feldhamster führt im Gegensatz zum sozialen Wesen Mensch ein Einzelgänger-Dasein, der ein weiträumiges Revier gegen Artgenossen verteidigt und – auf sich allein gestellt – genug Nahrung finden und sammeln muss, um auch den Winter überleben zu können. Ein Leben als unsozialer Hamster(er) ist also nur so lange erfolgreich, so lange der verfügbare Lebensraum groß genug ist, dass sich einzelne Hamster aus dem Weg gehen können bzw. dass jeder Hamster auf „seinem Grund und Boden“ auch genug Nahrung für die Wintermonate „hamstern“ kann und das nächste Hamsterrevier gleichzeitig nicht allzu weit entfernt ist, so dass Artgenossen zur Reproduktion, also Arterhaltung, noch erreicht werden können.
Da Hamster vermutlich keine Informationsquellen haben, die ihnen aktuelle Daten und Prognosen zur zukünftigen Gesamtsituation liefern, hamstern sie oft einfach so viel Getreide wie sie kriegen können, aber zum Überleben gar nicht bräuchten. Anstatt abwägen zu können, wann es – im Sinne der Arterhaltung – vernünftig wäre, lieber selbst etwas kürzer zu treten und mit dem Anlegen von Vorräten an einem bestimmten Punkt aufzuhören, damit auch möglichst viele Artgenossen überleben können und nicht verhungern müssen, hamstert der Hamster sich im schlimmsten Fall sein eigenes Grab.

Der soziale Mensch lebt im Gegensatz zum Hamster meist dauerhaft in kleineren Gruppen und darüber hinaus auch oft auf engstem Raum, z.B. in riesigen Städten, zusammen, weil er/sie erkannt hat, wie vorteilhaft das Teilen bzw . die gemeinsame Nutzung von Ressourcen (weil unterschiedliche Menschen mit individuellen Bedürfnissen nicht immer oder nicht immer gleichzeitig dieselben benötigen!), Zusammenarbeit und gegenseitige Fürsorge und Hilfe sein kann. Deswegen verteidigen wir auch eher als Gruppe unsere Territorien gegen „Fremde“, v.a. wenn die Gefahr besteht, (über)lebenswichtige Ressourcen mit ihnen teilen zu müssen. Wenn die Nahrung in einem gemeinsamen Lebensraum knapp wird, können wir Menschen uns Informationen einholen und überlegen, ob es für die eigenen Überlebenschance sinnvoller ist, unsozial, egoistisch, zu sein und sich selbst möglichst viel und mehr als andere zu nehmen, oder alles weiterhin sozial, gerecht unter allen aufzuteilen und den eigenen Verbrauch möglichst auf das Allernötigste zum Überleben herunter zu schrauben. Beide Strategien können funktionieren, beide können schief gehen… je nachdem, ob und wann sich eine „überlebenskritische Situation“ wieder entspannt. Vernünftig wäre es, sich vor überstürzten Handlungen möglichst umfassend zu informieren, z.B. woher das, was man als Vorräte einhamstern möchte, eigentlich kommt, also ob der Nachschub längerfristig gesichert ist, und ob überhaupt die Natur, von deren Ressourcen am Ende alle Produkte abhängig sind, auch langfristig nachliefern kann, was ihr entnommen wird.

In meinen Augen ist das Hamstern sowohl für den Feldhamster als auch für uns Menschen momentan eine Sackgasse – weil alle Vorräte der Natur zur Neige gehen: die, die der Hamster zum Überleben braucht, aber auch die, die wir Menschen brauchen. Sie schwinden nicht, weil es heute zu viele echte (Feld-)Hamster gibt, sonder zu viele Menschen, die sich wie asoziale Hamster verhalten: wir nehmen uns gegenseitig verschiedenste Dinge weg, brauchen unnötig viele Ressourcen auf (hinterlassen dabei zusätzlich – im Gegensatz zum Hamster – auch noch viel zu viel Müll) und wir lassen der Natur nicht genug Raum übrig, geben ihr also gar keine Chance mehr, „nachzuliefern“, was langfristig überlebenswichtig für uns wäre. Gleichzeitig provozieren die fleißigsten „Hamsterer“ unter den Menschen überall auf der Welt – seien es Konsumgüter oder auch Geld auf dem Konto – soziale Ungerechtigkeiten, indem sie – vielleicht oft unbewusst – in Kauf nehmen, dass Artgenossen einfach weniger haben „müssen“, wenn einige sich zu viel von dem nehmen, was das Überleben aller sichert.

Ich halte dem Feldhamster die Daumen, dass mit viel Engagement, vor allem von Bauern, neue Lebensräume für ihn geschaffen werden, so dass er in Deutschland überleben kann. Die Chance besteht, wir haben auch dieses Jahr noch kleine „Hamsterhochburgen“ z.B. auf ökologisch bewirtschafteten Äckern, gefunden, aber die Zeit drängt, weil die Vernetzung zueinander fehlt, um Inzucht zu vermeiden.
Das langfristige Überleben der Menschen hängt wohl eher davon ab, ob wir in Bezug auf unsere Erde so unsozial, ohne Blick auf das „große Ganze“, kompromiss- und alternativlos weitermachen wollen wie bisher: jedes (Bundes)Land, jeder Kreis, jede Kommune, jede Partei, jedes Unternehmen, jede/r einzelne, der/die in irgendeiner Weise in erster Linie Politik für seine persönlichen Zwecke macht. Seit 1990 hat sich der Earth Overshoot Day, den kluge Köpfe jedes Jahr berechnen – der Welterschöpfungstag, an dem die verfügbaren Ressourcen für das ganze Jahr aufgebraucht sind, die sich bis zum darauffolgenden Jahr regenerieren könnten – von Dezember auf Ende Juli verschoben. Wer sich ein bisschen Zeit zum Nachdenken nimmt, könnte also absehen, dass Mutter Natur unserer „Gier“ nach mehr als sie uns bieten kann, irgendwann in absehbarer Zeit Grenzen setzen wird.
Ich interpretiere all die bisher so glimpflich für uns verlaufenden Pandemien, die in meinen Augen vor allem Menschen treffen, die sich sehr weit von ihrer Natur entfernt haben und die keine oder möglichst wenig Verantwortung für ihre Umwelt, ihren eigenen Körper, ihre Gesundheit, tragen wollen oder können, gerne als ihre Vorwarnungen. Vorwarnungen dafür, dass wir alles nur schlimmer machen, wenn wir uns weiter einseitig weg von unserem Ursprung, der Natur, bewegen: weg von unserem Respekt vor ihr, weg von Vertrauen in sie, weg von Fürsorge für sie, weg von unserer Kooperation mit, unserer Verbindung zu ihr; hin zu technischen, medizinischen oder anderen Lösungen für Probleme, die wir uns selbst durch die Entfernung von der Natur geschaffen haben, und hin zu grenzenloser Ausbeutung natürlicher Lebensräume für unzählige Tier-, Pflanzen- und Pilzarten, inklusive Bakterien und Viren, und respektloser Ausbeutung anderer Menschen – für materiellen Wohlstand und das Ideal (oder die Ideologie?) von niemals endendem Wirtschaftswachstum.

Vernünftige Grenzen, die nicht nur auf kurze Sicht von Verantwortungsbewusstsein zeugen, setzen wir Menschen, egal ob Privatmann/-frau, Unternehmer/in oder Politiker/in – genaus wie Hamster – freiwillig leider selten…

Meine Fragen zur Wissenschaftsgläubigkeit

Dass viele Wissenschaftler keinen Respekt vor der Natur und all ihren Kreaturen und auch kein Vertrauen in sie haben, ist ja offensichtlich, da sie sie immer wieder „verbessern“ bzw. „bekämpfen“ wollen. Aber wieso vertrauen selbst Menschen, die sich als „Gläubige“ bezeichnen, nicht auf ein sinnvolles Ganzes hinter der Schöpfung, also auch darauf, dass Viren eine sinnvolle Rolle darin spielen und gar nicht bekämpft werden müssen? Wieso glauben sie daran, dass nur Ärzte, also Menschen, und Medikamente heilen können und nicht die Selbstheilungskräfte, also die schöpferischen Kräfte, die uns von der Natur mitgegeben wurden?

Wieso vertraut kaum jemand darauf, dass wir Viren (genauso wie Bakterien oder sonstige „Bösen“) gar nicht bekämpfen müssten, sondern ihnen mit unserer naturgegebenen – für die, die es gerne so bezeichnen würden, von mir aus gerne auch gottgegebenen – körpereigenen Abwehr, unserem Immunsystem, eigentlich auch gut standhalten könnten, wenn wir sie aufbauen statt mit Impfungen und Medikamenten schwächen würden?

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Dank für das Foto gebührt Mathias Csader, csader.de/

Meine Fragen zu den Corona-Maßnahmen unserer Regierenden

Ist es eine vernünftige Strategie, sich nicht mehr dafür zu interessieren, als in den Mainstream-Medien berichtet und dargestellt wird, einfach kritiklos alles mitzumachen und sich blind darauf zu verlassen, dass das, was von Regierungen beschlossen wird, mehr als eine Panikreaktion zum Schutz gesundheitlich vorbelasteter Risikogruppen und eines auf Kranke und ihre Behandlung angewiesenen Gesundheitssystems, sondern auch nachhaltig sinnvoll für die Gesundheit jüngerer Generationen ist? Wäre es nicht vernünftiger, sich umfassender – z.B. über Viren als Symbionten des Menschen, Impfungen und ihre Nebenwirkungen, das eigene Immunsystem, Stressreaktionen im Körper, die Wirkung der Psyche und des „Bauchgehirns“ auf den Rest des Körpers oder über viele andere neuere Erkenntnisse zu Gesundheit und Krankheiten – auch über andere Medien zu informieren, also auch Gegenargumente anzuhören und sich eine eigene Meinung dazu zu bilden, um nicht vielleicht irgendwann sagen zu müssen „Davon hab‘ ich gar nichts gewusst!“…

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Dank für das Foto gebührt Mathias Csader, csader.de/

Frühling – die Zeit des Neuerwachens und Wachsens der bunten Vielfalt in der Natur; vielleicht auch für kreative Köpfe in unserer Gesellschaft?

Mir fallen ja immer häufiger die Prinzipien, die ich aus der Natur kenne, und die Muster, die ich in der Natur beobachten kann, auch unter Menschen auf. Eigentlich logisch; denn wir Menschen entstammen ja der Natur.
Jedenfalls finde ich sehr spannend, dass wir gerade jetzt, im Frühling, in einer weltweiten Krise stecken, zu deren Lösung frische, neue Ideen, die vermutlich an vielen Stellen aus dem Boden sprießen, herangezogen werden könnten… Ich sehe allerindings in erster Linie kreative Lösungen dazu, wie sich die aufgezwungenen Einschränkungen ertragen lassen statt dafür, wie wir vorsorgen könnten, dass solche Zwangsmaßnahmen in Zukunft nicht häufiger an der Tagesordnung stehen… Auch das ist ein „schönes“ Muster, das ich immer wieder beobachte: so lange es irgendwie möglich ist, dreht es sich in der Mehrzahl der Köpfe allein um akute, kurzfristig möglichst effektive Symptombehandlungen, deren langfristige negativen Folgen kaum dagegen abgewogen zu werden scheinen, statt um sinnvolle Planung auf lange Sicht, bei der langfristige Vorteile mehr wiegen als kurzfristige Nachteile , im Falle des Coronavirus also z.B. gesundheitliche Vorsorgemaßnahmen gegen COVID-19 zu treffen. Dass das nicht die vorsorgliche Her- und Bereitstellung eines Impfstoffes sein kann, darauf könnte jede/r auch von alleine kommen, wenn uns ja immer wieder ganz neue Viren, die vorher noch nicht bekannt waren, vor die größten Probleme stellen.
Leider habe ich von Seiten unserer Politiker oder unseres Gesundheitssystems von noch gar keinem – aus biologischer Sicht sinnvollen – Ansatz gehört, oder gelesen, wie man die Gesundheit der Menschen verbessern oder die Welt grundlegend ein bisschen ändern könnte, damit von neuen Viren keine solche Gefahr mehr ausgeht; wie z.B. dem, Lebensbedingungen, v.a. in ärmeren Ländern so zu verändern, dass Menschen Erkrankungen auskurieren können. „Krankheiten“ sind ja nichts anderes als Symptome eines arbeitenden Immunsystems bzw. eines über- oder unterforderten, zu einseitig belasteten Organs oder Körperteils. Krankheitsbekämpfung ist daher immer Symptom- und nicht Ursachenbekämpfung – dieses Wissen hat sich nur leider in den Köpfen der Menschen noch nicht durchgesetzt. Wer krank wird, hat aber nicht „einfach schlechte Gene“ – denn es ist heute wissenschaftlich belegt, dass epigenetische Faktoren Genaktivitäten beeinflussen können -, und wer sich als Patient mit einer Organerkrankung oder einem „Keim“ als Ursache zufrieden gibt, der hat in meinen Augen „nur“ aufgehört, danach zu suchen, warum dieses Organ krank geworden ist oder warum sich diese „Keime“ zu diesem Zeitpunkt im eigenen Körper ausbreiten konnten (denn Menschen kommen täglich mit vielen verschiedenen in Kontakt, die sich vermutlich alle gerne ausbreiten und vermehren würden, wenn Immunsysteme sie nicht in Schach halten würden!).

Aber zurück zum Frühling! Es sprießen ja vielleicht sogar gerade ein paar kleine Ideen für grundlegende Änderungen! … Allerdings werden die, wie die vielen bunten Frühjahrsblüher in europäischen Wäldern – mit ihrem gemäßigten Klima und den Jahreszeiten – vermutlich bald schon wieder überschattet von den „großen Idealen“ unserer Gesellschaft, die „schützend“ ihre Blätter über das Geschehen am Boden ausbreiten. Große, starke Bäume scheinen ja tatsächlich in vielen Gesellschaften als vorbildhaft für Menschen in Führungspositionen zu gelten; dass sie keine bunte Artenvielfalt unter sich zulassen, weil sie zu viel Schatten werfen, wissen vermutlich viele Menschen gar nicht. Es wird in einem europäischen Wald nie ganzjährig die bunte Artenvielfalt geben wie im Frühjahr – wenn die Bäume ihre Blätter noch nicht entfaltet haben – oder wie auf Lichtungen, die meist schnell wieder von Bäumen überragt werden. Sobald die „Normalität“ im Wald zurückgekehrt ist, die Bäume also in voller, einheitlich grüner Pracht stehen, ist von der kurzzeitigen, bunten Vielfalt am Boden, die sich bis zum nächsten Frühling in den Boden zurück zieht oder von der nur Samen zurückbleiben, die auf ihre Chance zum Keimen warten müssen, nichts mehr zu sehen. Unsere Wälder sind also relativ artenarm im Vergleich zu bunten Wiesen, mit deren Flora und Fauna sie allerdings in regem Austausch stehen, so dass beide Lebensräume auch auf die Anwesenheit des anderen angewiesen sind. Viele Tiere suchen Schutz im Wald, während sie auf den Wiesen leichter jagen können (auch nach Paarungspartnern); und Pflanzen, die sich aus eigener Kraft kaum fortbewegen können, bekommen über Tierverbreitung ihrer Samen die Möglichkeit, auch andere Habitate, Lebensräume, zu besiedeln.

Für ein stabiles Gleichgewicht, d.h. dafür, dass Ökosysteme nicht schnell ganz zusammenbrechen und zu „toten Zonen“ werden, wenn sich die Lebensbedingungen an einem Ort ändern, z.B. durch das Klima oder Eindringlinge – nicht nur Menschen -, die sich ungehindert ausbreiten, ist es in der Natur enorm wichtig, dass es für viele verschiedene Arten auch die unterschiedlichsten Lebensräume bzw. ökologischen Nischen gibt; dass es immer wieder Rückzugsorte für Arten gibt, deren angestammter Lebensraum zerstört wurde. Sonst gehen sie irgendwann verloren, und nach ihnen alle Arten, die in irgendeiner Weise von ihrem Dasein abhängig sind. Da es nicht sehr weit gedacht und unrealistisch ist, dass auf der Erde irgendwann einmal alles genauso bleiben könnte, wie es ist, wäre es für das Überleben aller vorsorglich wichtig, die gesamte Vielfalt möglichst zu erhalten. Auf lange Sicht hat es nur Nachteile, wenigen, groß(wüchsig)en Arten, die (uns) viele Erträge bringen, sozusagen effektiv (für uns) arbeiten, aber vielen anderen die Luft bzw. das Licht zum Atmen nehmen, zu viel Raum zu geben, womöglich in reinen Monokulturen: diese werden besonders empfindlich gegen Borkenkäfer, Pilze, Viren-, also generell sehr viel krankheitsanfälliger als Mischkulturen aus vielen, automatisch klein(wüchsig)eren, weniger ertragreichen Arten und Sorten.

In der Natur setzen natürliche Gegebenheiten Bäumen, die natürlich wie alle Arten danach streben, schnell immer weiter zu wachsen und sich möglichst auf allen noch freien (z.B. Wiesen-, Moor-)Flächen auszubreiten, natürliche Grenzen (z.B. durch die Temperatur; Bodenbeschaffenheit; Niederschläge; Wildtiere, die Baumwachstum, Samenverbreitung oder schon den Fruchtansatz „in Schach halten“, …). So sorgt Mutter Natur gleichzeitig dafür, dass an anderen Stellen viele andere, bunte (krautige) Arten Raum, Luft, und genug Licht zum Leben und Wachsen haben. Tropische Regenwälder sind so artenreich, weil sich eine große Vielfalt von Arten so aufeinander abgestimmt hat, dass alle zusammen seeeeehr langsam wachsen, sehr viel langsamer als unsere heimischen Bäume – für mich übrigens ein schönes Vorbild für die Zukunft menschlicher Gesellschaften.
In unseren Breiten, wo Bäume – und auch viele Unternehmen im Sinne unserer Wirtschaft… schnell wachsen wollen (oder aus welchen Gründen auch immer „müssen“?) ist es definitiv nicht gleichzeitig das Beste für alle anderen (Arten, Menschen, Unternehmen). Die „Kleinen“ profitieren nie genauso vom Wachstum wie die Großen; wenn einige unbedingt größer werden wollen, ohne dass gleichzeitig aufmerksam dafür gesorgt wird, dass alle anderen die Möglichkeit bekommen, genauso mitzuwachsen oder auch als kleines Wesen gut weiter zu leben, wird die Kluft zwischen beiden automatisch immer größer; aber gleichzeitig beider Überlebenschance – aufgrund der enormen Abhängigkeit voneinander, die sich in einer vielfältigen Umwelt auf viele andere verteilen würde – immer kleiner…

Das ist das, was Naturwissenschaftler/Innen in der Natur beobachtet haben, das ist das, was wir Menschen aus und von der Natur lernen könnten… Aber wir machen lieber unsere eigenen Regeln und Gesetze: Wirtschaftswachstum soll gleichzeitig auch alle anderen Unternehmungen in ihrem Überleben und Wachstum unterstützen, wenn Geld irgendwo gespart oder angehäuft wird, soll es trotzdem allen nicht daran fehlen; wir können angeblich Geld für uns arbeiten lassen, es sich also vermehren lassen, ohne dass die Arbeitskraft anderer oder die Natur dafür ausgebeutet werden. Wir können Geld für wohltätige Zwecke und Umweltschutz spenden statt anderen persönlich zu helfen, statt mit unserem Verhalten die Umwelt zu schützen und unseren Lebensstil ökologisch-nachhaltig zu gestalten. Wir müssen nicht alles selbst wissen oder tun, wir können die Verantwortung für vieles einfach abgeben. Wir können einfach moralische Maßstäbe setzen, um unmoralische Systeme gut zu machen.
Können sich Menschen die Welt tatsächlich so anders, nach anderen Prinzipien gestalten als die Natur sie vorgibt, und sie und ihre Bewohner trotzdem weiter am Leben halten? Ich werde weiter beobachten, meine Schlüsse daraus ziehen, meine Meinung daraus bilden und davon erzählen. Ich werde allerdings gleichzeitig daran glauben, dass es irgendwo kreative Köpfe gibt, die eingesehen haben, dass wir nicht so wie bisher einfach weitermachen können, und schon fleißig neue, frische Ideen dazu entwickeln, wie unsere Gesellschaften mit all ihrer Vielfalt global gemeinsam wachsen und gedeihen können; wie Kompromisse aussehen könnten, z.B. zwischen

  • möglichst vielen, einheitlichen Regelungen und so wenigen wie absolut notwendig, in und zwischen Menschengruppen;
  • dem, was sich zu sehr nur in eine Richtung weiter entwickelt hat oder noch entwickeln will, und dem, was als rückständig betrachtet wird;
  • denen, die groß heraus kommen und hoch hinaus wollen, und denen, die darin keinen Sinn sehen und sich mit weniger zufrieden geben und wohl fühlen;
  • denen, die gerne selbst und in erster Linie für sich (und auch ihre Gesundheit) Verantwortung tragen, und denen, die sie gerne abgeben oder für andere übernehmen wollen;
  • technischen Lösungen und Handarbeit;
  • arbeiten gehen, Geld zum Lebensunterhalt verdienen, Steuren zahlen zu müssen und mit dem, was man am besten kann und am liebsten machen möchte, einen sinnvolleren Beitrag als in erster Linie Steuern zu unserer Gesellschaft beizutragen;
  • denen, die Vorreiter sein wollen, und denen, die sich lieber rückbesinnen.
  • einem Stolz auf die kreativen Köpfe hinter dem „made in Germany“ und dem auf die „Dichter und Denker“.

Oscar White soll schon vor mehr als 100 Jahren gesagt haben: Wir leben in einem Zeitalter der Überarbeitung und der Unterbildung, in einem Zeitalter, in dem die Menschen so fleißig sind (daran arbeiten…), dass sie verdummen. Ich würde in unserem Informationszeitalter zur „Überarbeitung“ allerdings noch die „Überinformation“ ergänzen! Ich persönlich werde mich bestmöglich für den Erhalt oder auch die „Neuansiedlung“ von vielen kleinen, bunten Persönlichkeiten, von vielen Arten von Menschen mit ihren unterschiedlichen „Überlebensstrategien„, die auf vor allem auf klein- bis großflächiger Vernetzung und Kooperation beruhen, von Diversität in der Welt einsetzen, vor allem, damit die daraus erwachsenden Ideen für alle bewahrt und nicht von einheitlich gefärbten, mächtig Großen, denen es in erster Linie um das Geldverdienen rund um die materielle Produktherstellung geht, in den Untergrund gedrängt werden.

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Dank für das Foto gebührt Mathias Csader, natur-highlights.de/

Vom Glauben an den Osterhasen und anderen Märchen – eine Geschichte für Erwachsene

Manche Eltern lassen sich ja so einiges einfallen, um ihren Kindern die Geschichte vom Osterhasen über viele Jahre erzählen zu können, vor allem meine Mama war da sehr erfinderisch! Weil Fantasie bekanntlich beflügelt? Weil Menschen schöne Geschichten lieben; es genießen, welche zu hören, aber auch zu erzählen? Weil es Spaß macht, Dinge zu verstecken und die leuchtenden Augen der Finder/innen zu sehen? Vermutlich gibt es noch viele andere Gründe dafür; aber leuchtende (Kinder-)Augen tauchen darunter vermutlich häufiger auf.

Menschen kommen blauäugig, gutgläubig zur Welt. Das müssen sie auch – denn um zu überleben, wenn man noch keine eigenen Erfahrungen im Leben gemacht hat, muss man sich blind auf das verlassen können, was andere einem erzählen. Mir gibt momentan nur sehr zu Denken, dass so viele Menschen auch im fortgeschrittenen Alter noch nicht damit aufgehört haben. Haben sie in ihrem Leben noch nie Erfahrungen gemacht, die sie an dem, was andere so erzählen, zweifeln lassen? Oder zweifeln sie lieber an sich und den eigenen Erfahrungen als an den Worten anderer? Den Glauben an den Osterhasen haben immerhin die meisten doch hinter sich lassen können!

Als Kind bekommt man ja früher oder später von „Besserwissern“ erzählt, dass es den gar nicht gibt. Im Glauben erschüttert, verteidigen vermutlich die meisten erst einmal aggressiv die eigenen Eltern – denn warum sollten die lügen? – oder diejenigen, die den Glauben entzündet haben, und bezichtigen leiber die „Hasenverleugner“ der Lüge. Doch dann mehren sich vielleicht Hinweise, dass etwas daran sein könnte, dass man hier einen Hasen …, äh, … Bären aufgebunden bekommen hat. Noch weitere Stimmen sagen, dass es den gar nicht gibt. Man lernt in der Schule etwas über (Feld-)Hasen, dass ihr Lebensraum bedroht ist, sie bejagt werden und es immer weniger von ihnen gibt; aber Eier verstecken die nie. Man fängt vielleicht an, sich zu fragen, wozu der überhaupt so viele Eier versteckt, wenn die in diesen Mengen doch unter hühner-unwürdigen Bedingungen produziert werden müssen, und was man denn eigentlich mit denen anfängt, wenn es doch ungesund sein soll, viele Eier zu essen; warum man etwas suchen und finden soll, das man gar nicht (verantworten) möchte. Irgendwann erwischt man vielleicht sogar mal jemanden beim Eierverstecken. Schlussendlich gestehen die meisten Eltern oder „Hasenerfinder“ entweder ihre „Irreführung“ oder sie hören einfach wortlos auf, Eier zu verstecken. Oder alle machen einfach, ohne je darüber nachzudenken oder zu reden, weiter mit dem Versteckspiel, weil es doch eine so schöne Tradition ist, die einfach nur Spaß macht…

Mir kommt es momentan wirklich oft so vor, als spielen viele unserer Politiker gerne Osterhasen; die uns der Reihe nach ein dickes Ei nach dem anderen ins Nest legen. Und Menschen um mich herum, sammeln alle brav ein, ohne zu hinterfragen, ob wir die eigentlich brauchen, verantworten wollen oder zumindest in Zukunft irgendetwas Sinnvolles damit anfangen können.

Als Biologin habe ich viel darüber gelesen und mir oft anschauen können, wie komplex die Natur ist, welche unglaublichen Querverbindungen es zwischen verschiedenen Arten gibt, welche Abhängigkeiten, Kooperationen, welche Diversität. Es ist erstaunlich, wie viel Neues immer noch weiter herausgefunden wird, wie begeistert Wissenschaftler von Zusammenhängen berichten, die sie neu entdeckt haben – nachdem sie sich auf die Suche danach gemacht hatten (was leider nicht sehr viele tun, die für ihren Job als Forscher auch bezahlt werden …)! Alle davon sind vermutlich für jeden Menschen nachvollziehbar, wenn er/sie sich mit ihnen auseinandersetzt, Verständnisfragen dazu stellt, sie sich erklären lässt.

Über die Kleinsten in der Natur, Bakterien und Viren, ist bekannt, dass sie extrem anpassungsfähig sind, dass sie überall verbreitet sind, dass ihre Anzahl lange Zeit völlig unterschätzt wurde und die von Viren ins Unvorstellbare gerückt ist, dass sie nicht einfach nachweisbar sind und dass ihre Rolle in der Natur unter Wissenschaftlern schon lange ein Streitthema ist. Ich finde daher Sätze wie „Wir müssen und können das Corona-Virus besiegen“, die – vielleicht ja nur für mich? – „vernichten“ und „aus der Welt schaffen“ implizieren, daher eine ziemlich anmaßende Frechheit. Wir können seine Ausbreitung entschleunigen, wir können es in Schach halten, aber töten oder aus der Welt vertreiben werden wir es nicht wieder. Hört sich für viele vermutlich aber nicht so gut an wie ein in Aussicht gestellter Sieg. Und nachdem der gegen Bakterien gerade erst zum Stillstand gekommen ist, haben wir ja gerade auch Zeit und Mittel, erst einmal einen neuen gegen Viren zu beginnen…

Das Märchen von der Sinnhaftigkeit eines vorsorglichen Mindestabstands zwischen Menschen wird für mich übrigens einerseits dadurch „entzaubert“, dass ich von Forschern gelesen habe, die mindestens 12 Meter Flugweite für Tröpfchen beim Niesen gemessen haben, und andererseits dadurch, dass ich mir vorstelle, wie sich virtuelle „Virenwölkchen“ – vor allem in geschlossenen Räumen ohne Luftzug – um Menschen herum bei der Fortbewegung langsam mit allen anderen kreuzenden vermischen. Dass es außerdem sinnvoller sein soll, dass jetzt jede/r einzelne, auch wenn man gemeinsam einkaufen geht, einen Einkaufswagen als Abstandshalter anfassen soll, um Viren in ihrer Ausbreitungsgeschwindigkeit zu hemmen… ach, ich höre besser auf, Absurditäten aufzuzählen.
Hat sich noch niemand die Frage gestellt, wieso in Hochsicherheitslabors eigentlich solch ein Aufwand betrieben wird, wenn man Viren doch so leicht unter Kontrolle halten könnte? Glaubt wirklich jemand, wir ändern mit all den Maßnahmen die Geschwindigkeit, mit der sich Corona letztendlich überall ausgebreitet haben wird, so sehr, dass es als Begründung für all die Einschränkungen unserer persönlichen Freiheit, für Staatskontrolle und Polizeiüberwachung, genügen sollte? Ich bin durch meine Erfahrungen vielleicht ein bisschen zu skeptisch geworden; aber worin ich mir sicher bin, ist, dass Politiker momentan nachplappern, was ihnen einseitig ausgewählte Forscher erzählen – weil sie denen aus Mangel an eigenen Erfahrungen mit Viren eben einfach glauben „müssen“.

Immerhin hab‘ ich persönlich jetzt verstanden – obwohl das in unserer Menschheitsgeschichte ja schon öfters vorkam, ich es also längst hätte wissen können – wie leicht es ist, ein ganzes Land mit einer gut erzählten Geschichte mitzureißen. Ist ja auch schön, gemeinsam für oder gegen etwas zu kämpfen… Dieser Zusammenhalt in unserer Gesellschaft… Diese Solidarität … im Kampf gegen die tödliche Gefahr … den Tod …

Ich persönlich wünschte, ich hätte durch kritisches Nachfragen und eigene Recherchen früher erkannt, wie viele Märchen mir in meinem Leben aufgetischt wurden. Noch mehr würde ich mir wünschen, dass Märchenerzähler darauf hinweisen „Das ist alles nur eine Geschichte; es gibt auch viele andere, und Du hast die Freiheit, zu entscheiden welcher Du glauben möchtest und welcher nicht.“ Und am meisten würde ich mir wünschen, dass Menschen, die gerne Märchen, also gute Geschichten, erzählen wollen, zuerst sich selbst fragen, ob ihre Geschichten sinnvoll und noch zeitgemäß sind (wenn Kinder arm sind und auch wenig zu essen haben, ist es aus biologischer Sicht sinnvoll, ihnen Nahrung zu schenken und mit Geschenken eine Freude zu machen!), ob sie – wenn Menschen für eine nachhaltige (Nach-)Produktion ohnehin schon zu viel konsumieren – sie verantworten können, oder ob es nicht mal an der Zeit wäre, sie wenigstens ein bisschen umzuschreiben.

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Dank für das Foto gebührt Christian Schulz

Biophilie und Biophobie – wie viel Liebe zur Natur macht glücklich und wie viel Angst vor ihr ist gesund?

Wir Menschen lieben die Natur, das Leben und alles Lebendige“ – lese und höre ich zumindest immer mal wieder. Von Erich Fromm wurde dafür schon in den 60er Jahren in psychoanalytischem Zusammenhang der Begriff „Biophilie“ eingeführt, und 1993 wandte ihn der Insektenkundler Edward O. Wilson auch aus evolutionsbiologischer Perspektive an: Menschen sollen eine angeborene Affinität zu Tieren und Pflanzen, also zu anderen Lebewesen, und zu natürlichen Lebensräumen haben.
Dem kann ich mich durch meine persönlichen Erfahrungen voll anschließen, frage mich aber, ob das tatsächlich für ALLE Menschen gilt!? Denn kann man etwas lieben, wovor man Angst hat? Um mich herum sehe ich nämlich ziemlich viele Menschen, die Ängste vor natürlichen Organismen haben haben: vor mehr oder weniger toten Viren, einzelligen Bakterien, Pilzsporen, „gefährlichen“ Tieren, vor „giftigen“ Pflanzen oder Pollenflug, vor dunklen Wäldern, vor anderen Menschen, vor dem Älterwerden, …. Handelt es sich – wenn sie gleichzeitig Sehnsucht nach Leben-in-vollen-Zügen, Draußen-sein, einem Haustier, Garten, Reisen durch die Welt verspüren – um selektive Wahrnehmung in der Praxis oder sogar das berühmte Stockholm-Syndrom?

Die Art Homo sapiens und auch noch der Großteil von uns Menschen ist auf „natürliche“ Weise entstanden, stammt sozusagen aus der Natur. Wenn wir nicht schon immer die Fähigkeit gehabt hätten, in ihr zu überleben, wäre niemand von uns heute hier! Und dass gleichzeitig nicht mehr jedes Individuum, das im Laufe der Evolution von Lebewesen auf dieser Erde entstanden ist, immer noch hier ist, zeigt, dass es noch kein einziges Lebewesen geschafft hat, auch wenn es das Leben noch so sehr liebte, unendlich lange am Leben zu bleiben. Es scheint also Situation oder „Dinge“ im Leben zu geben, die es beenden können. So viel, nüchtern betrachtet, zu den Randbedingungen des Lebens aus biologischer Sicht. Es ist anscheinend durchaus angebracht, wenn einem/r das eigene Leben lieb ist, sich vorsichtig bzw. vorausschauend, mit gebührendem Abstand und Respekt, durchs Leben zu bewegen.
Was bedeutet das jetzt im Hinblick auf Glück und Gesundheit?

Es bedeutet für mich 1., dass Vorsicht nicht mit Angst verwechselt werden sollte. Aus Angst oder Panik heraus handeln Menschen übertrieben. Als Vorsichtsmaßnahme werden keine Kriege gegen jemand anderen geführt, und in meinen Augen auch keine Waffen hergestellt. Angst, also in meinen Augen zu viel Vorsicht, hat zwei Gesichter: Ängstliche Zurückhaltung und Angstaggression. Beides kann das Leben zwar sicherer, aber vor allem für unser Gehirn „ungesund“ machen; denn um „natürlich gesund“, zu funktionieren, also so, wie es das in der Natur „gelernt“ hat, um überleben zu können, muss es vielfältig genutzt werden, braucht es also genügend Abwechslung. Mich hat – in unserer Welt, in der einerseits immer mehr Maschinen das Denken für uns übernehmen, andererseits immer häufiger wechselnde und mehr (virtuelle) „Gefahrensituationen“ geschaffen werden – also nicht überrascht, als ich von steigenden Zahlen an Demenz-Erkrankungen gehört oder gelesen habe, dass der IQ von Neugeborenen gerade zu sinken scheint. Neurophysiologische Erkenntnisse legen zudem den Schluss nahe, dass ein – z.B. durch Abschottung vor möglichen Gefahren – gelangweiltes, unterfordertes, genauso wie ein ängstlich überfordertes oder in bestimmten Denkbahnen festgefahrenes, sozusagen einseitig genutztes, Gehirn Lebensfreude, also die Lust, weiter zu leben, verliert und Depressionen den Weg bahnt.

Wer 2. eine gewisse Neugier und Offenheit dafür zeigt, in der Natur bzw. im Leben auch Gefahren zu begegnen, und irgendwann vielleicht sogar gezielt mit ihnen fertig werden kann, hat aus biologischer Sicht noch lange nicht unvorsichtig oder respektlos gehandelt.

Da sich 3. die Existenz tödlicher Gefahrenquellen für Lebewesen sich nun mal nicht bestreiten lässt, kann zu viel Unbedenklichkeit, Neugier, Übermut, … das Leben sehr frühzeitig beenden.

Schon die Begriffe bzw. individuellen Definitionen von Ängstlichkeit und Neugier sind allerdings durch persönliche Erfahrungen im Leben geprägt und können zu Streitigkeiten führen… Deshalb habe ich nur eine Empfehlung zur Beantwortung der Frage „Wie weiß ich denn jetzt, ob ich zu ängstlich durchs Leben gehe oder es durch „zu viel Neugier und Lebensfreude“, also Über- oder sogar Hochmut unnötig gefährde?“: Suche, also (hinter)frage Dich und andere, finde (durch „trial und error“/Versuch und Irrtum!) und bleib auf Deinem „goldenen Mittelweg“, lass‘ Dich also nicht ohne triftige Gründe von anderen davon abbringen und ändere die Richtung nur, wenn Du selbst es für das vernünftigste hältst! Vermutlich wird genau denselben Weg niemand anders gehen, denn individuelle Wege gibt es so viele wie Menschen auf der Erde! Jede/r kann seinen eigenen gehen; er/sie muss das sogar, weil man nur durch eigene Erfahrungen Ängste überwinden und Neugier entwickeln kann. Andere können dabei helfen, Wegspuren zu finden, Anregungen für die Wegplanung geben oder sogar auf langen Strecken Wegbegleiter sein; aber vom Anfang bis zum Ende bestreiten muss ihn jede/r selbst! Dass wir uns auf dem persönlich richtigen Weg befinden, macht sich dann praktischerweise durch Lebensfreude oder Lebensmut und Gesundheit bemerkbar!!!


Wenn ich dem, was mir die verschiedensten Medien weltweit über den körperlichen und geistigen Gesundheitszustand der Menschen übermitteln, glauben schenken darf, sind viele weit von ihrer persönlichen Mitte (zwischen Biophilie und Biophobie) entfernt… Für mich hat das viel mit unserer Kultur, mit unserer Entfernung und Entfremdung von der Natur zu tun, unserer Entfernung von den Kreisläufen von Leben und Tod.
Es gibt konkrete, lebensgefährliche Gefahrensituationen für jedes Lebewesen: z.B. der Moment, wenn es sich unbeabsichtigt in freiem Fall befindet, eine Waffe, gefletschte Zähne oder die Scheinwerfer eines entgegenkommenden Autos vor Augen hat, ein herannahendes Naturereignis das Zuhause bedroht, … Dass eine lebensgefährliche Situation tödlich endet, ist zwar auch da noch nicht gesagt; aber es ist sehr viel wahrscheinlicher, als dass das in einer der vielen virtuellen Gefahrensituationen, die sich vor allem in unseren Köpfen befinden, passiert – auch wenn noch so viele Menschen behaupten, unsichtbare Gefahren wie Vireninfektionen (übrigens auch in der virtuellen Welt!) seien real und konkret. Niemand bisher konnte die Zukunft verlässlich voraussagen und es wird immer Gefahren für jedes Leben geben.
Die viel wichtigere Frage als „Wie lassen sich Gefahren vermeiden?“ – die in meinen Augen ein bisschen „zu optimistisch“ ist und die Augen verschließt vor dem, was wir schon von der Welt und vom Leben wissen) ist für mich also „Wie will ich/wollen wir mit den Gefahren des täglichen Lebens leben?“, „Welche Maßnahmen sind kurz- und langfristig sinnvoll?“ oder auch „Welche Maßnahmen lassen sich/möchte ich kurz- und langfristig verantworten?“
Manche Dinge gehören zum Leben und lassen sich nicht ändern oder vermeiden – davor lohnt sich Angst und Gegenmaßnahmen in meinen Augen nicht. Statt Gleichgültigkeit (Mutlosigkeit?) ihnen gegenüber zu entwickeln, statt nur darauf zu hoffen, dass sie wieder vorbei gehen oder auch statt (biologisch sinnlos) gegen sie kämpfen zu wollen, ließen sie sich gleichmütig bewältigen. „Wie von Zauberhand“ könnten sich allein dadurch Gefahren, vor denen wir Angst hatten oder gegen die wir vielleicht sogar gekämpft haben, auflösen. Als Naturwissenschaftlerin vermute ich als Ursache, dass die Gedankenenergie, die mit Drehungen um die mögliche Gefahr „verschwendet“ wurde, für wegbereitende, lösungsorientierte Ideen frei werden kann!
Ich würde heute jedenfalls sogar darauf wetten, dass Menschen gesünder und glücklicher wären, wenn sie endlich aufhören würden, die Natur bzw. ihre Ängste ihr gegenüber unter Kontrolle halten zu wollen, gefährliche Tiere, Pilze und Pflanzen, Viren, Bakterien, „Krankheiten“ (also willkürliche Gruppierungen von Krankheitssymptomen) aus Angst heraus zu bekämpfen – weiter nach Mitteln (Waffen!) dagegen statt nach Wegen zum gefahrlosen Miteinander zu suchen. Prinzipiell müsste ohnehin niemand auf dieser Welt kämpfen, wenn sich „Streithähne“ immer aus dem Weg gehen könnten. Und dass uns irgendetwas in der Natur, Viren, Bakterien, … den Krieg erklärt hätten, uns bedrohen würden, das kann ich persönlich nach einem Biologiestudium und meinen jahrelangen Beobachtungen und Recherchen zu Gesundheit und Krankheiten (objektiv!) einfach nicht erkennen. Aber wir Menschen neigen ja – aus unseren persönlichen, emotional geprägten (subjektiven!) Erfahrungen heraus – dazu, uns schnell persönlich bedroht oder sogar angegriffen zu fühlen, „Feinde“zu bekämpfen, auch wenn die uns gar nicht den Kampf angesagt haben…

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Dank für das Foto gebührt Mathias Csader, natur-highlights.de/

Meine Leseempfehlungen zum Wochenstart

Mit Erstaunen habe ich bei meiner Recherche festgestellt, wie lange schon bekannt ist, dass Viren in der Natur nicht allein die Rolle von „Krankheitserregern“ spielen… Hier zwei Veröffentlichung dazu:

https://www.welt.de/wissenschaft/article152985310/Wie-Viren-sich-in-das-menschliche-Erbgut-schlichen.html?wtrid=onsite.onsitesearch

https://www.scinexx.de/news/medizin/viren-als-triebkraefte-unserer-evolution/

Weiter verfolgt zu haben scheinen das nur wenige…

Und über die Hypothese, dass „Krankheitssymptome“ durch Viren vielleicht nur dann entstehen, wenn ein Organismus vorher durch etwas anderes – körperlich oder psychisch – geschwächt ist, habe ich gar keine wissenschaftlichen Untersuchungsvorhaben finden können; genausowenig wie über die Idee, dass erst durch Virenkontakte DNA-Bausteine „angeliefert“ werden, die Variation in der Natur möglich machen!
Mir – als Naturwissenschaftlerin – erscheint das als nachvollziehbare Ursache dafür, dass genetische Variation in der Natur überhaupt zustande kommen kann. Denn spontan oder zufällig „aus dem Nichts heraus“ verändert sich DNA in meinen Augen nicht.

Aber vielleicht bin ich auch einfach zu gutgläubig und halte die Natur für weniger gefährlich als sie tatsächlich für uns Menschen ist bzw. wäre, wenn wir uns nicht so von ihr entfremdet hätten? Ich bleibe auf jeden Fall dran, mir diese Frage immer wieder neu beantworten zu können!

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Dank für das Foto gebührt Mathias Csader, natur-highlights.de/

Auch Tiere machen Politik – mit ungeschriebenen Gesetzen; auf das Wohl der einzelnen Mitglieder der Gemeinschaft und auf Vielfalt in der Natur ausgerichtet; ohne Möglichkeiten zur Instrumentalisierung unsichtbarer Gefahren sowie ohne Geld als Machtmittel

Jede unserer Kulturen ist aus der Natur heraus entstanden. Es finden sich in menschlichen Kulturen dieselben Prinzipien, die sich auch unter Tieren etabliert haben. Und genau wie die Natur und das Tierreich verlieren menschliche Kulturen gerade an ihrer Vielfalt.
Die Vielfalt der Natur, die in erster Linie durch Verlust von Lebensräumen verursacht wird, versuchen wir zu retten; in Kulturen wird meistens ziemlich viel daran gesetzt, Menschen möglichst „gleich zu schalten“, mit Regeln und Gesetzen, die unter Strafandrohungen durchgesetzt werden. Ersteres hat wenig Aussicht auf Erfolg, solange wir der Natur nicht wieder mehr Raum geben, letzteres widerspricht oftmals unseren Menschenrechten, die aus unseren natürlichen Bedürfnissen heraus entstanden sind.

Die Natur und jede einzelne Art ist gut darin, sich in ihrer Vielfalt sinnvoll zu organisieren, sie braucht dazu nur keine Politiker und Regierungen. Individuen, die alleine zurecht kommen, können darin ebenso ihre ökologische Nische finden wie unzählige Individuen, die sich in einer einzigen großen Gruppe sinnvoll arrangieren. Ihr Zusammenleben basiert auf Kooperation und auf Anpassung an die natürlichen Gegebenheiten. Wer seinen Platz in der Gruppe nicht findet, verlässt die Gruppe freiwillig oder wird aus ihr ausgeschlossen. Wenn sich die Gegebenheiten ändern, kann sich auch die Gruppenstruktur ändern.
Wir Menschen haben viel von diesen „flexiblen Anpassungsfähigkeiten“ eingebüßt: wer in eine bestimmte Gruppe hineingeboren wurde, hat höchstens die Möglichkeit, eine andere zu finden, die ihn dann aufnimmt. Ein Leben „auf eigenen Beinen“ zu führen, unabhängig von „Gemeinschaftsregeln“, ist in der heutigen Welt so gut wie unmöglich; jedes Land wird vermutlich welche über Menschen verhängen, die darin leben wollen.
An sich sind Regeln ja keine schlechte Sache, solange sie für alle Beteiligten nachvollziehbar und sinnvoll sind und alle ihr Einverständnis gegeben haben, sie einhalten zu wollen. Zwänge werden in menschlichen Gemeinschaften daraus, wenn „alle Schäfchen“ krampfhaft zusammengehalten werden sollen. Ich habe den Eindruck, Tieren fällt es leichter, Mitglieder der Gemeinschaft gehen, also los zu lassen, wenn sie nicht davon überzeugt werden können, oder auch wenn sie gar nicht davon überzeugt werden wollen, zu bleiben.
Darüber hinaus sind Regelverstöße wie alles in der Welt sehr kontextabhängig, was uns immer wieder vor Augen geführt wird, wenn sich „Gesetzeslücken“ bzw. „Schlupflöcher“ auftun. Statt aber Gesetze zu lockern, sie also situationsabhängiger handhaben zu können, versuchen unsere Politiker eher, sie noch strenger, dadurch aber paradoxerweise noch viel schwammiger, zu formulieren. Denn nie wird man alle Situationen mit einem Gesetz abdecken können. Es sei denn, man lässt immer weniger vielfältige Situationen zu…

Unsere Gesellschaft ist eigentlich viel zu groß, viel zu komplex geworden, um sie mit einheitlichen Regeln „kontrollieren“ zu können. Aber brauchen wir eigentlich Kontrolle? Ich persönlich bräuchte keine. Wenn ich mir eine Gesellschaft wünschen dürfte, wäre sie nach dem Vorbild der Natur aufgebaut: auf freiwilligen Verpflichtungen und Kompromissfindungen basierend (z.B. auch „Wer nicht bleiben will, kann gehen“); eventuell mit starken Anführern, die immer wenn sie vorweg gehen, also keine Lakaien vorschicken, im Austausch ein anderes Privileg genießen; mit „Respektspersonen“, die sich ihren Respekt mit hilfreichen Ratschlägen oder Taten immer wieder neu verdienen müssen, also nicht wiederholt Versprechungen machen können, ohne sie zu halten; ohne die Möglichkeit, sich allein mit Geld andere Individuen, Ressourcen oder Macht erkaufen zu können, ohne die Möglichkeit, mit unsichtbaren Gefahren Ängste schüren zu können, also zu „blindem“ Folgen verführen zu können, und mit der Möglichkeit, meine Persönlichkeit gemäß meiner individuellen Fähigkeiten zu entfalten, diese also sinnvoll in die Gruppe einbringen zu können.

Ich würde mir eine Gesellschaft wünschen, in der – wie in gut funktionierenden Gemeinschaften im Tierreich – das Gemeinwohl auf dem individuellen Wohl jedes einzelnen Mitglieds beruht, in der Politik sich an den Schwächsten, an individuellen Bedürfnissen, Erfahrungen und Lebensumständen ausrichtet; in der es keine Zwänge gibt, sondern in der alle von ihren Regeln und Gesetzen überzeugt sein bzw. werden müssen; in der jede/r auch die Freiheit hat zu wählen, ob er/sie „sein eigenes Leben leben“ möchte, mit all den Unsicherheiten und Gefahren, die er/sie dann auch alleine meistern muss.
Nur so kann Vielfalt, eine vielfältige Gesellschaft, auf Dauer existieren. Ein „schönes“ Gegenbeispiel sehen wir z.B. in China: der Fokus auf ein Gemeinwohl, auf „das Beste für alle“, stellt schon abweichende Meinungen unter Strafe. Schön für die, die sich der „großen Masse“ zugehörig fühlen, alle anderen haben das Nachsehen. Ihr Leben spielt dann automatisch eine geringere bis gar keine Rolle mehr, wenn sie als „Störenfriede“ in der Gemeinschaft empfunden werden. Jaja, die Würde des Menschen ist unantastbar… solange er/sie sich brav an das hält, was die große Mehrheit bestimmt hat bzw. hinnimmt.

Dass die Natur auf Vielfalt angewiesen ist, um nachhaltig intakt, am Leben, zu bleiben, dürfte heute als gesichert angenommen werden. Dass dasselbe auch auf menschliche Gesellschaften zutreffen dürfte, davon könnten also auch die Regierenden aller Länder ausgehen. Wenn lebendige Vielfalt der Gesellschaften ihr Ziel wären…

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Dank für das Foto gebührt Mathias Csader, natur-highlights.de/